Ist Deutschland zu dumm zum Nachdenken?! Teil 2

Trotz Statistiken und Experten scheint es unsere Regierung erst seit der letzten Amtsübernahme bemerkt zu haben, dass die Bildungseinrichtungen in Deutschland die geforderten Schülerzahlen nicht mehr aufbringen können und das unsere Kinder doch mehr Ganztagsbetreuung benötigen würden, ob als Schüler oder Kleinkind. Das neue Vorhaben: Einheitsklassen von der Grundschule bis

IMG_1462.jpgTrotz Statistiken und Experten scheint es unsere Regierung erst seit der letzten Amtsübernahme bemerkt zu haben, dass die Bildungseinrichtungen in Deutschland die geforderten Schülerzahlen nicht mehr aufbringen können und das unsere Kinder doch mehr Ganztagsbetreuung benötigen würden, ob als Schüler oder Kleinkind. Das neue Vorhaben: Einheitsklassen von der Grundschule bis zur 8. oder 10. Klasse und die Schaffung neuer öffentlicher Kindergartenplätze.

Einheitsklassen würde unter anderem bedeuten, dass eine sehr große Anzahl von Schülern in einem Raum versammelt wäre. Eine gute Lernatmosphäre ist hier nicht möglich. Aber wie soll man auch so starke Jahrgänge unterbringen, ohne zu viel Geld ausgeben zu müssen. Aber das Schulsystem geht auf. Das Kurssystem in der Oberstufe, also Klasse elf und zwölf, baut auf genau diesen starken Jahrgängen auf, da pro Kurs eine Mindestanzahl an Schülern zusammenkommen muss. Dies wird in der heutigen, als „kinderunfreundlich“ bezeichneten Gesellschaft allerdings immer schwerer. Eltern entscheiden sich meistens nur dafür, ein Kind zu bekommen, wenn sie gleichzeitig dafür sorgen können, einer geregelten beruflichen Laufbahn nachzugehen. In Folge dessen sank die Geburtenrate in Deutschland in den letzten Jahren stetig.

Doch die Probleme in den Gymnasien liegen nicht allein im fehlerhaften System, sondern auch an den Perspektiven in Deutschland. Da viele Eltern nur eine sorgenfreie Zukunft für ihr Kind sehen, wenn es das Abitur abschließt, sind in Folge dessen viel weniger leistungsorientierte Schüler zu finden. Früher war dies anders. Die Oberschule umfasste die letzten Jahrgänge, also Klasse elf bis zwölf oder 13, und die Aufnahmekriterien überstanden nur jene, die auch den nötigen Bildungsstand besaßen. Diesen erhöhten Bildungsstand findet man heutige aber meist nur noch an Privatschulen, an denen Kinder erhöht gefördert und gefordert werden. Aber nicht jeder kann es sich leisten, sein Kind privat unterrichten zu lassen.

Schwierigkeiten bei der Orientierung

Doch neben dem Geld spielt auch Leistungskraft eine große Rolle. Wie sollen die Kinder sich auch selbst, nach der vierten Klasse, einschätzen können, ob sie dem Leistungsdruck an einer Oberschule gewachsen sind? Das können sie nicht. Also müssen die Eltern für ihre Kinder entscheiden. Doch auch selbst dann, wenn sich der Schüler als strebsam zeigt, steht er vor Entscheidungen, die wiederum meistens nur seine Eltern treffen können. Die Wahl einer naturwissenschaftlichen, musisch-künstlerischen oder einer sprachlich orientierten Schule ist meist nicht leicht, da sie den Weg zur beruflichen Laufbahn meist entscheidend verändern kann. Und ebenso muss bei der Wahl der Kurse in Klasse elf der angehende Berufsweg mitberücksichtigt werden.

Letztendlich ist der junge Schüler, hinsichtlich der Orientierung des eigenen Leistungsstandes, auf die Hilfe der Eltern angewiesen, um einem gewissen Niveau gerecht zu werden. Doch was tun, wenn die Jahrgänge und das Niveau an Deutschlands einstigen „Oberschulen“ sinkt? Eine erhebliche Lücke, die immer größer wird!

