Ich habe mir das Buch “Autoren unterwegs” vor allem gekauft, weil ich selbst Kurzgeschichten schreibe und es interessant ist zu lesen, was anderen so durch den Kopf geht.
So habe ich mich an einem dieser verregneten Nachmittage, die uns in der letzten Zeit ja nicht fremd sind, mit diesem Buch auf die Couch gesetzt und angefangen zu lesen. Es handelt sich um eine Anthologie und viele Autoren haben ihr Werk dazu beigetragen. Neben Kurzgeschichten fand ich auch das ein oder andere Gedicht in diesem Buch. Wie uns der Titel des Buches schon verrät, werden wir auf Reisen entführt, Reisen in die Ferne, aber auch Reisen, die uns in uns selbst führen. So eine Reise beschreibt Carolin Michaela Hafen in ihrer Geschichte “Ein Zimmer für Nick”. Diese Geschichte habe ich gleich zweimal gelesen und mich immer wieder von diesem besonderen Stil des Schreibens fesseln lassen.
“Es sollte für jede Lebenslage ein Zimmer geben” beginnt die Geschichte, die uns in eine andere Welt entführt, uns fesselt um uns dann, ganz unerwartet, wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen.
Gleich zwei Initialzündungen…
Carolin Michaela Hafen verriet mir, wie sie zum Schreiben kam. Jeder Schriftsteller hat wohl seine eigene Geschichte zu diesem Thema. Carolin las gerne und doch stellte sie oft fest, dass ihr die Geschichten, so wie sie in den Büchern standen nicht gefielen. So beschloss sie, die Stories umzuschreiben – nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.
“Als ich mit der Schule fertig war, passierten zwei Dinge: Ich las ‘Gottes Werk und Teufels Beitrag‘ von John Irving und war so begeistert, dass ich die Werbung für die Hamburger Akademie für Fernstudien in einer Zeitschrift ausfüllte und mich für ein Probestudium anmeldete”, sagt die junge Autorin. Das erste Jahr ihres Fernstudiums hielt sie noch geheim. Für sich ganz alleine schrieb die junge Frau Geschichten, die keiner zu lesen bekommen sollte.
Im Jahre 2005, während ihres zweiten Jahres bei der Hamburger Akademie, entdeckte Carolin Michaela Hafen im Internet die Ausschreibung des Little Pen Vereins zum Thema “Autoren Unterwegs”. Zuerst druckte sie diese nur aus, lies sie aber liegen. “Ein paar Wochen später kam mir nachts die Idee. Ich hatte vorher Albert Camus gelesen, der in seinem Leben viel Zeit in Hotelzimmern verbracht hatte und dazu meinte, es würde ihm nichts ausmachen in einem zu sterben. Ich stand auf, nahm meinen Block und meinen Füller (bin da altmodisch) und schrieb in einem Zug ‘Ein Zimmer für Nick’“, erzählt die junge Frau, die ursprünglich einmal Bauzeichnerin gelernt hat.
Eine große Überraschung
Als sie im September 2006 erfuhr, dass ihre Geschichte in der Anthologie des C.M. Brendle Verlages erscheinen sollte, war die Autorin sehr überrascht. Sie hatte “Ein Zimmer für Nick” zwar abgeschickt, aber zwischenzeitlich völlig vergessen. Mittlerweile ist das Buch “Autoren unterwegs” auf dem Markt erhältlich.
Übrigens, am Sonntag, den 3. Juni findet eine Matinée im Jugendhaus “M“, in der Ofterdingerstr. 4 in (72116) Mössingen statt. Dort werden die Autoren des Buches zwischen 11 und 13 Uhr lesen und dabei von einem Pianisten begleitet. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und wenn die Autoren nur halb so gut lesen, wie sie schreiben, dann wird die Veranstaltung am Sonntag sicher ein unvergessliches Erlebnis.
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