Die vier großen deutschen Energieversorger – RWE, Eon, EnBW und Vattenfall – kämpfen um ihre Monopolstellung. Sie wollen längere Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke, planen neue Kohlekraftwerke und machen riesige Gewinne.
In dieser Situation wollen sie natürlich alles so belassen wie es ist. Klimaschutz? Nebensache! Gefahr durch AKWs? Unsere sind sicher!
Doch die Bundesregierung will auch beim nächsten Klimagipfel im Kanzleramt in dieser Woche an ihren ehrgeizigen Klimaschutzzielen festhalten. Und das heißt:
40% weniger CO2-Emissionen und eine Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2020 – gemessen an 1990.
Da bislang jedoch erst 19% Emissionen eingespart wurden, müssten bis 2020 noch 21 % zusätzlich reduziert werden. Praktisch bedeutet das: Rascher Ausbau der Erneuerbaren Energien, ernsthafte Einsparungen und intelligentere Nutzung von Energie. An tausenden Beispielen in ganz Deutschland ist längst bewiesen, dass die Klimaschutzziele der Bundesregierung realisierbar sind. Die neuen Träger einer Energiewende sind freilich weniger die alten Monopolisten, sondern Millionen Hausbesitzer, zehntausende Bauern, Mittelständler, Handwerker und Investoren. Und daran sind die bisherigen Energiemonopolisten natürlich nicht interessiert.
“Die Kanzlerin soll erpresst werden.”
Deshalb nannte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz am Wochenende in der Süddeutschen Zeitung die Klimaschutzziele der Bundesregierung „unrealistisch“. Er drohte mit dem bekannten Totschlagargument der Großindustrie: „Abwanderung energieintensiver Industrien und Verlust von bis zu einer halben Million Arbeitsplätzen“. Die Kanzlerin soll erpresst werden.
Der Manager übersieht, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien weit mehr Arbeitsplätze schafft als in der alten Energiewirtschaft verloren gehen. Dies ist tausendfach bewiesen. Aber die Vertreter der alten Energiewirtschaft blenden alle Chancen durch erneuerbare Energien aus. Und sie verbreiten Angst und Schrecken. Die Umwelt und die Lebenschancen für Kinder und Enkel sind ihnen völlig schnuppe. In das gleiche Horn von Vergangenheitsversessenheit und Zukunftsvergessenheit bläst ein Geheimpapier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, das aber rechtzeitig vor dem Klimagipfel bekannt wurde.
Ekkehard Schulz sagte ferner: „Klimaschutz kostet Geld“. Da hat er Recht. Aber er übersieht, dass kein Klimaschutz noch viel mehr Geld kostet. Der frühere Chefvolkswirt der Weltbank, Sir Niklas Stern, hat im Auftrag der englischen Regierung errechnet, dass die weitere Erderwärmung mindestens zehnmal mehr Geld kostet als der Schutz des Weltklimas wie ihn die Bundsregierung jetzt ernsthaft betreiben will!
Im Sinne der Zukunft unserer Kinder ist der Regierungschefin zu empfehlen: Kanzlerin, bleibe hart! Klimaschutz für alle ist wichtiger als der Profit weniger Ewiggestriger.
Quelle:
Franz Alt 2007
Es zeigt sich hierbei, wie begrenzt das kapitalistische System agiert, daran wird sich wohl kaum etwas ändern. Die Unternehmen interessieren sich nun mal nur für sich selbst, das ist doch klar und kann kaum jemanden verwundern. Ich denke aber nicht, dass man überhaupt in der Logik des Systems großartig etwas ändern kann.
Wie wollen wir so die Welt von der Klimakatastrophe retten, wenn als Argument immer mit ökonomischen Drohungen jegliche progressive Politik abgewürgt wird. Das die Politiker oftmals nur Strohmänner der Wirtschaft sind, ist nichts neues, diese sitzen ja in den Aufsichtsräten der Konzerne. Dieses Handeln ist sogar verfassungswidrig, da die Parlamentarier primär Volksvertreter sein müssen, wie soll das bei diesem Interessenkonflikt geschehen.
Die viel propagierte westliche Freiheit findet hier ihr Ende. Warum sollen diese Unternehmen nicht verstaatlicht werden? Diese können folglich einem höheren Zweck dienen, einem Zweck der den Erfordernissen der Bevölkerung und der Menschheit Rechnung tragen.