Schüler mit der “Polarstern” unterwegs – ein Bordtagebuch

Die Polarstern ist wieder unterwegs in eisige Gewässer. Hatte sie vor kurzer Zeit noch in zum Teil tropischer Hitze im Atlantik geforscht (“Mit der “Polarstern im Atlantik unterwegs: Messungen zum Klima und zur Atmosphäre”), ist sie nun auf großer Fahrt nach Nordnorwegen und Spitzbergen, wo die europäischen Tiefseeökosysteme untersucht werden.

pol.jpgDie Polarstern ist wieder unterwegs in eisige Gewässer. Hatte sie vor kurzer Zeit noch in zum Teil tropischer Hitze im Atlantik geforscht (“Mit der “Polarstern im Atlantik unterwegs: Messungen zum Klima und zur Atmosphäre”), ist sie nun auf großer Fahrt nach Nordnorwegen und Spitzbergen, wo die europäischen Tiefseeökosysteme untersucht werden.

Aus der Pressemitteilung: “130 Wissenschaftler aus elf Ländern nehmen an der in drei Etappen aufgeteilten Expedition teil. Prof. Dr. Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung übernimmt die wissenschaftliche Leitung der ersten Etappe. Sie führt zu den Kaltwasserkorallen vor Nordnorwegen. Kaltwasserkorallen bauen, ähnlich ihren tropischen Verwandten, Riffe aus ihren Kalkskeletten auf. Sie bilden einzigartige Ökosysteme, in denen man lokal bereits mehr als 600 verschiedene Tierarten nachweisen konnte. Mit Hilfe des bemannten Unterwasserfahrzeuges JAGO können die Korallenriffe untersucht, fotografiert und beprobt werden. Dabei kann neben dem Piloten ein weiterer Wissenschaftler in bis zu 400 Meter Wassertiefe fahren.”

Die Expedition ist in drei Teiletappen untergliedert, sie verläuft im Rahmen eines lang geplanten Projektes zum Polarjahr 2007/08. Bis zum 21. Juni begleiten vier junge Schüler die Bordwissenschaftler auf ihrer Reise und werden für die Readers Edition davon berichten. Ab dem 23. Juni bis zum 9. Juli schreiben Wissenschaftler, und vom 10. bis 25. Juli referieren Lehrer über ihre Erkenntnisse, Beobachtungen und Erlebnisse an Bord des Schiffes. Die “Polarstern” wird dann ihren Zielhafen Tromsø erreicht haben. Lesen Sie heute den ersten Wochenbericht von Aline U. Munyaruguru (Schülerin aus Norwegen, ursprünglich aus Ruanda), Rune Erlandsen (Schüler aus Norwegen), Steffen Wittek and Gesche Funk.

Hallo, hiermit starten wir unser Bordtagebuch. Wir sind vier Schüler, die innerhalb des von der Europäischen Union geförderten Projektes HERMES (Hotspot Ecosystem Research on the Margins of European Seas) an der Polarstern-Expedition zu den norwegischen Kaltwasserkorallenriffen teilnehmen. Es ist ein Versuch, die europäischen Tiefseeökosysteme umfassend zu untersuchen.

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Tag 1 – Leinen los

Am Dienstag, den 29. Mai schifften wir auf Polarstern, dem Forschungseisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, ein und bezogen unsere Kabinen, die sich als unerwartet groß herausstellten. Danach haben wir unser neues Zuhause für die nächsten drei Wochen erkundet.

Nachmittags hatten wir eine Sicherheitsübung. Wir mussten bei strömenden Regen mit Rettungswesten und Mützen zu unserem Treffpunkt, dem Helikopterdeck, kommen. Nachdem wir diese wichtige Übung hinter uns hatten, hofften wir inständig, dass wir dieses neu erworbene Wissen nie benötigen werden.

Nach einem hervorragenden Essen glauben wir nun dem Gerücht, dass jeder zunimmt, es gibt sogar einen “Wiege-Club”, in welchem Sonntags das Gewicht gemessen wird. Die Gewogenen müssen zuvor ihre Gewichtsentwicklung schätzen und wer sich bis zum nächsten Treffen um mehr als ein Pfund verschätzt hat, muss einen Euro zahlen. Das so gesammelte Geld wird von der Besatzung der Polarstern am Ende der Reise für einen wohltätigen Zweck gespendet.

Am Abend hielt der Expeditionsleiter, Prof. Dr. Jörn Thiede (Direktor des AWI) eine einleitende Rede und informierte uns unter anderem über unseren ersten Stop, das Sulariff (64°N 7°50’E).

Zudem gab es eine Vorstellungsrunde, um den Prozess des Kennenlernens einzuleiten.

Tag 2 – Yellow Submarine

Am Mittwoch Morgen gab es die erste Einweisung vom Kapitän der Polarstern, Uwe Pahl.

Dazu gehörten allgemeine Informationen über das generelle Verhalten an Bord. Später haben wir unser Labor eingerichtet.

Am Nachmittag konnten wir sehen, wie das Mini-U-Boot JAGO ausgepackt wurde. Es wird vom Leibniz Institut für Meereswissenschaften in Kiel betrieben. Obwohl es winzig wirkt, sollen angeblich zwei Personen darin Platz finden, um bis zu Tiefen von 400 Meter vorzustoßen.

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In den nächsten Berichten werden wir über unsere noch ausstehenden Interviews mit Wissenschaftlern und der Schiffscrew berichten, bis dahin… .

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