Volly Tanner traf Peggy Stübing vom Zirkus “Willibaldini” im Brandenburger Haus der Offiziere zu Getränk und Gespräch…
VT: Hallo, Peggy. Du arbeitest ja mit Kindern an einem Zirkus, wie muss ich mir das denn vorstellen? Die Kinder machen Quatsch und setzen sich rote runde Nasen auf? Oder was geschieht bei Euch?
PS: Hi Volly. Die Geschichte mit den roten runden Nasen gibt’s bei uns schon – aber dann ist das harte Arbeit und verlangt eine Menge Konzentration und vor allem gegenseitige Rücksichtnahme und Miteinander von den Kindern. Aber ganz von Vorne: Unser Kinder- & Jugendzirkusprojekt “Willibaldini” gibt es seit etwa zwei Jahren und momentan probieren sich 16 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren regelmäßig einmal in der Woche zwei Stunden an verschiedenen Zirkuselementen aus – Kugel laufen, Rola Bola, Einrad fahren, Trampolin springen, Rope Skipping (Langseil springen), Stelzen laufen, Jonglage mit Tüchern, Bällen, Ringen und Keulen, Diabolo spielen und Poiswinging. Zusätzlich veranstalten wir im Sommer eine Woche ein Sommerlager mit den Trainingsschwerpunkten Rhythmus und Clownerie.
Unsere Zirkuskinder sind zum Teil Kinder, die im Rahmen von ambulanter Jugendhilfe betreut werden, aber auch ganz normale (oder normal verrückte) Kinder. Auf diesem Weg haben sie die Chance, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten Erfolge zu erzielen und Anerkennung zu erlangen. Da das Training circensischer Techniken allein kaum möglich ist, lernen die Zirkuskinder die Arbeit miteinander, gegenseitige Hilfestellungen, aber auch die Übernahme von Verantwortung für den Anderen.
Da Zirkus ohne Publikum kein Zirkus wäre, organisieren wir jedes Jahr als krönenden Abschluss des Sommerworkshops einen großen Auftritt, bei welchem wir eine Geschichte mit Hilfe von Zirkusmaterialien erzählen.
VT: Und was machst Du da direkt?
PS: Alles, was irgendwie mit Öffentlichkeitsarbeit, Organisation und Planung zu tun hat, ist hauptsächlich mein Part. Ansonsten lege ich sehr viel Wert auf eine gute Teamarbeit mit meinen beiden Kollegen und vertraue auf gemeinsame Entscheidungen. Da man so viele Kinder bei einer solch individuellen Arbeit nicht unter einen Hut bekommt, arbeiten wir immer mit zwei Trainern. Wir erklären Techniken, geben Tipps und Hilfestellungen, zeigen Tricks. Wenn die Kinder eine Grundtechnik, zum Beispiel Kugellaufen beherrschen, entwickeln wir mit den Kindern zusammen neue Herausforderungen an diesem Gerät, experimentieren gemeinsam. Bei all dem geben wir die Sicherheit und den Rückhalt, den Kinder benötigen, um experimentieren zu können. Tja, und da letztendlich das gesamte Trainieren und Üben für die Kinder in einer Präsentation vor Publikum gipfeln soll, ist die eigentliche Königsdisziplin unserer Arbeit das Choreographieren von Nummern mit den verschiedenen Materialien und den sehr unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder. Das bedeutet in der Praxis, dass wir ein großes Oberthema für eine Vorstellung entwerfen und anschließend mit den Kindern gemeinsam entscheiden: Welche Zirkustechniken sollen auf die Bühne? Wer möchte an welcher Nummer mitwirken? Was kann jeder individuell dazu beitragen? Welche Musik soll welche Nummer begleiten und unterstreichen? Dabei versuchen wir möglichst alles eine “Teamentscheidung” sein zu lassen. Auch die Nummern an sich entstehen mit den Kindern gemeinsam – unsere Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die verschiedenen Meinungen und Wünsche der Kinder zu sammeln und dann Kompromisse zu finden, mit denen die Kinder zufrieden sind UND die dem Publikum ein Erlebnis bieten.
VT: Da stellt sich natürlich die Frage, wie so ein doch recht umfangreiches Projekt finanziert wird. Es geht ja schließlich um die Zukunft – die Kinder. Gibt’s da genug Unterstützung?
PS: Wir haben von August 2005 bis Juni 2006 eine Anschubfinanzierung von 5000xZukunft bekommen – damit konnten wir einen Großteil der Materialien und eine große Jurte als Auftrittsmöglichkeit kaufen. Auch der Sommerworkshop im letzten Jahr war somit durchfinanziert. Innerhalb dieses Förderjahres haben wir es geschafft, eine feste Gruppe zu etablieren und somit unseren Träger – den Humanistischen Regionalverband Brandenburg/Belzig e.V. - von der Qualität unserer Arbeit und dem Wert des Projektes für die teilnehmenden Kinder zu überzeugen.
Seit Juli 2006 trägt sich das Projekt zu einem großen Teil aus Eigenmitteln des Vereins. Einige Kinder im Projekt sind stark auffällig in ihrem Sozialverhalten und haben daher durch das Jugendamt diese Form der Gruppenarbeit, bzw. pädagogischen Betreuung im Rahmen von Jugendhilfe bewilligt bekommen. Dieses Geld bildet finanziell das zweite Standbein des Projektes. Außerdem zahlen die Eltern einen Monatsbeitrag von fünf Euro für ihre Kinder, bzw. zehn Euro für den Sommerworkshop. Wie lange die Beiträge für die Familien so günstig bleiben, wird sich im Verlauf der Zeit zeigen – wir hoffen, dass wir weiterhin für jedes interessierte Kind den Zugang zum Projekt ermöglichen können.
VT: Wie und wo können Euch denn interessierte Menschen (zum Beispiel, um Euch finanziell unter die Arme zu greifen) finden?
PS: Im Internet findet man unseren Träger unter www.humreg.de – der Weg zum Zirkusprojekt führt über den “Pädagogik”-Link auf dieser Seite. Per E-Mail erreicht man uns unter c.fiebig@humreg.de oder Tara-Shiva@gmx.de. Natürlich sind wir auch auf dem guten alten Postweg zu erreichen. (Zirkusprojekt Willibaldini, Humanistischer Regionalverband, Willibald-Alexis-Straße 28, 14772 Brandenburg). Wer persönlich bei uns vorbeischauen möchte, ist herzlich eingeladen, uns montags zwischen 14 und 16 Uhr in der Turnhalle der Förderschule für Erziehungshilfe in der Kleinen Gartenstraße in Brandenburg einen Besuch abzustatten.
VT: Danke, Peggy, wir wünschen Dir und dem Team – natürlich auch den Kindern nur Gutes und ein erlebnisreiches Vorwärts.
Hey meine Name ist Anastasia! Und ich habe eine ganz große bitte an sie . Ich suche eine bekannte von mir. Sie soll bei Ihnen sein? Sie heisst (Laila)- Anastasia Neumann. Ich wollte fragen ob Sie die kennen ? Bitte das ist wichtig denn ich suche Sie schon lange und ich hoffe ihr könnt mir helfen . Sie muss jetzt ungefähr 6 jahre sein und ihre Mutter heist Rita. Ich würde mich freuen wenn sie sich ganz schnell melden … Ich hoffe Sie können mir weiter helfen das ist mir ziemlich wichtig .
Danke schon mal im voraus !
Mit freundlichen Grüßen
Anastasia