In der heutigen Zeit scheint es immer mehr den Trend zu geben nicht mehr an Gott zu glauben oder zumindest spielt Religion vor allem bei vielen Jugendlichen eine untergeordnete Rolle. Was früher noch eine große Ausnahme bildete, ist heute Alltag geworden.
Im Gegenzug nimmt die Bedeutung der Religion im nahen Osten erschreckende Züge an.
Im Namen ihres Gottes gehen Selbstmordattentäter freiwillig in den Tod in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Auffällig ist, dass Religion besonders Menschen anspricht, die sich in Notlagen und in schlechten Lebensverhältnissen befinden. Der Glaube gibt ihnen die Möglichkeit ihre Hoffnung auf eine bessere Welt und ein besseres Leben nicht aufgeben zu müssen. Durch die Religion können sie vor der Wirklichkeit flüchten.
Religion ist ebenfalls eine riesige Konfliktquelle. Im Gazastreifen töten sich religiöse Extremisten, nur weil der Gegenüber an einen anderen Gott glaubt, als er selbst. Man denke auch nur an die Kreuzzüge, wo Menschen “im Namen Gottes” ganze Länder einnahmen und Tausende töteten. Da stellt sich doch die Frage, ob man ohne einen Gott nicht besser dran ist.
Wenn ein Gott so all mächtig ist, wieso wollte er all das Leid auf der Welt nicht verhindern?
Die Antworten gläubiger sind schwammig. Einige sagen Gott wäre ohnmächtig und würde die Menschen auf der Erde in Ruhe lassen und sie sich selbst überlassen. Aber liegt die Schlussfolgerung, dass es gar keinen Gott gibt nicht viel näher?
Wieso halten so viele Menschen noch so an ihrem Glauben fest, obwohl es eigentliche zu wenige Beweise für die Existenz eines transzendenten Wesens gibt?
Ich denke, viele Menschen haben einfach nur Angst. Sie haben Angst nach ihrem Tod durch “Nichtglauben” alle Chancen auf ein Leben nach dem Tod verspielt zu haben. Denn der Mensch möchte ewig leben und sich alle Möglichkeiten auf ein weiteres Leben auch nach dem Tod offen halten.
Auf der anderen Seite spielt Religion in unserer westlichen Gesellschaft eine immer geringere Rolle. Unserer Gesellschaft geht es im Gegensatz zu Teilen des Nahen Osten und der dritten Welt sehr gut. Wir haben keine existenziellen Sorgen. Hunger und Durst muss kein Mensch der Industrieländer ertragen. Also wieso sollte man an Gott glauben? An eine Kirche (katholisches Christentum) glauben, die einem Regeln auferlegt, die nur wenige befolgen wollen und zu dem noch jeden Sonntag in die Kirche gehen müssen? Viele Menschen halten nur noch an einem sehr lockeren Glauben fest: Ab und zu mal in die Kirche und provisorisch Kirchensteuer bezahlen. Die ältere Generation bildet sicherlich noch einen Großteil der Kirchgänger. Doch Jugendliche sieht man selten. Das liegt sicherlich an der jugendlichen Unlust auf Veranstaltungen zu gehen, in denen lange Predigten gehalten werden und mit denen sie sich nicht identifizieren können.
Andererseits stellt sich doch die Frage, ob Religion noch aktuell ist?
Sicherlich bietet Religion für viele Menschen eine große Stütze in schwierigen Situationen und ich möchte auf keinen Fall gläubige Menschen verurteilen. Ich möchte nur eine weitere Option neben dem Glauben aufzeigen, die heute immer mehr Anhänger findet: Atheismus.
“Atheismus“ steht im weiteren Sinn für die Abwesenheit des Glaubens, dass es göttliche Wesen gibt, und im engeren Sinn für den Glauben, dass es keine göttlichen Wesen gibt.
Viele Philosophen wie der Aufklärer Emanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel beschäftigten sich mit dem “Nichtglauben”. Hier möchte ich primär die Theorie Feuerbachs vorstellen, da sie meiner Meinung nach die interessanteste ist. Feuerbach stellt den Menschen, als ein Wesen hin, dass Bedürfnisse und Wünsche besitzt; bleiben diese unerfüllt, versucht der Verstand des Menschen diese mit Hilfe seiner Phantasie zu erfüllen. Die Konsequenz der Projektion seiner unerfüllten Wünsche ist die Religion. Der Glaube an Gott ist also nichts anderes, als die Projektion der menschlichen Wünsche in ein transzendentes Wesen, das auf immanenten, natürlichen Bedürfnissen beruht.
