Peter wackelt irgendwie komisch beim Gehen oder genauer gesagt zucken seine Arme etwas seltsam, während er sich fortbewegt. Peter mag Gehen, mag es zu gehen, er geht gern. Logo könnte er sich teleporten, wie alle anderen, aber Peter geht, find ich, irgendwie sympathisch; wir leben ja nicht mehr im siebzehnten Jahrhundert, oder?
Ich sitze neben Peter, während er also zuckelt und ruckelt beim Gehen. Parkinson. Die Hände. Sie wissen schon, denk ich mir und denk an den alten Beduinen, der Parkinson bekam weil er zu viele Ziegenkehlen aufschlitzte – sieht ja irgendwie auch spastisch aus, wie Peter da zu seinem Jet hingeht. Er hat ja mehrere Jets und auch einen Hubschrauber wie im echten Leben, naja fast wie im echten Leben, hat er einen Hubschrauber, nur der hier ist ein wenig größer, ganz groß ist er und macht haluzinierende Rotorengeräusche; die klingen geil, sagt Peter. Er mag die Rotorengeräusche sogar ganz besonders, ohne die Rotorengeräusche, die sind ja wirklich fast schon realistisch, hätte er den Heli niemals gekauft für eine handvoll Lindendollars. War ja auch gar nicht mal so teuer, wenn man so vergleicht, war ja gar nicht teuer der Heli, und wir bewegen uns zusammen zu seinem Jet hin, eins zwei, eins zwei, brav ruckelnd bewegen wir uns spastisch zu Peters Jet.
Und dann fliegen wir. Fliegen, du alter Menschheitstraum
Ist ja ein Fünfsitzer Peters Jet, passen fünf Avatare rein in das Ding, und das macht aber gar keine Geräusche, zumindest jetzt noch überhaupt nicht. Ein Massenlader ist das, für fünf Avatare, hör ich ihn sagen, und zwei Einsitzer hab ich auch noch, sagt Peter, die sind schneller als der Fünfsitzer, meint er weiter und dann steigen wir ein. Er tippt einen Befehl und wir attachen uns, so geht das hier, eins zwei, eins zwei, attachen, Maus bewegen so geht das, geht das und wir hängen dann also irgendwie an dem Jet dran. Die Perspektive kann man auch wechseln. Fetzengeil findet Peter das alles, während wir das Geschehen mitverfolgen, immer brav Perspektiven wechseln, wie in echt fast schon, nur da liegen ja lauter Tote rum da unten, aber egal, die Zeiten ändern sich schließlich unaufhörlich. Und dann fliegen wir. Fliegen, du alter Menschheitstraum, den Tod hat doch auch wieder nur so ein schlauer Kopf vorprogrammiert, sag ich zu Peter und er tippt was in die Konsole, holt irgendein Objekt aus dem Versteck raus, hab das ja schon alles ausprobiert, probierte es ja auch schon mal aus und wurde in mein zweites Leben reingespuckt, in die third life church später, da war Max und die Maggie und die hielten sich an den Armen und Händen und waren auch so schrecklich spastisch, alle sind so schrecklich spastisch hier, ist ja auch schon älter, sechs Jahre alt die Technologie, sagt man ja so.
Fort. Schritt. Immer weiter, eins zwei, eins zwei. Klick. Objekt her, brav. Yeah, Yeah, the birds. Einfach am Holoport ausgespuckt wurde ich damals, na bravo, die Witzbolde, und total nackert klatschen sie dich da hin in vollem Bewusstsein, hast ja nicht die unschuldigen Ozeansaugen eines Neugeborenen, und alle andern auch nackt und immer neue werden reingeklatscht, schon eine echte Party ist das hier und fliegen kann man wie Superman – yeah, yeah the birds – sagt der Kassmannhuber, weil der ist ja auch da, schau mal rüber. Hat einen Helm an, der Kassmannhuber und zwei Ohrverlängerungen, total irreal, guck mal der Kassmannhuber in seinem minimierten Spielsystem, das sich dreht mit den zwei Würmern als Ohrwaschelverlängerungen, wie lustig und Maggie nebendran schon komplett angezogen. Minirock, die ganze Staffage. Fast so scharf wie die Realität ist das hier, meine Güte, und wir sehen uns dann später bei der alten Birke, ja?
Bier kann man auch trinken hier, halt fast trinken, du verstehst.
