Live Earth-Konzerte – Kritik durch Musiker

Die britische Band Arctic Monkeys hat das weltweite Live Earth Konzert, das morgen ab 5 Uhr MEZ in Sydney beginnt, kritisiert. „Es ist für uns etwas bevormundend, als 21jährige zu versuchen, Zünder für die Änderung der Welt zu sein“, so der Drummer der Band, Mark Helders, „vor allem wenn wir

arctic.jpgDie britische Band Arctic Monkeys hat das weltweite Live Earth Konzert, das morgen ab 5 Uhr MEZ in Sydney beginnt, kritisiert.
„Es ist für uns etwas bevormundend, als 21jährige zu versuchen, Zünder für die Änderung der Welt zu sein“, so der Drummer der Band, Mark Helders, „vor allem wenn wir für die Erleuchtung der Bühne genauso viel Strom verbrauchen wie für zehn Haushalte. Das wäre ein wenig heuchlerisch.“ „Mal abgesehen davon, dass wir die ganze Zeit von einem Flugzeug ins nächste steigen“ fügt Nick O’Malley, Bassist, hinzu.

Die Band steht mit ihrer Kritik nicht allein. Auch Roger Daltrey (The Who) und Neil Tennant von den Pet Shop Boys sind der Meinung, dass ein Rockkonzert das Letzte sei, was dem Planeten helfen könnte. Muss man ihnen Recht geben?

Wie “grün” sind die Konzerte wirklich?

Tatsächlich wäre es einmal eine Rechnung wert: Wie groß sind wohl die Umweltschäden, die allein schon dadurch zustande kommen, dass 150 weltweit bekannte Rock- und Popstars mitsamt Gefolge auf fünf Kontinente verteilt werden? Wie lässt sich der gigantische Energieaufwand der Konzerte selbst in Einklang bringen mit der Forderung der Veranstalter an ihr Publikum, den CO2-Ausstoß weltweit um 90 % zu senken? Wird im Dunkeln unplugged gespielt? Oder gibt es tatsächlich, wie der brasilianischen Folha de Sao Paulo zu entnehmen ist, besonders energiesparende Scheinwerfer?

Mehrjährige Kampagne

Live Earth ist als Auftakt einer mehrjährigen Kampagne gegen die Erderwärmung geplant. Die beteiligten Organisationen sind unter anderem die Alliance for Climate Protection, The Climate Group und die Mayors for Peace. Eines der wichtigsten Ziele von Live Earth sei es, möglichst viele Leute dazu zu bringen, den 7-Punkte Plan zu unterzeichnen, so Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident und Mitveranstalter der Konzerte während eines Interviews, das zeitgleich mit den Konzerten morgen auf Pro 7 ausgestrahlt wird. Man solle nicht nur im Kleinen zum Klimaschutz beitragen, sondern vor allem Regierungen und Parteien dazu bringen, dieses Thema als Nummer eins zu behandeln.

riesiger Sicherheitsaufwand erforderlich

Doch nicht nur die Klima-Probleme beschäftigen die Veranstalter: So hieß es bis gestern noch, das Konzert in Rio müsse ausfallen, nachdem eine Richterin die Sicherheitsmassnahmen als mangelhaft eingestuft hatte: Wegen der zur Zeit wieder aufbrandenden Gewalt könne die Stadt nicht genügend Polizisten zur Sicherung des Konzerts zur Verfügung stellen. Erst nachdem die Veranstalter geklagt hatten und selbst ausreichende Sicherheitsvorkehrungen vorweisen konnten, wurde die Entscheidung des Gerichts revidiert. Auch in England bedeutet das Konzert, insbesondere nach den versuchten Anschlägen der letzten Tage, einen ungeheuren Sicherheitsaufwand.
Wie viel Live Earth tatsächlich zum Klimaschutz beitragen kann, wird erst nach Jahren zu erkennen sein. Gleich nach den weltweiten Auftaktveranstaltungen allerdings darf man auf eine genaue Auswertung des CO2 Ausstoßes während der Konzerte selbst gespannt sein. Ob die Veranstaltung tatsächlich die „grünste ihrer Art“ war, wird sich dann zeigen.

Foto via Wikipedia, Creative Commons Attribution 2.0

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  1. Al Gores Sohn wurde mit 160 km/h und nach Haschisch riechend wieder mal festgenommen (http://www.n-tv.de/823597.html). Soll sich Daddy doch lieber um seine familiären Probleme kümmern, als die ganze Welt retten zu wollen. Jeder kehre erst mal vor seiner Tür, könnte man da denken. Zumindest bevor es an die Welterlösung geht.

    Ob der Daddy auch im Drogenrausch seine Allmachtsfantasien entwickelt, ist (noch) nicht bekannt.