Erinnern Sie sich noch an die Greencard-Inder, die Gerhard Schröder im New-Economy Boom im Jahr 2000 nach Deutschland geholt hat? Viele dieser indischen Informatikerinnen und Informatiker oder Ingenieure sind inzwischen wieder nach Indien zurückgekehrt, doch sie haben (in Frankfurt am Main und München) eine Hilfsorganisation gegründet, die den Analphabetismus in Indien bekämpfen soll.
Inzwischen kommen immer wieder Inder, vor allem als Geschäftsleute und Wissenschaftler nach Europa und führen diese Hilfsorganisation fort. Viele Leute sagen jetzt: Indien ist doch gar nicht so arm, die haben Softwareindustrie, fliegen ins Weltall und die indische Marine leistet sich Flugzeugträger- das ist schon richtig, nur muss man immer daran denken, dass 1,1 Milliarden Menschen in Indien leben, da gibt es zwar einige Wohlhabende, aber auch sehr sehr viele in verzweifelter Armut. Und selbst Europa mit weniger als einem Drittel von Indiens Einwohnern kennt materielle Not: Man denke nur an Albanien, Moldawien oder auch an Millionen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland.
Viele Kinder erhalten schlechte oder gar keine Bildung
Falls Sie sich im Internet informieren möchten : ashanet.org steht für “asha for hope”. “Asha” ist das Hindiwort für Hoffnung. Asha wurde 1991 von drei jungen indischen Studenten in Berkeley/USA gegründet und möchte die Gesellschaft durch Bildung verbessern. Das indische Bildungssystem ist ein Erbe der Britischen Kolonialzeit und bringt zwar viele gute Ingenieure und Informatiker hervor, trotzdem erhalten auch heute noch viele Kinder aus armen Verhältnissen oder armen indischen Bundesstaaten wie Bihar oder aus niedrigen Kasten keine oder eine schlechte Ausbildung.
Für indische Arbeitgeber, vor allem für den öffentlichen Dienst dort gilt ein Kasten-Quoten-System: Angehörige niederer Kasten werden bevorzugt eingestellt. Da aber vor allem die Angehörigen höherer Kasten höhere Bildung haben, können sie in Indien keine Arbeit finden und gehen nach Europa und vor allem in die USA. Ein Großteil der Softwareentwickler im kalifornischen Silicon Valley sind Inder, ebenso viele Spitzenmanager: Arun Sarin, der Vorstandsvorsitzende von Vodafone, Anshu Jain, Investmentbanker bei der Deutschen Bank oder Indra Krishnamurti Nooyi, Vorstandsvorsitzende von Pepsico sind einige Beispiele.
Ein Land, das sich entwickeln will, braucht gute Schulen
Gute Bildung ist nicht nur der Schlüssel für den Aufstieg von Individuen, sondern auch von Völkern.
Das Nachkriegswirtschaftswunder in Japan und Deutschland wäre ohne exzellente Handwerker und Facharbeiter, aber auch Ingenieure und auch Wissenschaftler so nicht möglich gewesen. Ein Land, das sich entwickeln will, braucht gute Schulen und Berufsschulen, Genau dort wollen die Inder von Asha-for-hope ansetzen.
Warum ist eine wirtschaftlich so erfolgreiche Nation wie Indien, noch auf Almosen aus Deutschland angewisenen, um selbst so primitive Dinge wie Schulbildung für alle zu gewährleisten ?
Deutschland hat es nach einer relativ kleinen Anschubfinanzierung binnen weniger Jahre mit weit weniger menschlichen Resourcen zu einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt gebracht.
Was ar das Geheimnis des Erfolges, was läuft in Indien falsch ? Antworten suchen und handeln, dann muss ein so stolzes und erfolgreiches Land nicht längr jammern und betteln.
Ansonsten muss der hilfsbereite Deutsche doch befürchten, dass er mit seinen Spenden nur den Wohlstand weniger finanziert.