Feuerbachs Theorie bildete die Grundlage für Karl Marx‘ Religionskritik, die er neben seiner kommunistischen Ideologie ebenfalls verfasste. Eine Aussage beschreibt seine Theorie wohl am besten: “Die Religion ist das Opium des Volkes!” Religion verzerre demnach also die Wirklichkeit. Die Aussage trifft vielleicht in anderem Zusammenhang auch heute noch eine Rolle. Ein Beispiel wären die Selbstmordattentäter, für die Religion eine Flucht aus der für sie elenden Wirklichkeit ist.
Atheismus ist meiner Meinung nach die reine Schlussfolgerung aus jahrelanger wissenschaftlicher Forschung, die biblische Aussagen fast komplett widerlegen. So ist die biblische Entstehung heutzutage absolut überholt durch die Evolutionstheorie. Es ist für mich unverständlich in der heutigen Zeit noch ein transzendentes Wesen zu glauben, dass über allem steht und den Mensch lenkt. Hat denn die Aufklärung nichts bewegt? Muss der Mensch wirklich noch von Gott gesteuert werden? Sind wir in unserer Entwicklung nicht weit genug, uns selbstständig zu entfalten und frei von der Angst vor einem schlechterem “Sein” nach dem Tod zu denken. Ich denke, in der Religion besteht die sehr große Gefahr das individuelle Ich des Menschen durch moralische und ethische Regeln, die in vielen Fällen absolut überholt scheinen, einzugrenzen.
Ein Beispiel für so eine irrationale Einschränkung wäre das Verhütungsmittelverbot der katholischen Kirche. Aufklärung und die Vergabe von Kondomen in der teilweise sehr gläubigen Dritten Welt könnte Leben retten. Nur aufgrund alter Schriften, die vor 2000 Jahren verfasst wurden und den Bedenken alter Männer in Rom, Millionen Menschen sterben zu lassen, widerspricht doch absolut jeglicher menschlichen Logik.
Falls man einen gläubigen Menschen fragt, wieso er glaubt, ist die Antwort meist sehr stockend. Mir scheint es so, als ob viele Menschen gar nicht wissen, wieso sie glauben. Religion ist nur ein Überbleibsel der Vergangenheit, das aus Gewohnheit erhalten bleibt. Denn in einem Punkt ist man sich ja sicherlich einig, die Existenz Gottes ist bisher nicht bewiesen und es ist zweifelhaft, ob sie jemals erfolgen wird. Deshalb halte ich es wie mit der Wissenschaft, so lange es nicht experimentell nachgewiesen und mit Fakten untermauert ist, glaube ich an keinen Gott.
Ein weiterer Grund für den Atheismus wäre vollkommen unabhängig zu sein und sich nach keinen moralischen und ethischen Grundsätzen, die teilweise sehr veraltet sind vor allem in der katholischen Kirche, zu richten. Das schlichtweg größte Argument ist natürlich die Nicht-Existenz eines transzendenten Wesens, das sich jeglichen wissenschaftlichen gesetzten entzieht.
Zum Schluss möchte ich noch einmal feststellen, dass sich Religion und gläubige Menschen nicht verurteile, ich bewundere sie sogar, wenn der Glaube ihnen Halt und Rückhalt im Leben bietet. Allerdings verurteile ich es, wenn Religion Menschen manipuliert und ihnen versucht, ein falsches Bild von der Wirklichkeit zu geben. Religion sollte niemals einen Menschen daran hindern, frei zu denken und sich selbst frei entfalten zu können. Religion sollte den Verstand nicht eingrenzen, sondern ihn vielmehr erweitern. Und jeder gläubige Mensch sollte seinem Glauben einmal hinterfragen und sich mit den Regeln dieser auseinandersetzten. Außerdem sollte man sich fragen, wieso man überhaupt glaubt.
Wer davon nicht überzeugt ist, dass es immer mehr “Nichtgläubige” gibt, sollte einmal in einer Oberstufe auf einem Gymnasium nachfragen, wie viele noch wirklich gläubig sind…
Mund-zu-Mund-Verbreitung war damals üblich. Nur weil Jesus nichts aufgeschrieben hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass die Bibel nur auf Erfindungen beruht.
Und historisch nachweisbar ist die Figur Jesus im Übrigen sehr wohl. Sie hat existiert. Nur ob sie eben tatsächlich Wunder vollbracht hat ist doch fragwürdig. Es gab zu der Zeit übrigens viele sogenannte Wunderheiler.