Scannen im 3D-Format – neue Wege des Datentransfers

Sie wollten Ludwig van Beethoven schon immer mal fühlen? Oder ihren Atavar aus Second Life modellieren und real anfassen? Vielleicht sogar ein eigenes Designmöbelstück kreieren? Moderne 3D-Drucker machen dies an und für sich bereits seit einigen Jahren möglich. Jede beliebige 3D-Figur kann aus Gips modelliert werden. Natürlich maßstabsgetreu und in

3d.jpgSie wollten Ludwig van Beethoven schon immer mal fühlen? Oder ihren Atavar aus Second Life modellieren und real anfassen? Vielleicht sogar ein eigenes Designmöbelstück kreieren? Moderne 3D-Drucker machen dies an und für sich bereits seit einigen Jahren möglich.

Jede beliebige 3D-Figur kann aus Gips modelliert werden. Natürlich maßstabsgetreu und in Farbe. Leider waren diese 3D-Drucker bisher sehr teuer (circa 30.000 Euro) und daher eher für Industrieunternehmen interessant. Jetzt wird diese Technologie revolutioniert. Nach dem PC kommt der “P3D” (Personnel 3D-Drucker). Im Laufe der letzten zehn bis 20 Jahre hat die Elektronikindustrie daran gearbeitet immer perfektere Geräte zu bauen, die möglichst originalgetreue Kopien, Drucke, Emailimages oder Faxe gewährleisten. Allerdings immer nur zweidimensional. Jetzt werden erfolgreich Scanner erzeugt, die gleiches mit dreidimensionalen Bildern und Gegenständen tun.

Preisgünstige Methoden zum 3D-Scannen

Bisher funktionierte das Verfahren folgendermaßen: Neben einer einfachen Kamera benötigen Nutzer noch einen Laser, dessen Optik eine Linie projiziert. Den Laser ließ man während der Aufzeichnung per Hand über das Objekt gleiten. Aus den Daten berechnet die Software das dreidimensionale Abbild und zeigt es zeitgleich auf dem Bildschirm an. Die Software generiert die dreidimensionalen Abbilder. Der Gegenstand wird so lange mit dem Laser abgetastet, bis das Ergebnis überzeugt.

An sich ist diese Erfindung nichts Neues in den Techniklabors. Jedoch schlugen die 3D-Scanner bisher mit einigen Zehntausend Dollar zu Buche. Aber jetzt fangen Hobbyisten und Kleinunternehmen an, aus preisgünstigen Versionen der Werkzeuge einen Nutzen zu ziehen. Laserscanner mit einer Reihe von Kameras können Digitalmodelle von Gegenständen schaffen, die alle bedeutenden Winkel, Spalten, Ecken und Kanten von den wirklichen Sachen verschlüsseln. Zum Beispiel können sie einen Tischlaserscanner bereits um 2.495 Dollar bei NextEngine in Santa Monica, Kalifornien, kaufen. Er ist in der Lage kleine Gegenstände zu digitalisieren. Die zu scannenden Dinge müssen nur auf seinen sechs Zoll breiten Plattenteller passen!

Revolution der 3D-Technik

Aber das Einscannen ist nur die halbe Ernte. Minico-Industrien verwendet etwa Drucker, die in einem Prozessverfahren die gescannten Gegenstände aus purem, monochromem ABS-Plastik “bauen”. Die Digitalmodelle können vergrößert oder vor dem Druck wiedergefärbt werden. Die Welt der Technik beginnt sich gerade, mit den Implikationen dieser relativ preisgünstigen 3D-Kopier-Methode (Prototyping) auseinander zu setzen.

So erzeugen Hörgeräteproduzenten zum Beispiel eine an die Gewohnheit des Trägers angepasste Telefonmuschel. Das Ohr wird einfach gescannt und in der Originalform des Patienten ausgedruckt. Aber auch Ärzte verwenden die 3D-Technik, um Praxismodelle von Patientenknochen zu bauen. Und Museen bauen Artefakte von Kunstgegenständen. So können die Museumsbesucher den Gegenstand erfühlen, ohne das echte Kunsterzeugnis zu beschädigen. Auch könnte sich sehr bald ein potenzieller Markt der dreidimensionalen Porträtmalerei entwickeln, um seine eigene Büste für die Unsterblichkeit und als Andenken an die Hinterbliebenen zu schaffen.

Photo Quelle/ Copyright: miscpix, cc creative commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 (via flickr)

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