Motor der Jobmaschine JadeWeserPort stottert

“Der JadeWeserPort wird als einziger deutscher Tiefwasserhafen tideunabhängig auch die größten weltweit in Planung befindlichen Containerschiffe voll beladen abfertigen können. Am Terminal werden vier Liegeplätze für Schiffe mit bis zu 430 m Länge, 16,5 m Tiefgang und 12.000 TEU (TEU: twenty-foot equivalent unit = 20ft-Container) Ladekapazität entstehen… …Die Kailänge wird

hjtjftp.jpg“Der JadeWeserPort wird als einziger deutscher Tiefwasserhafen tideunabhängig auch die größten weltweit in Planung befindlichen Containerschiffe voll beladen abfertigen können. Am Terminal werden vier Liegeplätze für Schiffe mit bis zu 430 m Länge, 16,5 m Tiefgang und 12.000 TEU (TEU: twenty-foot equivalent unit = 20ft-Container) Ladekapazität entstehen…

…Die Kailänge wird 1750 m betragen, die Terminaltiefe 650 m. Für die Verladung werden 18 große Post-Panamax-Containerbrücken mit je 60 Meter Ausladung eingesetzt. Das Containerterminal selbst wird 120 Hektar groß, für Speditionen stehen 170 Hektar als so genannte Logistikzone zur Verfügung. Die Schaffung der Flächen erfordert die Aufspülung von 45 Millionen Kubikmeter Sand. Als Umschlagkapazität werden 2,7 Mio TEU im Jahr angegeben. Zum Vergleich: Hamburg schlägt heute pro Jahr rund 5,3 Millionen Container um und will bis 2010 den Umschlag auf mehr als zehn Millionen verdoppeln.” (Wikipedia)

Eine Job-Maschine soll der JadeWeserPort sein, ein “Jahrhunderprojekt”. Doch in die Pötte kommen sie nicht. SPD und Grüne zweifeln im niedersächsischen Landtag schon länger an der Fertigstellung im Jahre 2010 – und demnächst zoffen sich die beiden Bieter für das Baulos I vor Gericht.
Ministerpräsident Christian Wulff und Verkehrsminister Walter Hirche betonen immer wieder den hohen Stellenwert des Vorhabens an der Jade, das rund 900 Millionen Euro verschlingen wird. Auch die Bundeskanzlerin erwartet positive Auswirkungen für die gesamte Nordwest-Region und hat sich als Kanzlerkandidatin im August 2005 in einem Interview mit der Wilhelmshavener Internet-Zeitung 2sechs3acht4 festgelegt: “Die Planfeststellungsbeschlüsse werden Ende 2005 vorliegen. Der erste Spatenstich ist für Anfang 2006 zu erwarten.”

Kein Spatenstich

Doch dann galt, weil das Jahr 2005 inzwischen vorüber war: “Baubeginn ist im Herbst 2006.” Das Land hatte mit der Eurogate einen Betreiber für den JadeWeserPort gefunden, der Vertrag wurde am 25. April 2006 unterschrieben, am 13. Juli 2006 bezog der Betreiber an der Jade ein Büro. Die Panne beim Einzug war möglicherweise bezeichnend: Projektleiter Hans-Jürgen Fritsch erschien pünktlich, der Möbelwagen blieb in einem Stau stecken. Dennoch blieb auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen in einem Gespräch mit der “Wilhelmshavener Zeitung” am 26. August 2006 dabei: “Aller Voraussicht nach wird die Genehmigung im Herbst vorliegen.” Bremen sitzt mit Niedersachsen in einem JadeWeserPort-Boot, der Hafen allerdings rückt immer weiter aus Sichtweite.

Grüne vs. Verkehrsministerium

Und nun machen sie sich auch noch lustig über die JadeWeserPort-Träumereien in Wilhelmshaven? Das “Handelsblatt” beispielsweise hat den Baubeginn bereits ins nächste Jahr verlegt und fügt am 14. Juni 2007 hinzu: “Wenn sich der Bau nicht verzögert, soll der Hafen im Jahre 2016 fertig sein.” Angesichts der vielen Verzögerungen klingt das nun wirklich nach Hohn und Spott.

Weniger höhnisch kommt das “Delmenhorster Kreisblatt” daher. Dort heißt es am 15. Juni 2007 zur Inbetriebnahme: “…voraussichtlich im Jahre 2011″.

Doch: Die EU beteiligt sich mit 50 Millionen Euro am JadeWeserPort. Allerdings: Die müssen bis November 2008 verbaut sein. Darauf reagiert das niedersächsische Verkehrsministerium neuerdings mit dem Hinweis, dass man dieses Geld auch für andere Projekte ausgeben könne. Dem haben die Landtags-Grünen am heutigen Freitag widersprochen: “Damit diese Fördermittel nicht verfallen, müssen bis Ende des Jahres 2008 über 200 Millionen Euro verbaut und mit Brüssel abgerechnet sein. Nur das Tiefwasserhafenprojekt hat das Bauvolumen, um diese Gelder zu nutzen.”

Und futsch ist dieses Geld für den JadeWeserPort…

Kommentare

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  1. Und wird der Weserport gebaut, sind die Arbeitsplätze in Hamburg, Bremen und Rotterdam futsch und 50 Millionen die woanders sinnvoller eingestzt wären perdu.

    Das erinnert sehr an die schon sprichwörtlichen Müllersubventionen, der mit viel Bundesmitteln und EU-Knete eine Molkerei in Ostdeutschland baute nur um dann seine westdeutsche Molkerei, die sogar noch 10 Mitarbeiter mehr beschäftigte zu schließen.

    Sieht man sich die Außenhandlsbilanz der EU an, könnte man 50 Millionen sehr gut bei der Erforschung einheimischer Energiequellen gebrauchen. Z.B. um Hanfpellets zu entwickeln, denn die ertragsstärkste einheimische Pflanze schreit sozusagen nach Verstromung und Einsatz in der Wohnraumheizung.