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Politik + Klimawandel + Nachhaltigkeit

Kanzlerin, bleibe hart!

Samstag, den 30. Juni 2007 um 16:27 Uhr von Franz Alt
Wird Angela Merkel hart bleiben und an ihren ehrgeizigen Klimaschutzzielen festhalten? Photo: screenshot wdr.de

Die vier großen deutschen Energieversorger - RWE, Eon, EnBW und Vattenfall – kämpfen um ihre Monopolstellung. Sie wollen längere Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke, planen neue Kohlekraftwerke und machen riesige Gewinne.

In dieser Situation wollen sie natürlich alles so belassen wie es ist. Klimaschutz? Nebensache! Gefahr durch AKWs? Unsere sind sicher!

Doch die Bundesregierung will auch beim nächsten Klimagipfel im Kanzleramt in dieser Woche an ihren ehrgeizigen Klimaschutzzielen festhalten. Und das heißt:
40% weniger CO2-Emissionen und eine Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2020 – gemessen an 1990.

Da bislang jedoch erst 19% Emissionen eingespart wurden, müssten bis 2020 noch 21 % zusätzlich reduziert werden. Praktisch bedeutet das: Rascher Ausbau der Erneuerbaren Energien, ernsthafte Einsparungen und intelligentere Nutzung von Energie. An tausenden Beispielen in ganz Deutschland ist längst bewiesen, dass die Klimaschutzziele der Bundesregierung realisierbar sind. Die neuen Träger einer Energiewende sind freilich weniger die alten Monopolisten, sondern Millionen Hausbesitzer, zehntausende Bauern, Mittelständler, Handwerker und Investoren. Und daran sind die bisherigen Energiemonopolisten natürlich nicht interessiert.

“Die Kanzlerin soll erpresst werden.”

Deshalb nannte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz am Wochenende in der Süddeutschen Zeitung die Klimaschutzziele der Bundesregierung „unrealistisch“. Er drohte mit dem bekannten Totschlagargument der Großindustrie: „Abwanderung energieintensiver Industrien und Verlust von bis zu einer halben Million Arbeitsplätzen“. Die Kanzlerin soll erpresst werden.

Der Manager übersieht, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien weit mehr Arbeitsplätze schafft als in der alten Energiewirtschaft verloren gehen. Dies ist tausendfach bewiesen. Aber die Vertreter der alten Energiewirtschaft blenden alle Chancen durch erneuerbare Energien aus. Und sie verbreiten Angst und Schrecken. Die Umwelt und die Lebenschancen für Kinder und Enkel sind ihnen völlig schnuppe. In das gleiche Horn von Vergangenheitsversessenheit und Zukunftsvergessenheit bläst ein Geheimpapier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, das aber rechtzeitig vor dem Klimagipfel bekannt wurde.

Ekkehard Schulz sagte ferner: „Klimaschutz kostet Geld“. Da hat er Recht. Aber er übersieht, dass kein Klimaschutz noch viel mehr Geld kostet. Der frühere Chefvolkswirt der Weltbank, Sir Niklas Stern, hat im Auftrag der englischen Regierung errechnet, dass die weitere Erderwärmung mindestens zehnmal mehr Geld kostet als der Schutz des Weltklimas wie ihn die Bundsregierung jetzt ernsthaft betreiben will!

Im Sinne der Zukunft unserer Kinder ist der Regierungschefin zu empfehlen: Kanzlerin, bleibe hart! Klimaschutz für alle ist wichtiger als der Profit weniger Ewiggestriger.

Quelle:
Franz Alt 2007

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9 Reaktionen zu “Kanzlerin, bleibe hart!”

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  1. LS

    am 30. Juni 2007 um 17:58 Uhr | Link | Kommentar melden

    Es zeigt sich hierbei, wie begrenzt das kapitalistische System agiert, daran wird sich wohl kaum etwas ändern. Die Unternehmen interessieren sich nun mal nur für sich selbst, das ist doch klar und kann kaum jemanden verwundern. Ich denke aber nicht, dass man überhaupt in der Logik des Systems großartig etwas ändern kann.

