Die Reaktion auf das Angebot von READERS EDITION, den zahlreichen deutschsprachigen placeblogs eine Plattform zu geben, fand ein fast einmütig positives feedback.
“Vernetzung find’ ich klasse!”
Sinn und Nutzen von placeblogs finden sich in Aussagen wie denen der Macher von „unser-bad-bodendorf“: „Ich selber bin seit 1985 Lokaljournalist. Die Optionen und Möglichkeiten, die Weblogs und Wikis für Lokaljournalisten bieten, finde ich aufregend und faszinierend. Mit meinem Dorfblog möchte ich diese Möglichkeiten austesten.“ Aber auch die Motivation von hh-heute.de“ findet sich häufig: “…unser Blog entspringt der leidvollen Erfahrung, dass die kommerzielle Presse höchst selektiv nur über Meinungen und Ansichten berichtet, die ihr ins Weltbild passen; und das ist nun mal überwiegend tief schwarz. Wir bieten daher eine Plattform für eine andere Sicht der Dinge“. Neben solchen Aussagen vermochten wir sogar mit unserer kleinen Revue der Juwelen unter den placeblogs Zuversicht und Freude zu säen.
“Was brauchen wir unbedingt und was ist eher unnütz?”
Es scheint also an der Zeit zu sein, diese Blogs nicht nur zu loben, sondern sie auch in einer sinnvollen Form zu präsentieren. Die Diskussion wie das am besten auszusehen hat, sei hiermit eröffnet. READERS EDITION wird fürs erste in naher Zukunft eine Linkliste präsentieren, die die verzeichneten Blogs möglichst umfassend charakterisiert. Relevante Rubriken wären hier neben Blogname und URL: Feeds, eine Kurzbeschreibung des Blogs, screenshots, PLZ, Kontakt, Services, Funktionen u. ä. Desweiteren soll es möglich sein, ein Feedmix zu abonnieren. Außerdem wird die jeweils aktuellsten Beiträge der beteiligten Blogs auf der RE erscheinen. Zusätzlich wird eine Blogsuchmaschine, die speziell auf die Lokal- und Regionalblogs zugeschnitten ist, zur Verfügung stehen. Soweit die Pläne, die wie gesagt allesamt hier auch zur Diskussion stehen und auch bald in Chats diskutiert und dokumentiert werden.
“Ein Anfang ist gemacht!”
Es steht außer Frage, dass das Ganze noch mitten in der Entwicklung steht. Es gibt noch zahlreiche offene Fragen wie z. B. jene: Wie behandelt man Diskussionen zu einem Artikel der auf zwei Plattformen (RE und dem jeweiligen Blog) erscheint? Aus meiner Sicht wäre es hier sinnvoll, die Diskussion zum Artikel im Quellblog zurückzuführen, und diese je nach Bedarf auf unserer Placeblog-Plattform mit anzuzeigen.
Die Idee, gemeinsam die Vernetzung von Regional- und Lokalblogs voranzutreiben, soll nun in jedem Falle umgesetzt werden. Neben dem bereits bestehenden RE-Wiki sind sämtliche placeblogs nun auch bequem in der Rubrik Lokales gelistet. Als Appetitmacher zum Abschluss seien hier nochmals ein paar Perlen aus der breiten Palette der deutschsprachigen placeblogs vorgestellt.
Attendorner Geschichten

Aktuelles, Historisches und Dönekes verspricht das ansprechend und übersichtlich gestaltete Blog unter dem Namen Attendorner Geschichten. Wohlgeordnet kann der Besucher hier zwischen den unterschiedlichsten Informationsangeboten wählen sowie selbst beitragen. Ob nun ein Ausflugtipp benötigt wird oder doch eher ein Schietwettertipp – hier wird man in jedem Fall fündig.
Gelsenkirchen Blog

Der Gelsenkirchen Blog tritt mit dem hehren an Ziel „Gedanken aus der lebendigen Metropole an der Emscher“ unters Volk bringen. Mit locker-legeren Worten und luftigen Design vermittelt der gelsenclan in der Tat ein differenziertes und neugierig machendes Bild von der angepriesenen Ruhrpottmetropole.
HH-Heute
hh-heute – Der nachrichten-blog für Hamburg. Hier will man der anderen Sicht er Dinge eine Plattform geben. Mittels O-Tönen von Oppositionsparteien, Gewerkschaften und anderen Initiativen soll dies umgesetzt werden. Dazu gibt es einen Veranstaltungskalender und natürlich die Möglichkeit, alles zu kommentieren und zu diskutieren. Ein Forum für offene Fragen, die von den traditionellen Medien vernachlässigt werden. Definitiv sehens- und unterstützenswert.
Der Kröperliner

Der Kröpeliner möchte „die etwas andere Seite von Kröpelin“ zeigen. Nun wird der gemeine Blogger in der Regel bislang noch keine einzige Seite von Kröpelin kennen. Doch wer sich die Zeit nimmt, wird schnell entdecken, dass es sich lohnt. Die schnuckelige Kleinstadt zwischen Wismar und Rostock weiß ihre Reize dank dieser Seite bestens zu verkaufen, und ließ den schwitzenden Redakteur kurzzeitig wehmütig in die Ferne blicken.
Raus aus Kaiserlautern

Das Blog mit dem auf den ersten Blick eher Kaiserslauternfeindlichen Titel „Raus-aus-kl“, möchte all denen, die vor Ort mit der Frage konfrontiert sind: „Rein in den Busch oder raus aus Kaiserslautern“ Lebenshilfe geben. Hoffnungsfrohe Gestaltung und übersichtliche Anordnung ermöglichen es, dass wer in Kaiserslautern ist, weiß was er damit anfangen kann.
Umgebungsgedanken

Dass placeblogs nicht zwingend an den Ort gebunden sind und ihn dennoch nicht aus den Augen verlieren, beweist meisterhaft ein Blog aus Dresden. Der Macher der Seite, die unter dem neugierig machenden Namen „umgebungsgedanken“ firmiert, will einfach nur „ein paar Gedanken festhalten“. Gedanken über Lebensraumqualität, Nachhaltigkeit, Kommunikationsmöglichkeiten und vieles mehr. Ein reizvolles Projekt. Kein Blog für den schnellen Infoschub zwischendurch, fürwahr, doch unaffektierte Tiefsinnigkeit dieser Art findet man im Netzt nicht allzu oft.
Liebe RE-Leser,
dass hier versucht wird, die Aktivitäten des noch sehr weitmaschigen Netzes der Placeblogger zu bündeln, finde ich toll. Denn gerade im Lokalen und Regionalen haben Bürgerjournalisten ungeahnte Möglichkeiten der Einflussnahme u.a. auf (kommunal-)politische Diskussionen.
Würde mich freuen, wenn aus dem Projekt richtig was wird! Ich bin jedenfalls dabei!