Denk ich mir noch verdammt, wie alt bist du eigentlich. Sieht man ja hier nicht, wie alt man ist, wie alt du bist und wie du eigentlich aussiehst, aber vielleicht ist das sowieso besser wenn man nicht sieht, wie du aussiehst, könnte ja ein grausliger Anblick sein, Pech des Zuschauers halt. Guck ma, da unten schon wieder Tote! Ist halt alles sehr minimiert hier drin, sag ich zu Peter. Wir fliegen jetzt zum Yachthafen, sagt er und nimmt einen Schluck Bier, aber echtes Bier. Bier kann man auch trinken hier, halt fast trinken, du verstehst. In der virtuellen Bar. Egal, wir fliegen jetzt auf schnellstem Weg zu diesem Yachthafen. Weil den Yachthafen, den will mir Peter noch zeigen. Alles nur zweitklassige Phänomene, weißt du, ist ja radikale Minimalstarchitektur, die ich hier mache, sagt Peter und schaut dabei ein wenig blöde aus der Wäsche, denk ich mir, ist ja Radikalminimalarchitektur, mit der ich mich hier befasse und vor allem befassen kann, sagt er, weil ich es eben kann, verstehst du?
Ist ja das erste mal überhaupt in meinem Leben und das Land hier, guck mal rum hier, und Peter zittert mit dem linken Arm nach links und mit dem rechten Arm nach rechts und zeigt mir sein Land. Hat ihn nur eine Handvoll Lindendollars gekostet, sagt er und nimmt einen kräftigen Schluck aus der Bierflasche und fährt mit der Maus und fährt fort, dass seine Architektur radikal minimal wäre, und hier gäbe es ja keine sogenannte Erdanziehungskraft, welche im sogenannt Realen die radikale Architektur von vornherein verunmöglichen würde, wie er meint, und deshalb würde er sich jetzt und jetzt und hier mit der Verwirklichung des radikalen in der Architektur nicht nur herumschlagen, sondern sie zuerst denken und dann verwirklichen. Und dass das alles nur möglich sei, da hier die Architektur nicht an die Erdanziehungskraft gebunden sei und so weiter und so fort, wiederholt er immer und immer wieder während wir über FOR SALE Schildern dem Yachthafen und der Zukunft entgegengleiten.
Ja, Geil is das alles, für Gehirnamputierte, für sonstig spastisch am “real existierenden” Leben verkrüppelte. Sprich – für die “Endzeit-Generation”.
Second Live, das ham wa noch gebraucht. Und das “Business” is auch
schon da. Im “richtigen Leben” geht es regional wenigstens noch ohne,
wenn ich an meinen Indien-Urlaub “weitab vom Schuß” denke, obwohl,
in Kaschmir, da wird inzwischen auch schon fleißig geschossen.
Ob in “Second Live” auch eine mafiose Polit-Kaste installiert werden wird?
Ob sich die Drahtzieher der Polit-Darsteller schon arrangiert haben mit der
ebenfalls wie im “richtigen” Leben installierten “Dämonkratie”? Also:
Lobbyismus, mit versteckten Zuwendungen für ihre Bimbos, gegroundeten
Möllemanns, falls Ex-Vize-Kanzler nicht genau so spuren, wie aus dem “OFF”
vorgegeben. Mit sechszackigem, natürlich ebenfalls etwas verschrobenem
Stern, der mit der Leiche spricht, frisch gebarschelt in Genf, direkt neben der
tollen LaFontaine, im gleichnamigen Lac de Geneve, eh, Genfer See, denn in
diesem First Live Hotel Beau Rivage war ja schließlich die Gründungssitzung
der deutschen Freimaurer…
Nein, heute wird in Second Live auch über Demokratisierungskriege “unserer”
Freunde von der “Ostküste”, wo bekanntlich der Schwanz mit dem Dackel
wedelt, weltweit für UNfrieden nachgedacht. Terrorismus ist bekanntlich
überall, erste Wolkenkratzer des Kommerzes wurden in Second Live bereits,
wie man aus Osama-DaSamma-Kreisen in Washington live gehört haben will,
genau wie das “Big Apple”-Original gesprengt. Nebengebäude gleich mit, wie
das weiter entfernt stehende WTC-7-Gebäude, das ebenfalls gefaltet wurde.
Ich denke, erstmal, der Second-Live-Frankfurter “Messeturm”, der bekanntlich
der Familie Rothschild nicht gehören soll, nur der aus der ERSTEN Welt, ist fällig.
Der Rollstuhlpilot in Amt und Würden, der wird dann für die rigorose Anpassung
der Second Live Gesetzgebung im Ländle schon sorgen, ein gewisse(nlose?)r
Schräuble, seines Gezeichnetseins.
Ähnlichkeiten mit noch nicht terroristisch “betroffenen” noch lebenden Gestalten
sind natürlich “ausgeschlossen”. Niemand hat schließlich die Absicht, eine Mauer
zu bauen, oder gibt es auch in Second Live schon Spitzbärte, die von den
Hintergrund-”Alliierten” ins Second Live entsandt werden – es soll ja schließlich,
wie im First Live, “alles nach Demokratie aussehen, soll aber niemand merken,
daß in Wirklichkeit WIR alles unter Kontrolle haben”. (O-ton Ulbricht, damals)
Terrrorist, eh, nee, hier mein Alias: Turbo