    Wie wollen wir so die Welt von der Klimakatastrophe retten, wenn als Argument immer mit ökonomischen Drohungen jegliche progressive Politik abgewürgt wird. Das die Politiker oftmals nur Strohmänner der Wirtschaft sind, ist nichts neues, diese sitzen ja in den Aufsichtsräten der Konzerne. Dieses Handeln ist sogar verfassungswidrig, da die Parlamentarier primär Volksvertreter sein müssen, wie soll das bei diesem Interessenkonflikt geschehen.

    Die viel propagierte westliche Freiheit findet hier ihr Ende. Warum sollen diese Unternehmen nicht verstaatlicht werden? Diese können folglich einem höheren Zweck dienen, einem Zweck der den Erfordernissen der Bevölkerung und der Menschheit Rechnung tragen.

  2. Rainer Hoffmann

    am 30. Juni 2007 um 18:39 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ich bin gespannt, wann die Politiker endlich mal anfangen über “Kilowattstunden-Energie” zu reden und zu diskutieren, die Deutschland benötigt, um als zukunftsfähiger Industriestaat zu überleben und konkurrenzfähig zu bleiben.

    Denn wenn man nämlich mal die Kilowatt-Leistung der Ökoenergien ins Blickfeld rückt und analysiert, wird feststellen, dass man mit den “Öko-Energien” keinen
    “Industriestandort Deutschland” am Leben halten kann. Der Bedarf an Kilowattstunden wird dadurch nicht gedeckt.

    Wenn man bedenkt, dass seit 30 Jahren die GRÜNEN Deutschland “beherrschen” und seit 30 Jahren erwärmt sich angeblich das Klima und nun behaupten die GRÜNEN, wir hätten 30 Jahre lang keinen Umweltschutz betrieben, dann stelle ich die Forderung die GRÜNEN endlich mit den Männern mit den weissen Kittel abholen zu lassen.

  3. paule

    am 1. Juli 2007 um 07:54 Uhr | Link | Kommentar melden

    Rainer wenn Du die Kraftwerke nicht erneuerst, die die Ökoenergie aus den letzten Jahrmillionen verbrennen und so den bisher gebundenen Kohlenstoff aus der Erdgeschichte in die Atmosphäre zurückgeben, wird es in Deutschland auch ganz schnell einen Energiemangel geben.

    Von daher ist der Zeitpunkt ideal die bestehenden Kraftwerke durch ökologische abzulösen.

  4. Rainer Hoffmann

    am 1. Juli 2007 um 08:21 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ja ???
    Dann lese mal das Buch von dem Cambridge-Professor Thomas Gold “Biosphäre der heissen Tiefe”, schaue hier:
    http://www.edition-steinherz.de/Die_Bucher/Biosphare/biosphare.html

    Da gibt es z.B. interessante Fragestellungen, die die GRÜNEN wahrscheinlich garnicht gerne hören:

    Warum stößt man in sehr tiefen Bohrlöchern, die tiefer als jede Sedimentablagerung hinunterreichen, auf Erdöl, das ebenfalls biologische Reste enthält?

    Warum findet man Erdöl in Diamanteinschlüssen, die unter sehr hohem Druck entstehen, wie sie nur in extremen Tiefen vorkommen?

    Warum gibt es viel mehr Erdöl, als sich aufgrund der biologischen Überreste aus früheren Zeiten erwarten und berechnen lässt?

    Warum füllen sich Öl- und Gasfelder wieder auf, und manchmal sogar so schnell wie man sie leerpumpen kann?

    Die Kohlenwasserstoff-Theorie über die Entstehung von Erdöl, Kohle und Erdgas, die Thomas Gold in seinem Buch beschreibt, ist in den asiatischen Ländern weiterverbreitet, als die “fossile Entstehungstheorie”, die in den westlichen Ländern angeblich für die Entstehung von Erdöl herangezogen wird.

    Thomas Gold stellt kritische Fragen über Phänomene , die mit der “fossilen Theorie” nicht erklärbar sind, und versucht mit der “Kohlenwasserstofftheorie” Antworten zu geben.

