Die Lokalberichterstattung der klassischen Medien leidet wohl am meisten unter den neuen Medien. Immer mehr Leute informieren sich über Lokales nicht mehr in der Tageszeitung, sondern auf Online-Portalen, Blogs und ähnlichen Seiten. Zwei aktuelle Meldungen aus den USA zeigen auf, wie die Lokalpresse dort auf diese Herausforderung reagiert und welchen Lösungsansatz sie dabei verfolgt.
Outsourcing
Die in Pasadena, Kalifornien beheimatete Online-Zeitung “Pasadena Now” hat die Berichterstattung über die Cty Council-Sitzungen nach Indien an einen Journalisten outgesourct. Der Grund: Die Sitzungen werden im Netz übertragen. Dazu sagte der Herausgeber James Macpherson: “I think it could be a significant way to increase the quality of journalism on the local level without the expense that is a major problem for local publications. Whether you’re at a desk in Pasadena or a desk in Mumbai, you’re still just a phone call or e-mail away from the interview.” Dem kann ich eigentlich nur beipflichten – auf das Risiko hin, mich den Buhrufen der Journalisten auszusetzen. Macpherson fand seine zwei indischen Journalisten übrigens innert wenigen Tagen über Craigslist. Der erste Beitrag erschien übrigens gestern.
Es ist dies nicht der erste Fall von Outsourcing nach Indien im Medienbereich. Reuters unterhält eine Redaktion im indischen Technologiezentrum Bangalore, die Agenturmaterial über die Wall Street basierend auf Medienmitteilungen generiert.
Crowdsourcing
Einen anderen Ansatz verfolgt eine neu lancierte Gratis-Wochenzeitung in Boston, Massachusetts. Die “Boston Now” druckt Beiträge, die von Bloggern eingereicht wurden. Diese Beiträge sind vom Layout her deutlich vom redaktionellen Inhalt getrennt. Bei einer Auflage von 85.000 Exemplaren dürften sich viele Blogger dafür interessieren, da sie so viel mehr Leser erreichen können. Zwar werden sie für ihre Beiträge nicht bezahlt, aber sie behalten alle Rechte an ihren Texten. Und laut John Wilpers, dem Herausgeber, der bereits bei anderen Pendlerzeitungen gearbeitet hat, wird noch an einem passenden Entlohnungsmodell gearbeitet. Bislang erhalten die Blogger bereits kostenlose Beratung, wie sie mit ihrem Blog Geld verdienen können, und Presseausweise. Dazu Wilpers: “If you’re writing about Boston sports, what’s more valuable to you, $25 or a press pass to the Red Sox? Or a backstage pass as a music writer to interview the band you’ve always wanted to interview?”
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