Teil 3: Die Kindergärten

Teil 4: Ansätze und mögliche Lösungen

Kommentare

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  1. Dieser Artikel hört sich so an, als würde er von jemandem Stammen, der auch beruflich mit dem deutschen Bildungssystem etwas zu tun hat. Und noch eins steht fest: Dieser Artikel wurde nicht in Bayern verfasst!

    Anstatt ständig nach neuen Systemen zu suchen, die vielleicht theoretisch funktionieren würden, sollte man die vorhandenen Testergebnisse Nutzen, um die vorhandenen Systeme zu vergleichen und dann von denen zu lernen, die besser abgeschnitten haben und ähnliche Voraussetzung hatten. Deswegen sollte man erstmal national vergleichen.
    Nun gibt´s da aber ein Problem, nämlich dass Bayern relativ gut abgeschnitten hat und so ist es für die meisten undenkbar von “denen” etwas zu übernehmen.

    Ganz im Gegensatz zum Wissen der Allgemeinheit und so mancher EU- Bildungsminister hat Bayern nämlich kein starres 3gliedriges Bildungssystem bei dem nach der 4. Klasse die Entscheidung des Lebens ansteht, sondern vielmehr ist es lediglich die Wahl, wo man nächstes Jahr in Schule gehen möchte!
    Angenommen, man hätte sich also für die Hauptschule entschieden (so wie ich vor einigen Jahren) hätte man dann Ende der 5. Klasse Entscheiden können ob man nicht lieber ins Gymi wechseln möchte.
    Ende der 6. hatte man dann die Wahl in die Realschule zu wechseln
    Ende der 7. Ebenfalls und da bin ich dann auch gewechselt.
    Nach der 9. Klasse Hauptschule kann man sich entscheiden ob man anschließend eine freiwillige 10. machen möchte und so einen vollwertigen Realschulabschluss erhalten möchte. Dieses Angebot haben einige Freunde von mir genutzt.

    Mit einem Realschulabschluss oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist es dann möglich die Klassen 11 und 12 zu besuchen und so ein Fachgebundenes Abitur zu erhalten. Anschließend kann man donn noch ein Jahr drauflegen und die 13. besuchen um so ein vollwertiges Abitur in der Tasche zu haben.

    Das heißt also man kann seine Entscheidung bis mindestens zur 9. Klasse ändern ohne auch nur ein einziges Jahr zu verlieren. Mit mir haben ingesamt 4 ehemalige Schüler meiner Hauptschulklasse zu studieren begonnen.

    Das bedeutet, dass 4 / 25 = 16 % der Hauptschüler meiner Klasse ein Studium begonnen haben!!!

    Und was ist das für ein Unsinn, dass Deutschland die Schüler ausgehen? In X vielleicht aber nicht bei uns. In Bayern platzen die Gymnasien aus allen nähten mit Klassen von Teilweise 30 Schülern und mehr, während die Hauptschulen normalerweise deutlich unter 25 Schüler ausweisen.

    Also wenn du von Irgendwelche Probleme mit DEINEM Bildungssystem hast solltest du dein Bundesland nennen, weil Bildungspolitik Landessache ist.

    und by the way – Falls du wissen möchtest, warum unser Bildungssystem funktioniert Hier sind 3 Gründe:

    1. Es ist restriktiv
    2. Bayern ist Cool ;-)
    3. Und der Allerwichtigste: Bei uns waren seit mehr 60 Jahren keine SPD Fuzzis an der Macht, die sonst unsere Bildungspolitik verwässert hätten, wie überall sonst wo sie was zu sagen hatten.

    Es ist traurig aber war, aber es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der gewonnenen Landtagswahlen der SPD und dem Zustand des Bildungssystems.

    Aus diesem Grund ist es auch sehr stark anzunehmen, dass unser Autor aus einem Bundesland mit linker Regierung stammt…..

    MfG

    Stefan