  5. paule

    am 1. Juli 2007 um 08:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    Rainer und mit dem Glauben forderst du immer noch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Da wird ja unsere Atmosphäre mit noch viel mehr belastet als mit den Kohlenstoffen der pflanzlichen Ursprungs.

    Also wirklich, nur weil Du einmal einem miesen Sonnenkollektorenverkäufer aufgesessen bist, solltest Du nicht die systematische Vergiftung (zumindest aus menschlicher Sicht) der Erde fordern.

  6. Rainer Hoffmann

    am 1. Juli 2007 um 08:42 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nochmal Ja ???
    dann schaue mal hier:
    http://www.solarresearch.org/tagesschau20070408.htm

    Es gibt weltweit gegenwärtig 53 aktive Vulkane.
    Bekommen diese Vulkane auch CO2-Zertifikate von der deutschen Bundesregierung ??

    Am 15.05.2006 (also vor über 1 Jahr) hatte die TAGESSCHAU eine ähnliche “Widerspruchssendung” gebracht…damals über den Vulkan MERAPI.
    Diese Sendung kann ich auch noch zur Verfügung stellen.
    Wenn man die Tagesschau-Redaktion auf diesen Widerspruch anspricht, bekommt man von der tagesschau-Redaktion keine Antwort !!!

  7. Paule

    am 1. Juli 2007 um 09:06 Uhr | Link | Kommentar melden

    Rainer, alles was Du aufzählst muss doch den letzten Zweifler zum Ökofanatiker machen. Bei mehreren Vergiftungsquellen die der Mensch nicht im Griff hat, ist es sträflich leichtsinnig noch weitere menschengemachte und somit unnötige Gifte der Atmosphäre hinzuzufügen.

    Wann ziehst Du endlich die Konsequenzen aus deinem reichhaltigen Links ? Zumindest Du kannst dich nicht mehr mit Unwissen rausreden.

  8. Rainer Hoffmann

    am 1. Juli 2007 um 09:18 Uhr | Link | Kommentar melden

    Was für eine Logik !!
    Wieso soll ich den Ausstoss von CO2 eindämmen, wenn die Natur (siehe Vulkane)
    es laufend vormacht, wie man CO2 in Unmengen in die Luft bläst.
    Da die Politiker und auch die IPCC nicht vorhersagen und ermitteln können, wieviel
    Vulkanaktivitäten es in Zukunft geben wird und man auch die natürlichen Kohleaussgasungen in China ein vielfaches an CO2-Ausgasungen bedeuten, lasse ich mir von Ökologisten nicht den “schwarzen Peter” zu scheben.

    Normalerweise müsste man mit deser CO2-Argumentation sofort jede Pelletsheizung
    verbieten, aber man hat ja den “Trick” mit dem “CO2-neutral” erfunden.

    Woher weiss denn das Klima, dass das CO2 von einer Pelletsheizung kommt und deshalb angeblich nicht schädlich ist, weil es ja CO2-neutral ist ???

    Meine Forderung ist:
    Wann werden die Ökologisten endlch strafrechtlich wegen Betrug verfolgt ??

  9. paule

    am 1. Juli 2007 um 10:02 Uhr | Link | Kommentar melden

    Was das für eine Logik ist ? Na, logisch eine logische.

    Auch wenn deine Sätze absurd sind, ist ich gehe mal deine Emotionen durch.

    Nachmachbeispiel:
    Zahlreiche Raubtiere fressen Menschen, trotzdem kann das nicht als Vorwand dienen, das Menschen ebenso verfahren.

    Schwarzer Peter:
    Dir schiebt keiner den Schwarzen Peter zu Du holst ihn dir freiwillig.

    Natürliche Kohleausgasungen:
    Hier gilt das vorher gesagte, man sollte nicht Öl ins Feuer hießen.

    Dummes Klima:
    Richtig, Klima hat keine Intelligenz.

    CO²-Neutral:
    CO²-neutral bedeutet, das der Energiespeicher Pflanze bei seiner Verwertung nur Stoffe abgibt die er zuvor der Umwelt entnommen hat.

    Und selbstverständlich ist diese recht archaische Ökoenergie ist natürlich nur eine Übergangslösung bis biomassenunabhängige Speichertechnologien entwickelt sind.

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