Jetzt ist es raus: Trotz des Klimawandels wollen die Briten ihren Lebensstil nicht ändern. Der Energy Saving Trust, eine von der britischen Regierung und Teilen des privatwirtschaftlichen Sektors finanzierte Non-Profit-Organisation, hat die Erkenntnis zu Tage gefördert, dass zwar 80 Prozent der Briten daran glauben, dass die Erderwärmung negative Folgen für das Land hat. Dennoch unternehme rund die Hälfte der Menschen rein gar nicht dagegen.
Laut Green Barometer, das sich auf eine Befragung von 1192 Haushalten im Februar beruft, lassen zwar viele Briten beispielsweise das Wasser während des Zähneputzens nicht laufen, auf Flugreisen oder Plasma-Fernseher möchten die meisten aber nicht verzichten. 40 Prozent der Briten tun demzufolge nichts, um Energie einzusparen. Auf der Gegenseite sind es vier Prozent, die ihren Lebenstil umgekrempelt und dem Klimaschutz angepasst haben. Immerhin vier Prozent, möchte man anmerken. 73 Prozent wollen laut Green Barometer darauf achten, den Wasserhahn abzudrehen, während sie sich die Zähne putzen. Das Auto stehen lassen und kurze Strecken per pedes zurücklegen, dazu sind 56 Prozent bereit. 22 Prozent würden auf eine Flugreise pro Jahr verzichten, 21 Prozent auf einen Plasma-Fernseher.
Dabei lässt man auf der Insel wirklich nichts unversucht, um sich an die Spitze der internationalen Klima-Charts zu katapultieren. Einen ehrgeizigen Plan hat die Regierungsmannschaft um Tony Blair bereits ausgeheckt, die CO2-Emissionen wolle man bis 2050 um 60 Prozent gesenkt haben. Auch die Wirtschaft macht mit, Unternehmen wie Tesco und Marks & Spencer haben versprochen, ihre eigenen klimaschädlichen Ausdünstungen deutlich zu reduzieren.
Durch neue Statistiken aufgeschreckt
Dass das Vereinigte Königreich trotz aller Selbstinszenierung noch gewaltigen Nachholbedarf in punkto Klimaschutz hat, war in der vergangenen Woche wieder ins Bewusstsein gerückt. Am Donnerstag hatte Umweltminister David Miliband bekanntgegeben, dass die CO2-Emissionen seines Inselstaates 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 1,25 Prozent gestiegen sind. Mit 560,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid ist damit ein neuer Höchststand seit 1997 erreicht. Seit der Machtübernahme von Labour vor zehn Jahren sind die Emissionen somit um insgesamt drei Prozent gewachsen. Verantwortlich seien dafür in erster Linie die hohen internationalen Gaspreise, so Miliband, weshalb Kohle als Energielieferant wieder an Attraktivität gewonnen hätte.
Das Emissionsvolumen aller Treibhausgase, also neben Kohlendioxid etwa auch von Methan und Lachgas, stieg in Großbritannien 2006 um 0,5 Prozent. Damit liegt dieser Wert immerhin noch 15 Prozent unter jenem aus dem Jahr 1990, dem Bezugsjahr des Kyoto-Protokolls. Die Vorgabe für Großbritannien gemäß Kyoto, bis 2012 12,5 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen, haben die Briten also nach jetzigem Stand bereits erreicht. Bei anhaltender Negativentwicklung könnte es allerdings wieder eng werden.
(S.W.)
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Die Briten erwägen immerhin den Einsatz von Kamikaze-Bombern gegen Terroristen!
Westliche Selbstmordattentäter – VORGETRETEN!
Da treten die Treibhausgase doch irgendwie in den Hintergrund …