In die internationale Diplomatie kommt in Sachen Klimaschutz wieder Bewegung. Laut Angaben der japanischen Tageszeitung The Yomiuri Shimbun wird Chinas Premierminister Wen Jiabao in der kommenden Woche im Rahmen einer chinesisch-japanischen Erklärung die Bereitschaft seines Landes signalisieren, nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2013 verstärkt im Kampf gegen den Klimawandel mitzuarbeiten.
Am kommenden Mittwoch trifft Wen Jiabao zum Regierungsbesuch in Tokio ein. Der Entwurf sieht vor, dass sowohl China als auch Japan “aktiv an der Ausarbeitung eines effektiven politischen Rahmens für den Klimaschutz ab 2013 partizipieren.” Auch wollen die beiden asiatischen Länder, nicht unbedingt innige Freunde, ihre bilaterale Zusammenarbeit stärken, etwa was den Austausch umweltfreundlicher Technologien betrifft. Hier würden die Japaner in erster Linie die Anbieter, die Chinesen die Empfänger spielen. Beispielsweise soll japanisches Know-How helfen, die Wasserverschmutzung in und um Chinas große Flüsse zu reduzieren. Auch Wiederaufforstungsprojekte in China könnten von japanischen Experten vorangetrieben werden.
Am genauen Wortlaut der Erklärung soll beim Treffen zwischen Japans Premierminister Shinzo Abe und Wen Jiabao gefeilt werden. Grundsätzlich sollen die Chinesen aber mit den wesentlichen Punkten des Entwurfs einverstanden sein. Damit darf die internationale Gemeinde darauf hoffen, das Reich der Mitte endlich mit ins Klima-Boot zu holen. Bislang hatte China stets nur vage Absichtserklärungen von sich gegeben, vor allem wollten die Chinesen von einer internationalen Kooperation mit entsprechenden Pflichten für ihr eigenes Land bislang nichts wissen.
(S.W.)
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