11:40: In einer Podiumsdiskussion haben sich Falk Lüke, Hugo E. Martin, Katharina Borchert, Jens Matheuszik und Jörg Kantel zu einem, insbesondere auch für die Readers Edition brandheißen Thema versammelt:”Der ‘Citizen Journalism’ lässt die Redaktion rotieren, doch bewegt er auch die Bürger?”
12:00: Zu Beginn stellt das Podium mehrheitlich fest, dass sie sich selbst schwerlich als ‘Bürgerjournalisten’ bezeichnen würden. Hiernach wendet sich die Diskussion dem Thema Lokal/Regionaljournalismus zu. Die Frage: Liege hier die Zukunft von ‘Bürgerjournalismus’, da dieser von den herkömmlichen Medien immer mehr vernachlässigt werde. Die Disputierenden können sich hier jedoch nicht einigen.
12:10: Nun werden bewährte marxistische Vokabeln in die Diskussion geworfen: Der “Besitz der Produktionsmittel” ist dank Internet erstmalig für journalistische Ziele relativ preiswert verfügbar. In der Vergangenheit scheiterten viele Versuche von ‘Medienrevolutionen’ am hohen Preis des Vertriebswegs. Dies sei mit Blogs aber auch mit anderen ‘bürgerjournalistischen’ Projekten grundlegend verändert worden.
12:20: Nun geht es um das ewige Problem: Werbung auf Blogs. Wie sollte sich der ‘Bürgerjournalist’ damit halten? Einerseits hat er durch den Zugewinn die Möglichkeit besser und mehr zu recherchieren, andererseits bringt es ihn auch in größere Abhängigkeit. Die Diskussion fand gestern fast deckungsgleich bei der Vernstaltung “Cash from Chaos” statt und scheint auch diesmal keine probate Lösung zu finden.
12:30: Eine Frage an Readers Edition: Warum machte die Verbindung von Netzeitung und Readers Edition in der Vergangenheit oft einen recht halbherzigen Eindruck? Martin beantwortet dies im wesentlichen damit, dass das Projekt Readers Edition stets nur als ein Anhängsel der Netzeitung wahrgenommen wurde. Man hätte dies dort nicht wirklich ernstgenommen und keine direkte Verantwortung für das Gelingen des Projektes übernommen.
12:40: Seit längerem hält sich die Diskussion nun wieder bei dem Thema auf, wie wichtig die lokale Dimension für ‘Citizen Journalism’ ist. Die Vernetzung von Place Blogs, die Martin ansprach und die auf der Readers Edition angedacht ist, wird momentan von Publikum und Podiumsdisputanten erörtert.
12:50: Letzte Frage an die Beteiligten: Wo sehen Sie den CJ in der Zukunft? Zum einen wird von Jörg Kantel die Bedeutung der Multimedialität in ‘bürgerjournalistischen’ Projekten betont. Matheuszik erwartet, dass sich in der Zukunft bedeutend mehr Menschen in diesem Sinne engagieren werden. Katharina Borchert erwidert, dass sie in jedem Falle hofft, bereits in zwei Jahren nicht mehr auf einem Podium über diese Thema diskutieren zu müssen. Schätzt aber, dass auch in zwei Jahren ‘Bürgerjournalismus’ immer noch wie heute ein Randphänomen sein wird. Mit diesen abschließenden Einschätzungen endet die Veranstaltung und verabschiedet sich in die wohlverdiente Mittagspause.
Kleine Korrektur:
Statt ‘Space’-Blogs sollte es “Place’-Blogs heissen, dass sind die Local- and Hyperlocal Blogs …
Was sind Placeblogs?
http://hem-social-media.blogspot.com/2007/01/what-is-placeblog.html