Umverteilung von Arm zu Reich

Sobald über die Steuerreformpläne berichtet wird, geht es auch um die mögliche Abschaffung von Steuervergünstigungen oder Sonderabschreibungen. Insbesondere Sonderabschreibungen für Immobilien werden gerne genutzt, um legal seine Steuerzahlungen als Besserverdiener zu drücken, manchmal bis auf null Prozent. Der durchschnittsverdienende Familienvater, der ebenfalls für die Altersvorsorge spart, hat davon nichts. Denn

geld3.jpgSobald über die Steuerreformpläne berichtet wird, geht es auch um die mögliche Abschaffung von Steuervergünstigungen oder Sonderabschreibungen. Insbesondere Sonderabschreibungen für Immobilien werden gerne genutzt, um legal seine Steuerzahlungen als Besserverdiener zu drücken, manchmal bis auf null Prozent. Der durchschnittsverdienende Familienvater, der ebenfalls für die Altersvorsorge spart, hat davon nichts.

Denn eine Durchschnittsverdienerfamilie mit zwei Kindern zahlt kaum Steuern. Somit lohnt sich für sie auch nicht, Sonderabschreibungen für lukrative Schiffscontainerfonds oder denkmalgeschützte Immobilien zu nutzen. Besserverdienende oder Dinkies (double income, no kids) profitieren bei einem Spitzensteuersatz von z.B. 40 Prozent bei einer Wohnung im Wert von 200.000 Euro durch eine Steuererleichterung von sage und schreibe achtzig tausend Euro im Abschreibungszeitraum, die er ohne diese legale Sonderabschreibung wie andere auch ihre Steuern an das Finanzamt überweisen müsste. Davon darf der normale Familienvater nur träumen.

Warum führt man nicht einfach eine absolute, direkte von der Steuerschuld abzuziehende Abschreibungsmöglichkeit ein. Diese könnte so aussehen, dass jeder, der sich eine solche denkmalgeschützte Wohnung im Wert von 200.000 Euro kauft, nicht prozentual – je nach dem persönlichen Steuersatz – den entsprechenden Betrag spart, sondern absolut ein bestimmte Summe. Zum Beispiel könnte der Gesetzgeber pauschal pro 1000 Euro Immobilienwert hundert Euro direkt von der Steuerschuld abziehen, bis zu einem Maximalbetrag von beispielsweise 25.000 oder 30.000 Euro, der über mehrere Jahre verteilt werden darf bzw. muss.

Somit hätte sogar ein Arbeiter, der sich z.B. über die Jahre 30.000 bis 40.000 Euro angespart hat, die Möglichkeit, sich vielleicht noch von jemand aus der Verwandtschaft unterstützt eine kleinere Wohnung im Wert von 100.000 Euro zu finanzieren, sie zu vermieten und dabei trotz seines niedrigen Steuersatzes genauso wie sein Zahnarzt Steuern zu sparen, hier z.B. zehntausend Euro. Damit wäre wieder ein Stück größere soziale Gerechtigkeit hergestellt.

Kommentare

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  1. @Stefan

    Die “Sage und Schreibe” 80.000€ sind verteilt über 50Jahre, eine wirklich phantastische Umverteilung von arm zu reich, 1.600€/Jahr…..

    Klar kann man aus ideologischen Gründen (oder Neid) solch eine legale Steuersubvention abschaffen. Da Immobilien dann aber nicht mehr halbwegs lukrativ sind, wer glaubst Du wird dann noch Wohnraum schaffen? Wer wird sich freiwillig mit Mieter und Handwerkern plagen?
    Zudem hat der Staat auch viel mehr davon, wenn eine Wohnung für 200.000€ verkauft wird. Die Grunderwerbssteuer ist höher, die Grundsteuer ist höher, die Handwerkerkosten sind höher, etc., etc. alles was letztlich mehr Geld in die Staatskasse fließen lässt.

    Dein Vorschlag würde in ländlichen Gebieten vielleicht funktionieren (dort, wo man eine vermietbare Wohnung noch für 100.000€ bekommt), dummerweise sind dort aber die höchsten Leerstände zu finden und der kleine Familienvater könnte sich schnell bei einer Zwangsversteigerung (ohne Käufer) wiederfinden, wird er dieses Risiko eingehen?
    In den sicher vermietbaren Ballungsräumen sind die Einstandspreise dagegen so hoch, dass der kleine Familienvater in dieser Liga nicht mitspielen kann.

    Für den Familienvater wäre eine Absetzbarkeit der eigengenutzen Immobilie viel mehr Wert. Dieses mittlerweile abgeschaffte Steuergeschenk (wie war das §7b, 10b, 10f o.ä.) war jedoch einer der Bausteine (Wählergeschenk), der die heutige Staatsverschuldung mit erzeugt hat.

    Übrigens…die “goldenen Zeiten” der Zahnärzte sind lange vorbei.