Schüler mit der “Polarstern” unterwegs – ein Bordtagebuch 3

Die Polarstern ist wieder unterwegs in eisige Gewässer. Hatte sie vor kurzer Zeit noch in zum Teil tropischer Hitze im Atlantik geforscht (“Mit der “Polarstern im Atlantik unterwegs: Messungen zum Klima und zur Atmosphäre”), ist sie nun auf großer Fahrt nach Nordnorwegen und Spitzbergen, wo die europäischen Tiefseeökosysteme untersucht werden.

fadfs.jpg

Die Polarstern ist wieder unterwegs in eisige Gewässer. Hatte sie vor kurzer Zeit noch in zum Teil tropischer Hitze im Atlantik geforscht (“Mit der “Polarstern im Atlantik unterwegs: Messungen zum Klima und zur Atmosphäre”), ist sie nun auf großer Fahrt nach Nordnorwegen und Spitzbergen, wo die europäischen Tiefseeökosysteme untersucht werden. Die Expedition ist in drei Teiletappen untergliedert, sie verläuft im Rahmen eines lang geplanten Projektes zum Polarjahr 2007/08. Bis zum 21. Juni begleiten vier junge Schüler die Bordwissenschaftler auf ihrer Reise und werden für die Readers Edition davon berichten (2. Etappe [23.6.-9.7.] : Wissenschaftler; 3. Etappe [10.7.-25.7.] : Lehrer). Lesen Sie hier den Wochenbericht von Aline U. Munyaruguru, Rune Erlandsen, Steffen Wittek und Gesche Funk.

.

Tag 6 – Gelber Kugelfisch zum Mittag (67° 21′ N | 9° 3′ E)

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen hatten wir heute endlich unser Interview mit einem der Helikopterpiloten. Zwar hatten wir schon mehrere nette Gespräche mit Ulrich Michalski, aber heute war es uns möglich, tiefer in die “Helikoptermaterie” einzudringen.

Als das JAGO, das bemannte Mini-Tauchboot des IFM-GEOMAR aus Kiel, in der Mittagszeit abtauchen sollte, wollte das Navigationssystem leider nicht funktionieren, so dass der Tauchgang verschoben werden musste, aber es war interessant, dieses schon mal in seinem Element zu sehen. Es glich einem gelben Kugelfisch der nicht untergehen wollte. Zum Glück war der Fisch am Ende doch in der Lage zu tauchen, um die Unterwasserwelt in Videos festzuhalten und erste Proben zu entnehmen.

Den ganzen Tag über hatten wir eine irreal wirkende spiegelglatte See, so dass es nur folgerichtig erschien, auf eine computersimulierte Umgebung zu schließen.

Tag 7 – Erste eigene Proben (67° 30′ N | 9° 25′ E)

Heute haben wir für das Aquarium Wasser geschleppt, genau genommen 216 Liter. Aber wir wurden belohnt! Abends hat Professor Laurenz Thomsen Proben für uns “allein” mit dem JAGO an die Wasseroberfläche gebracht, darunter befand sich auch eine sehr große schöne Koralle. Wir mussten unsere neuen Freunde schnell nach unten in den Kühlraum bringen, damit sie uns noch eine Weile für unsere Versuche erhalten bleiben.

JAGO2.JPG

——————————

Tag 8 – Wale gesichtet! (69° 9′ N | 12° 41′ E)

Heute erfüllten wir das Klischee einer gewissen Subkultur, deren Mitglieder sich nur innerhalb von Gebäuden aufhalten und hinter geschlossenen Jalousien verbergen, weil wir fast den ganzen Tag damit verbracht haben, unsere Berichte zu schreiben. Das führte dazu, dass wir zu den traurigen Menschen gehörten, die keine Wale gesehen haben. Da wir auch keine Zeit hatten, uns auf die Lauer zu legen, waren wir am Ende des Tages ein bisschen traurig.

Am Vormittag hatten Aline und Rune eine kleine Abwechslung, sie konnten Nadelpräparate (von uns auch “Schwammkuchen” genannt) herstellen.

Am Abend haben wir noch einen genaueren Blick auf unsere Korallen von gestern geworfen. Unter diesen befanden sich auch mehrere Schlangensterne – leicht zerbrechliche Tiere! – die wir uns auch unter dem Mikroskop angeguckt haben und erstaunt feststellen mussten, dass diese kleinen Viecher Zähne haben.

www.edu-hermes.org/polarstern

Teil 2 lesen Sie hier: klick

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Pingback: Readers Edition » Mit der “Polarstern” unterwegs - ein Bordtagebuch: Abschlussbericht