Attac-Sprecher und Mitbegründer Sven Gigold hat sich in einem Interview mit der Berliner Zeitung (Samstagsausgabe) als Folge der Proteste gegen den G8 Gipfel dafür ausgesprochen, zukünftig mit eigenen Ordnern der Polizei die Arbeit zu erleichtern.
Im Umgang mit Demonstranten, die, im Gegensatz zu Attac, Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung nicht ablehnen, schlägt er vor – nicht ohne dies als seine eigene Meinung zu kennzeichnen – einen eigenen Ordnerdienst seitens der Veranstalter solcher Demonstrationen zu etablieren. Aus Gigolds Perspektive war die „Mobilisierung dagegen [den Gipfel, die Red.] ein Erfolg für die globalisierungskritische Bewegung“, die zu der erfolgreichsten Blockade in der Geschichte der Gipfelproteste geführt habe. Allein überschattet wurde dieser Erfolg der Globalisierungskritiker durch die Ausschreitungen am 2. Juni in Rostock.
Zwar ist Gigold durchaus bereit ein differenzierteres Bild des sogenannten Schwarzen Blocks zu zeichnen, indem er sagt, dass „dieses Bild vom gewalttätigen Schwarzen Block ja als Ganzes überhaupt nicht“ zutrifft. Dennoch verlangt er, dass aufgrund jener, die „die Demonstration für Gewalt missbraucht“ hätten, Attac zukünftig „Konsequenzen“ ziehen müsse, um eine Wiederholung dessen zu vermeiden. Die einzige denkbare Konsequenz ist seiner Meinung nach eben die Einrichtung eines eigenen „Ordnerdienstes“, um den Umgang mit solchen Situationen „nicht der Polizei [zu] überlassen. Wir haben gesehen, dass die falsch reagiert.“.
Wie das tatsächlich funktionieren soll, wie ein solcher Ordnerdienst gegenüber gewaltbereiten Demonstranten oder prügelwütigen Polizisten Weisungsbefugnisse erlangen soll oder wie dadurch zukünftig der Einsatz von Agents Provocateurs seitens der staatlichen Ordnungsmacht verhindert werden soll – darüber schweigt sich Gigold aus.
Man darf gespannt sein, wie solcherlei Vorschläge bei dem, an eher undogmatische Umgangsweisen gewöhnten, Umfeld ankommen. Gigold verweist jedoch darauf, dass bereits in Rostock „viele Demonstranten von sich aus Menschenketten gebildet haben, um Gewalttäter zu isolieren“.
Nur die gewaltbereiten Acht, derentwegen der ganze Gipfel stattfand, waren besser isoliert. Aber die hatten ja auch einen Zaun und nicht nur Kapos.
Photo Quelle/ Copyright: dkonstrukt, cc creative commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 (via flickr)
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