Publikum für Gottesdienst gesucht!

Trotz der teils wirklich beeindruckenden Bilder des Kirchentages, trotz des immer noch vor dem geistigen Auge verharrenden Bildes deutscher Freude über den neuen Papst, es fehlt den Kirchen an Publikum. Immer weniger Jugendliche finden Ihren Bezug zu Gott in den traditionellen Gebetshäusern. Kirchenaustritte und offen zur Schau gestellter Atheismus werden

PICT0042.jpgTrotz der teils wirklich beeindruckenden Bilder des Kirchentages, trotz des immer noch vor dem geistigen Auge verharrenden Bildes deutscher Freude über den neuen Papst, es fehlt den Kirchen an Publikum. Immer weniger Jugendliche finden Ihren Bezug zu Gott in den traditionellen Gebetshäusern. Kirchenaustritte und offen zur Schau gestellter Atheismus werden zusehends zu einem alltäglichen Begleiter der deutschen Jugend.

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Verliert die Kirche die Jugend oder die Jugend etwa Gott?

Auf einen fehlenden Modernisierungsprozess innerhalb des römisch – katholischen Glaubens wird bei derartigen Diskussionen meist verwiesen, jedoch ergeht es der evangelischen Kirche keineswegs besser.

Erschreckend und zugleich ernüchternd wirken sich dagegen die immer häufiger aufzufindenden Meldungen über Kirchenverkäufe der Lutheraner sowie der Katholiken.

Ist Kirche einfach nicht mehr „in“? Brauchen junge Menschen heutzutage keinen Glauben?

Junge Menschen unserer Breitengrade suchen immer unabhängiger nach einem Sinn, einem Wegweiser für Gut und Böse, einem Halt in schlechten Zeiten. Weg von den in Stein manifestierten Glaubensordnungen der Kirchen, hin zu einem modernen Glauben – unverbraucht von etwaigen Grauzonen der christlichen Geschichte wie zum Beispiel den Kreuzzügen und Ablässen.

Tradition und Altbewährtes scheinen in jungen Ohren, zumindest in der breiten Masse, keinen Anklang mehr zu finden. Was nun also tun? Für die Kirchen löst dies schließlich eine Kettenreaktion von Unannehmlichkeiten aus, die eine weniger glorreiche Zukunft vermuten lässt. Priesterseminare wie beispielsweise das altehrwürdige St. Peter in Schwarzwälder Höhenlage verweisen im Eiltempo, amtierende Pfarrer tragen das Kreuz einer Doppel und Dreifachbelastung und vielerorts erscheinen die einst hell erleuchteten, von Freude und Barmherzigkeit geprägten Kirchen, als verlassen und verwahrlost.

Wird Pilgern zum christlichen Alltag?

Eine mögliche Zukunftsvision ist die einer infrastrukturell zentral angesiedelten Kirche, die ihre „Kleinfilialen“ zunehmend in die freie Wirtschaft entlässt. So könnte man etwa eine Faustregel in der Art entwickeln, dass man einen Kirchenradius von beispielsweise 15 Kilometern einführt und weitere Kirchen innerhalb dieser Einheit ausrangiert. Doch was wird dann später aus den vielen außerplanmäßig genutzten Kirchen? Bibliotheken, Restaurants oder vielleicht gar Diskotheken? Und ist es den älteren, gesundheitlich oftmals angeschlagenen Mitbürgern zuzumuten, jeden Sonntag, aufgrund des zurückzulegenden Weges, ähnlich eines Bußgangs zu gestalten?

„Mein“ altgedienter Stadtpfarrer sagte zu diesem Thema schlicht: „Die Jungen werden wieder mehr zur Kirche finden und die Kirche wird sie in Zukunft auch vermehrt wieder suchen müssen.“

Sein Wort in Gottes Ohr.

Kommentare

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  1. Mal ganz ehrlich, was bietet die Kirche denn an? Gottesdienste waren schon zu meiner Konfirmandenzeit langweilige Pflichtveranstaltungen.

    Ich glaube die “Jugend” hat Gott nicht verloren, sondern die Kirche. Viele brauchen die Kirche nicht mehr um Gott zu finden, denn sie suchen ihn/sie/es in sich selbst.

    Die Kirchen haben kein Angebot mehr, denn sie basieren auf dem hierarchischen, patriarchalischen Weltbild, das wenigen Macht gibt, und den Einzelnen – so er sich nicht anpassen will – ausgrenzt.

    Mit reinen “Events” wie Kirchentagen, kann nur ein kurzfristiger Erfolg erlangt werden.