In knapp eineinhalb Jahren, am 4. November 2008, wird der 56. Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Zwei der derzeit aussichtsreichsten Kandidaten sind die beiden Demokraten Hillary Clinton und Barack Obama. Dass Politiker auch auf das Internet als Werbefläche setzen, ist nicht wirklich neu. Ob nun wie Barack Obama auf der neuen Facebook-Plattform oder Hillary Clinton mit ihrem Youtube-Aufruf, man ist sich des Potentials bewusst, das in den weiten Welten des Webs schlummert. Mitte Mai fragte Hillary etwa die User des weltweiten Videoportals bezüglich “einer der bedeutendsten Fragen” um Rat – dem passenden Song zu ihrer Wahlkampagne, mit einem spöttischen Zwinkern, “egal welcher Song ausgewählt würde, ihn nicht öffentlich zu singen”.
[youtube 3FV7XU-TLMU]
Eine Woche später wurden in einem nicht unwitzigen zweiten Beitrag einige angeblich eingesandte Beiträge von Freaks vorgestellt, darunter jedoch auch wie zufällig ein Song von Celine Dion. Das beste an diesem Clip: Während der Song ertönt, sieht man die Frau, der sonst “der Charme einer Parkuhr” nachgesagt wird, hingegeben zur Musik schunkelnd.
[youtube LClOHUFUC5g]
Doch wer sich hier noch erhofft hat, Hillary Clinton würde tatsächlich an ihrem von Vielen immer wieder kritisierten “biederen” Image feilen wollen, wurde spätestens beim Betrachten des gesamten Musikvideos enttäuscht. Die Musik… gut, darüber lässt sich wie immer streiten, doch die Bilder dazu sind an langweiliger Steifheit kaum zu übertreffen: Frau Clinton, wie sie von einem Wahlkampfort zum nächsten hechelt, immer freundlich, immer lächelnd. Stets mit diesem für sie so typisch künstlich-gezwungenen Ausdruck, dem man den ganzen Stress immer irgendwie ansieht. “You and I were meant to fly higher than the clouds…” (“Du und ich, wir sind dazu bestimmt, höher als die Wolken zu fliegen…”) – so der Refrain des Songs von Celine Dion, die eigentlich Kanadierin ist, und dennoch für eine Amerikanerin singt.
[youtube ionFwC1UUUw]
Ganz anders dagegen kommt ein Song daher, der sich tatsächlich – zumindest bei den Jüngeren – als effektvoller Wahlkampfsong für Barack Obama erweisen könnte: “I got a crush on Obama” (Verknallt in Obama) ist sexy und verspielt. Das “Obama-Girl”, eine heiße Schönheit haucht Sätze in die Kamera wie “You can barack me tonight” (gesungen von Leah Kaufmann, im Video gespielt von Amber Lee Ettinger). Manche vermuten hinter dem sehr professionell gedrehten Clip eines angeblichen Fans, der es in wenigen Tagen bis auf knapp zwei Millionen Klicks gebracht hat, Obama selbst als Auftraggeber. Bislang soll er dies zumindest nicht ausdrücklich dementiert haben.
[youtube wKsoXHYICqU]
via tagesspiegel.de, spiegel.de u.a.
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