12:00 Der zweite Vortrag beginnt: “Wie wir bloggen” von Jan Schmid. Drei Mythen der Blogospäre werden vorgestellt: Nerd, Gegenöffentlichkeit, Irrelevanz. Der Mythos vom Nerd-Nutzer: Tatsächlich ist es so, dass die Mehrheit der deutschen Blogger weiblich ist. Einen entscheidender Unterschied dazu stellt allerdings die Top 100 Liste dar, hier ist die übergroße Mehrheit männlich.
Der Mythos vom Alternativjournalismus: Die Blogosphäre wird gern als alternative Öffentlichkeit, als Gegenpol zu den Massenmedien dargestellt. Dies ist eher nicht der Fall: Tatsächlich ist eine steigende Zahl deutscher Blogger Journalisten, eine strikte Trennung zwischen diesen Lagern ist also nicht gegeben. Entscheidender ist aber die Motivation des überwiegenden Teils der Blogger: Die Darstellung privater Sichtweisen und Erlebniswelten. Publikum ist, damit einhergehend, häufig der nicht virtuelle Freundeskreis.
Der Mythos der Irrelevanz: Gerade von Seiten des klassischen Journalismus wird der Blogosphäre oft Irrelevanz vorgeworfen – “99% der Webblogs sind Müll”. Von der oben erwähnten Motivation der Blogger ausgehend aber stellt sich die Frage nach der Relevanz anders: Ziel ist – anders als beim klassischen Journalisten – nicht die gesellschaftliche Relevanz, sondern die individuelle Relevanz: Die eigene Erlebniswelt und der Freundeskreis und Gleichgesinnte.
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Schlusswort: “Wenn man das Bloggen ernstnehmen will, muss man den ‘long tail’ ernstnehmen.”
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