Festnahmen, Gerüchte über Sprengsätze, Einschränkungen im Flugverkehr und dem öffentlichen Leben – von den gegenwärtigen Terrorakten in England spricht die halbe Welt. Ludwig de Braeckeler allerdings greift auf OhmyNews den wieder aktuellen Fall des Lockerbie-Anschlags 1988 auf und schreibt über die Hintergründe, die dazu führten, dass der 2001 in dem Zusammenhang angeklagte und inhaftierte libysche Agent, Abdelbaset Ali Mohmed al-Megrahi, erneut Berufung einlegen darf.
Über OhmyNews’ eigenes Thema, Bürgerjournalismus, liest man heute einen neuen Artikel von Ranjit Goswami über das International Citizen Reporters Forum 2007 berichtet. Dort war auch Jang yoon-sun, die ein Interview-Portrait des Kameruner Bürgerjournalisten Amin George Forji veröffentlicht hat, der darin unter anderem über die Beziehungen zwischen seinem Land und China spricht. An dieser Stelle sei noch einmal auf die hervorragende Sammlung von Artikeln zum Thema Bürgerjournalismus auf Ohmynews hingewiesen.
Eine Auszeichnung für seine journalistischen Leistungen hat der indonesische Autor Goenawan Muhammad erhalten – einen langen und persönlichen Artikel dazu schreibt Rudy Ronald Sianturo. Ansonsten unter den Top News der Seite zwei Sportberichte: Über Baseball in den USA (Major League Baseball) und Football in Australien.
Über die Tatsache, dass die Terroristen der jüngsten Anschläge in London Ärzte waren, denkt Juan Cole nach und sucht eine Antwort auf die Frage, was relativ gut situierte Bürger dazu bringen könnte, solche Taten zu begehen. Liberally Conservative ist von dem Blog von Michael Yon aus dem Irak bewegt und schreibt über Kämpfe in Bagqubah. Auf der Meinungsseite „Opinion Column“ stellt Marginal Revolution die Frage, ob die Verlierer der Globalisierung wohl für ihre Lage entschädigt werden müssten, und auf der Society Seite findet sich ein recht giftiger Kommentar von Rob Port, einem „konservativen politischen Kommentator aus North Dakota“ zu Schwedens Alkoholpolitik.
Wie bereits gestern ist der Krieg zwischen Hamas und Fatah Thema der vorgestellten Blogs auf Global Voices. Amira Al Hussaini – Arabeyes – hat sich in der arabischen Blogosphäre umgeschaut und übersetzt Teile des Blogs von Clandestino, der seine Wut darüber auslässt, wie schmutzig der Krieg zwischen Hamas und Fatah wird. Der Fund von Sex-Videos, auf denen Minister und hochgestellte Beamte zu sehen sind, sei nur ein Beispiel dafür. Über die Verhaftung von 33 Studenten, die der Muslim Brotherhood angehören, schreibt der ägyptische Blogger Abdulmonem Mahmood. Einem Richter vorgeführt seien die jungen Männer bislang noch nicht. Abdulmonem Mahmood und allen Ägyptern gewidmet ist ein Video von Ahmed Sharif. Ansonsten erfahren wir aus der arabischen Welt von einer Hochzeit und dem Besuch einer toten Großmutter bei der Bloggerin Bent Masreya.
Emmanuel.K. Bensah aus Ghana ist überrascht, wie positiv Ghanaer wie z.B. Got Lights? trotz Energiekrise, Währungswechsel und üble Zustände an den Universitäten, über die man in Ewomis Blog lesen kann, ihr Land beschreiben. Aus Ghana, aber über das Nachbarland, berichtet Sarpong Obed—Ready to Chew und stellt den rechten Ablauf der Wahlen in Nigeria in Frage.
Einen Streifzug durch libysche Blogs unternimmt Fozia Mohamed und trifft auf Französisch-Libysche Verbindungen während eines Musicfestivals, das A. Adam bespricht. Ernster der Ton von Khadijateri, der bemerkt, dass libysche aber in den USA geborene Bürger statt in die amerikanische Botschaft zugelassen zu werden, sich mit der öffentlichen und exponierten Lage eines Cafés in der Nähe arrangieren müssen, wenn sie ein Visum beantragen wollen.
Einen kleine Fotostrecke zu Marocco hat Jilian York zusammengetragen.
In dem Ressort Stuff findet sich heute ein Artikel der Redakteurin Sarah Rich über die Subjektivität von Karten – die trotz Google Maps und Google Earth bestehen bleibt. Das kann aus Versehen geschehen, oder aber absichtlich – z.B. mit dem Ziel, Unrecht und Gewalt transparent zu machen, wie es auf Google Earth’s Crisis of Darfur Project geschieht.
Ein neues Podcast gibt es zu hören: Jennifer Leonard spricht mit Marko Peljhan, dem Betreiber eines weltweiten Radio Netzwerks, Project Atol.
Foto von Renato Guerra via Flickr. Copyright: creative commons, bestimmte Rechte vorbehalten.
Ein leicht in die Irre führender Titel!