Autor Wolfram Leytz, vom GEZ-gesponsorten Preisträger des Grimme-Online-Awards 2007 in der Kategorie Information (hier die Begründung der Jury), sinniert in seiner Rolle als Journalist der ARD und aus Anlass eines Beitrages bei blogpiloten.de über Blogger, Leser und seine eigene Zunft – ‘Sind Blogger die besseren Journalisten?’.
Vorab geschrieben: Er beantwortet diese Frage nicht. Er sortiert und hierarchisiert Rollen der Schreiber im Soziotop Internet. Leser und Blogger als nette, manchmal geifernde Helfer des im Elfenbeinturm sitzenden Profi-Allrounders, der den Info-Dschungel durchforstet. Leytz weiter:
“Aber was muss ich wirklich wissen, was ich sonst vermissen würde? Dafür ist Journalismus da.”
Thema, Autorschaft, Mitteilungsdrang und Lust am Schreiben sind und bleiben die Motivationen eines Menschen, seinen Text zu veröffentlichen. Das Internet hat nun dazu die Einfachheit und das Tempo geliefert. Die Empfänger werden zu Sendern – so sie denn wollen. Vielfalt und Dezentralität prägen diese Struktur und fördern die Assoziativität und manchmal auch die Ermüdung bei der Betrachtung eines Themas. Kommentare und Meinungsaustausch aktivieren dann wieder und ein initialer Beitrag wird zum Meta-Thema und findet weitere Herausforderer und dient als Ideengeber für weitere Beiträge.
Diese Art der Informationsübertragung, als aktuelles Beispiel mag die Vorveröffentlichung der Preisträger des diesjährigen Grimme-Online-Awards und deren Verbreitung per Screenshot und Kommentierung in der Blogosphäre gelten, und Rezeption durch die Empfänger-Sender sind mit den Aktivitäten Abrufen, Lesen, Verstehen sowie Weiterreichen, Kommentieren und Reflektieren interaktiv und bidirektional. Diese Abläufe in den digitalen Sphären kann kein Journalist allroundmäßig erfassen oder nachbauen. Soweit lässt sich feststellen: Es gibt eine neue Qualität durch das digitale Publizieren.
Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit wird in unterschiedlicher Ausprägung erreicht. Es vernetzen sich Webseiten thematisch, es gibt Autorenzusammenschlüsse auf einer Seite und redaktionell arbeitende, offene Plattformen für multimediale Beiträge mit pluraler Rubrizierung. Nebeneinander existierend, ist bei allen Formen der Verbreitung eines Beitrages der Hauptfaktor der Autor. Ob er sich Blogger oder Journalist nennt, wird nur den interessieren, der eine Abgrenzung benötigt und in seinen Zirkeln verbleiben will (siehe dazu: Haltungen, Popper und Moneten von Tom Schimmeck).
Abschließend ein Zitat aus einem Kommentar von Marcel (Autor des Blogs Mein Parteibuch) auf den eingangs erwähnten Artikel:
“Unbeantwortet lassen möchte ich die Frage, ob ich aufgrund meiner Unabhängigkeit besser schreiben kann als Journalisten, die für Geld schreiben. Die Leser mögen selbst entscheiden, ob sie das, was ich schreibe, lesen möchten.”
[audio:http://ackerball.podspot.de/files/Blogger%20sind%20Journalisten%20sind%20Autoren.mp3]
Photo Quelle/Copyright: rabbleradio, cc creative commons, Namensnennung 2.0, (via flickr)
Langer Rede – kurzer Sinn.
Alle diese Fragen, gestellte, latent schwelende, nicht zu stellen gewagte,
beantwortet Chefredakteur Swinton der “New York Times” in einem ver-
öffentlichten Statement, das man u.a. sogar bei Wikipedia unter “New
York Times”, dort auf der Diskussionsseite stehend, nachlesen kann.
Geändert, variiert – hat sich seit Swintons Momentaufnahme N I CH T S.
ach so, john swinton gab das 1880 von sich, gilt aber heute noch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:The_New_York_Times
Turbo