Um die weitere Ausstattung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft müssen sich die Erben von Adi Dassler Sorgen machen, um ihren Ruf in der Widerstandszene eher nicht. Denn der Aufstand des Gewissens, der seit Tagen rund um Heiligendamm tobt wie ein Sturm im Wasserglas, trägt Adidas. Geschult offenbar am Vorbild von Fidel Castro, dem großen alten Mannes einer möglichen besseren Welt, der sich gestern in einer wunderschönen blau-weiß-roten Creation aus Herzogenaurach vor die Kameras des staatlichen kubanischen Fernsehens setzte, schwören , wie auf vielen Bildern aus Heiligendamm zu sehen ist, zahllose Protestler auf die funktionelle und gleichzeitig schöne Mode des Weltkonzerns aus der deutschen Provinz. Nike hat keine Chance, der nicht weniger globalisierte deutsche Konkurrent der Amerikaner ist in. Adidas bietet sich als Ausstatter für Proteste gegen die immer schlimmer werdende weltweite Globalisierung geradezu auf dem silbernen Tablett an. Mehr als 90 Prozent der Produkte des Traditionsunternehmens werden von nach europäischen Maßstäben äußerst zurückhaltend entlohnten Arbeiterinnen und Arbeitern in Indonesien, Thailand, Pakistan und China hergestellt. Zudem betätigte sich Adidas in den letzten Jahren mit dem Kauf eines französischen Ski-Ausstatters und der amerikanischen Sportmodefirma Reebok nebenberuflich, aber nachdrücklich als Heuschrecke. Die Aktivisten in Kühlungsborn und Heiligendamm tragen den Protest nun quasi in ihren Schuhen auf die Straße – und das im Gegensatz zum Deutschen Fußballbund, der für sowas ganz globalistisch Geld nimmt, auch noch völlig ehrenamtlich und kostenfrei.
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