Panikmache contra Ästhetik?

Klimawandel scheint derzeit eines der prominentesten Themen in der Medienlandschaft darzustellen. Energiepolitik, der Kampf um Rohstoffe, Trinkwasserverknappung und Armut folgen ihm auf dem Fuße. Der Begriff Nachhaltigkeit kommt oft zu kurz, denn ein reines Umweltthema stellt dieser Begriff nicht dar. Über dessen Definition und wie sich dieser als selbstverständliche Leitlinie

bildss.JPGKlimawandel scheint derzeit eines der prominentesten Themen in der Medienlandschaft darzustellen. Energiepolitik, der Kampf um Rohstoffe, Trinkwasserverknappung und Armut folgen ihm auf dem Fuße. Der Begriff Nachhaltigkeit kommt oft zu kurz, denn ein reines Umweltthema stellt dieser Begriff nicht dar.

Über dessen Definition und wie sich dieser als selbstverständliche Leitlinie für menschliches Denken und Handeln mit Hilfe der Medienlandschaft kommunizieren lässt, wurde während der “Woche der Umelt” im Rahmen der Veranstaltung “Global Challenges – Nachhaltigkeit als Kommunikationsaufgabe” debattiert, zu der vier Experten geladen waren: Karsten Zimmermann, Daniel Zwick, Dr. Matthias Miersch und Klaus Hofmann. Die Moderation führte Fabian Brandt.

Neue Ansatzmöglichkeiten schaffen

“Alarm schlagen oder Lustgewinn und Ästhetik” – das schien hier die Frage aller Fragen. Beides ist wohl hier geboten. Denn einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer darin, dass Verbraucher neben der nötigen Klarheit und einschlägigen Fakten auch Ansatzmöglichkeiten für ihr eigenes Leben brauchen. Ein gutes Beispiel sei hier der Film “Eine unbequeme Wahrheit” von Al Gore gewesen, betonte der Moderator Fabian Brandt von fischerAppelt, profiling.

Matthias Miersch, Mitglied des Deutschen Bundestages, plädierte demzufolge auch für eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Des weiteren stellte er heraus, dass sich nachhaltiges Wirtschaften auch in Privathaushalten lohnen würde. Die Bereitschaft, auch über die Zukunft der kommenden Generationen nachzudenken, müsse also gestärkt werden. Auch Daniel Zwick, Redakteur der Zeitschrift Euro, war sich sicher: Ein Überdruss an diesem Themenkomplex “Klimawandel” könne aufgrund seiner Vielfältigkeit gar nicht auftreten. Auch Debatten um die so genannte Klimalüge fänden hier ihre Berechtigung.

Klaus Hoffmann, Leiter der PR Schott AG, sprach von einer “Feuertaufe der globalisierten Welt”, denn diese müsse am Thema Nachhaltigkeit festgemacht werden. Miersch erhob die Stimme für einen stärkeren Einsatz der Politik, die gefragt sei, etwa in der Mobilindustrie verbindliche Obergrenzen für CO2-Ausstosswerte zu schaffen und Unternehmen zu Selbstverpflichtungen anzuregen. Hoffmann stimmte Miersch in diesem Punkt zwar zu, dass der Klimaschutz in die Gesetzgebung müsse, äußerte jedoch auch Bedenken, dass Deutschland nicht allein zu weit vorangehen könne, wenn in der Konsequenz Industrie und Wettbewerbsfähigkeit darunter leiden müssten.

“Man fängt einen Artikel am besten mit einem Erdebeben an.”

Was die Frage der teilweise starken Emotionalisierung des Themas anbelangt, beurteilte Zwick diese als legitimes Mittel, die Leute “immer wieder wachzurütteln” gestreng nach einem beliebten journalistischen Grundsatz: “Man fängt einen Artikel am besten mit einem Erdbeben an und steigert dieses dann noch langsam…”

Alle Teilnehmer waren sich in der Frage einig, dass die Politik lernen müsse, über die eigene Legislaturperiode oder sogar über die eigene Generation hinauszudenken, um dem Thema Nachhaltigkeit künftig besser gerecht zu werden.

Nach der Diskussion fragte die Readers Edition einige Teilnehmer der Runde zu ihrer persönlichen Definition des Begriffs Nachhaltigkeit und nach dessen optimaler Kommunikation in den Medien.

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(Nicole Oppelt, Frank Herrmann, Felix Kubach)

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