Was verbindet internationale Managementberater mit einer Schule für mehrfach schwerstbehinderte Kinder? Auf den ersten Blick könnten die beiden Lebenswelten wohl kaum unterschiedlicher sein. Die Einen immer unterwegs auf der Überholspur des Lebens, stark an wirtschaftlichen Faktoren ausgerichtet. Die Anderen dankbar für jeden Tag an dem sie in Würde leben können. Dr. Andreas F. Philipp, Gründer der Sinn-Gesellschaft und selbst Managementberater brachte am 4. April beide Welten zusammen.
Blumenbeete für eine bessere Zukunft
Sinn stiften und Sinn erleben stand im Mittelpunkt des Aktionstages der Sinn-Gesellschaft am 4. April. In der Münchener Förderschule und Heilpädagogischen Tageseinrichtung für mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche fand die Veranstaltung statt. Diese Einrichtung gehört dem Helfende Hände e.V.
Um neun Uhr trafen sich das Beraterteam der Lean Alliance GmbH sowie weitere Mitglieder der Sinn-Gesellschaft, allesamt hauptberuflich Führungskräfte, um für die Kinder und Jugendliche sechs neue, für Rollstuhlfahrer geeignete, Tischblumenbeete zu bauen. Außerdem stand das Abschleifen von 15 Gartentischen und -bänken auf dem Programm. Ebenso sollten 1400 Liter Blumenerde verteilt werden. Eine stattliche Aufgabe für das 14-köpfige, bunt gemischte Team. Um 16 Uhr war es soweit. Die Teilnehmer bepflanzten symbolisch ein Tischblumenbeet. Im Zentrum der Tagesstätte weihten die Kinder und Jugendlichen sowie die Helfer das neue Beet ein.

Positive Eindrücke der Teilnehmer
“Es war ein schönes Gefühl, zu sehen, dass das, was wir im Team für die Kinder und Jugendlichen geleistet haben, durch Freude und Lachen wieder gegeben wird”, freut sich eine Mitarbeiterin der Lean Alliance GmbH. “Die Bedeutung des Sprichwortes ‘Geben ist seliger, den nehmen’ durften die Teilnehmer an diesem Tag live erleben”, betont der Initiator des Tages, Dr. Andreas F. Philipp. FürMartin Coordes, Leiter Organisationsentwicklung der AUDI AG, war dieser Tag eine Chance, bei der sich zwei verschiedene Systeme kennen lernen konnten: “Gab es anfangs Berührungsängste auf beiden Seiten, wurde allen schnell klar, dass es hier darum geht, echten Nutzen zu stiften und gemeinsam Werte zu schaffen – Werte die über das alltägliche hinausgehen.”
Erde neu entdecken
Die Teilnehmer waren sichtlich berührt durch die Erlebnisse an diesem Tag und konnten viel von den Kindern und Jugendlichen lernen, zum Beispiel Bescheidenheit und Bewusstsein für die Umwelt. Die Kinder der “Helfenden Hände” sind viel “dankbarer“”für das, was sie haben. Sie befassen sich nicht permanent mit dem, was ihnen vermeintlich noch fehlt. Sie nehmen ihre Umwelt viel bewusster wahr, begreifen sie im wahrsten Sinne des Wortes. Ist für einen Nichtbehinderten Erde im täglichen Leben nur Erde, lehrten die Kinder und Jugendlichen den Beratern, wie man Erde entdeckt und fühlt; wie Erde zum Leben wird. Aber auch Wertschätzung und Dankbarkeit für das eigene Leben lösten die Kinder bei den Akteuren der Sinn-Gesellschaft aus. “Mir wurde bewusst, wie dankbar ich sein darf, zwei gesunde Kinder zu haben”, sagt Ralph Hübner, Controller bei der Münchener Rückversicherung
Win-Win-Lösung für alle Beteiligten
Thorsten Ahrens und Boris Buchner, die Geschäftsführer der Lean Alliance GmbH, haben mit Ihrem Team beschlossen, derartige Aktivitäten weiter auszubauen: “Der Wert eines solchen Tages ist wahrlich unbezahlbar. Er gibt Kraft und innere Motivation, lässt einen wieder bescheidener und dankbar werden. Er stärkt letztendlich die Teamkultur mehr als jedes andere Event, das wir bisher gemacht haben.” Diese Selbsterkenntnis freutDr. Andreas Philipp besonders: “Ich bin tief bewegt von dem, was eine so relativ bescheidene Aktion auslösen kann. Und das Schönste daran ist, es ist eine echte Win-Win-Lösung für alle Beteiligten – nicht auf dem Papier, sondern ganz praktisch, direkt dem Leben dienend.”
Sinnstiftung als Teamevent
Der Erfolg dieses Tages ermutigt den sozial engagierten Unternehmensberater konsequent in dieser Richtung weiter zu gehen. “Mit etwas Abstand ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Wie lässt sich für Unternehmen und Teams mehr Nutzen stiften, als durch die Sinnstiftung eines derartigen Tages? Wie können Team-Events sinnvoller gestaltet werden als durch solch einen Aktionstag?” Für Dr. Philipp war dieser Tag keine Eintagsfliege. Er plant bereits weitere solcher Aktionen.Anfragen von Führungskräften und Unternehmern lägen ihm bereits vor, so Philipp.
Nä was rührend. Sinnvoller als diese Bedürftigenprostitution – sie wird bei den meistens gegen cash oder Spendenerwartung durchgeführt – wäre es, wenn diese Einrichtungen ein ausreichendes verlässliches Einkommen z.B. aus Unternehmenssteuern bekämen. Und nicht noch zusätzlich zum Tagesgeschäft verkorkste Managerseelen pflegen müssten.