25.000 Strafanzeigen hat die deutsche Musikindustrie nach eigenen Angaben in den letzten Monaten gegen Leute erstattet, die auf Tauschbörsen Musik zum Herunterladen angeboten haben. Die Verfahren, allein 40 bis 50 im Monat im Bereich der Magdeburger Staatsanwaltschaft, enden nach Aussage eines Musik-Verbandsvertreters nach außergerichtlichen Vergleichen mit Schadenersatzzahlungen in der Höhe von durchschnittlich 2.300 Euro. Durch illegales Downloaden entstehe der Branche schließlich ein Schaden von etwa einer Milliarde Euro im Jahr, auch wenn die Zahl der illegalen Downloads im letzten Jahr auf 374 Millionen Musiktitel zurückgegangen sei.
Das Verwunderliche an der Pressemitteilung, in der das alles steht, ist aber natürlich das, was nicht drin steht: Wieviel dieser Strafanzeigen mündeten in einer Anklage? Gemeldet wurde bislang keine. Wieviel Fälle, die nicht angeklagt wurden, werden ohne Schadenersatzzahlung eingestellt? Angaben dazu Fehlanzeige.
Wie auch zur wichtigsten, rätselhaftesten Frage, die schon in den Bereich musikalischer Mathematik reicht: Wenn ein legaler Download zu Preisen um 1,29 Euro zu haben ist, wie kann durch das illegale Downloaden von 374 Millionen Musiktiteln ein Schaden von einer Milliarde Euro entstehen? Nach grober PPQ-Rechnung würde die Industrie im Falle des legalen, also bezahlten Downloads dieser fraglichen 374 Millionen Musiktitel doch nur eine Einnahme von etwa 482.000.000 Euro generieren? Wir bitten um Aufklärung.
Quelle: politplatschquatsch.blogspot.com
Photo Quelle/ Copyright: Lucio , cc creative commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 (via flickr)
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