Trotz Statistiken und Experten scheint es unsere Regierung erst seit der letzten Amtsübernahme bemerkt zu haben, dass die Bildungseinrichtungen in Deutschland die geforderten Schülerzahlen nicht mehr aufbringen können. Das neue Vorhaben: Einheitsklassen von der Grundschule bis zur achten oder zehnten Klasse und die Schaffung neuer öffentlicher Kindergartenplätze.
Die längst überfällige Debatte, von Familienministerin Ursula von der Leyen angestossen, dass unsere Kinder doch mehr Ganztagsbetreuung benötigen würden, ob als Schüler oder Kleinkind, wurde kürzlich heiß diskutiert. Doch die Ursachen für dieses “Hinterherhinken” liegen nicht allein an den, nach Amtsperioden gerichteten Denkweisen der Politiker, sondern vor allem am deutschen Bildungssystem. Durch die in den letzten Jahren bestärkten sozialen Unterschiede – meist in Großstädten – gerieten verstärkt die Hauptschulen in den letzten beiden Jahren immer wieder durch Gewalttaten in den Fokus der Medien.
Schüler ab der fünften Klasse in prägenden Topf geworfen
Der Grund liegt in den meisten Fällen an der Perspektivlosigkeit der Schüler, die mit einem Hauptschulabschluss in Deutschland so gut wie keine Chancen haben. Vorrangig wollen deutsche Firmen Abiturienten, da diese mindestens 18 Jahre alt sind und so auch für Überstunden und Fahrdienste (in Verbund mit Führerschein) eingesetzt werden können. Da kommen selbst Realschüler mit einem makellosen Abschluss ins Hintertreffen. Durch diese von vorneherein getrennten Ausbildungsmöglichkeiten werden die Schüler schon ab der fünften Klasse – nach ihrem Leistungsstand gesondert – in einen Topf geworfen.
Je nach Topf, kann dies Bankier oder Hartz IV- Empfänger bedeuten. In den letzten und kleinsten Topf fallen die angehenden Hauptschüler. Es sind meist schwache oder auffällige Schüler, die sich in dieser Schulart sammeln. Eine Möglichkeit der Besserung des Leistungsstandes ist damit vertan. Zudem kommen diese Schüler immer häufiger aus Einwandererfamilien, bei denen zu Hause meist nur die Kinder Deutsch sprechen können. Viel zu oft bilden sich daher Klischees von ausländischen Ausbeutern, die dem Staat auf der Tasche liegen würden.
Unsere Bildungslücke geht viel tiefer als nur in den geistigen Bereich. Durch die Abgrenzung von Schulen, in Verbindung mit den daraus resultierenden Jobchancen, schneidet diese Lücke auch in unseren Umgang mit den sozialen Unterschieden von Arm und Reich ein.
Teil 2: Die Gymnasien
Teil 3: Die Kindergärten
Teil 4: Ansätze und mögliche Lösungen
Das Leistungspotential das in Hauptschulen vernichtet wird ist riesig. Das kann ein Schulsystem nicht lösen das in einer Zeit konzipiert wurde, als viele Handwerker und Arbeitsameisen gebraucht wurden, aber nur wenige Akademiker. Mal ganz absehen davon, das der diesem System innewohnende Versuch der Etablierung einer erblich determinieren Denkelite angesichts der Globalisierung zum Scheitern verurteilt ist.