Netzzensur, der Irak und Obama vs. Giuliani – Bürgerjournalismus weltweit

Was haben Korea, Hongkong, Singapur und Deutschland gemein? Die Antwort: Einen eingeschränkten Zugang – viele sprechen von Zensur – zu der Photosharing Seite Flickr. In Hongkong allerdings hat diese Zensur letztendlich zur Anzeige einer Bloggerin geführt, die sich explizit gegen diese Einschränkung wehrte, indem sie ihre Leser dazu aufrief, zu

frau.jpg Was haben Korea, Hongkong, Singapur und Deutschland gemein? Die Antwort: Einen eingeschränkten Zugang – viele sprechen von Zensur – zu der Photosharing Seite Flickr.

In Hongkong allerdings hat diese Zensur letztendlich zur Anzeige einer Bloggerin geführt, die sich explizit gegen diese Einschränkung wehrte, indem sie ihre Leser dazu aufrief, zu erotischen Websites zu verlinken – als Akt politischen Ungehorsams und Widerstand gegen staatliche Eingriffe in die Medienwelt. Oiwans Post, so wird auf Global Voices berichtet, wurde daraufhin mit „Stufe II“ auf der Skala der Anstößigkeit bewertet, was letztendlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Bußgeld von umgerechnet 37.121,- Euro führen kann. In jedem Fall stehen ihr langwierige Gerichtsverhandlungen bevor. Oiwan befürchtet ein Einschleichen von staatlicher Zensur in die Blogosphäre durch das Tor der Zensur von vermeintlich unanständigen Inhalten. Sie wehre sich, schreibt sie auf ihrem Blog, gegen den Unterdrückung von Meinungen und insbesondere von Minderheiten. Dass Oiwan kein Einzelbeispiel ist, wird in dem ausführlichen Bericht (mit allen links) von Rebecca MacKinnon deutlich.

irak2.jpgEinen Überblick über Blogs im Irak und damit einen erstaunlichen Einblick in das alltägliche Leben des Landes gibt Salam Adil: Unter anderem findet sich in seinen Übersetzungen der Post von Mohammad, der beschreibt, wie es sich anfühlt, von einem Scharfschützen beschossen zu werden, wenn man eine Strasse entlang geht: „eine wirklich schwierige Situation“. Der als nächste zu erwartende Krieg – jener um Wasser – habe in Bagdad bereits begonnen, beschreibt Baghdad Connect: Es gäbe kaum noch Trinkwasser, in den letzten vier Tagen hätten ihm und den Seinen fünf Liter zur Verfügung gestanden. Daß sich auch bei einem Abzug der Amerikaner aus dem Irak nicht viel ändern würde, meint The Shaqawa. Vielleicht käme es zumindest zu einem Ende der unerklärlichen Bombardierungen durch die USA, die eine volle Geschäftsstraße trafen: Aunt Najma hat verschiedene Photos veröffentlicht.

Zudem finden sich heute neu auf Global Voices ein Einblick in Koreas Diskussion, ob Eltern für die Reinigung der Klassenzimmer ihrer Kinder zuständig sein sollten, sowie eine Einführung in die Blogosphäre von Honduras.

OhmyNews

Auf OhmyNews berichtete bereits gestern Abend Ghafar Ali Khan zur Lage in Pakistan, wo die Lage zwischen dem Militär und radikal islamistischen Gruppen eskalierte – der Autor gibt eine deprimierende Zusammenfassung der Toten durch Anschläge und Selbstmordattentäter.

In England hat Premier Gordon Brown angekündigt, dass sich die Regierung verstärkt um den Hausbau auf der Insel kümmern werde, um der miserablen Wohnungssituation Einhalt zu gebieten. OhmyNews Autor Peter Hinchcliffe würde entschieden dagegen protestieren und findet Unterstützung in einer Rede des Schriftstellers Bill Bryson, der sich – sehr komisch – dafür einsetzt, ganz Britannien zu einem Naturschutzpark zu machen.

Einen langen Bericht zum Stand und heutigen Bedeutung des Bürgerjournalismus stammt von Dan Gillmor, dem Direktor des Center for Citizen Media. Die Readers Edition ist gerade dabei, den Text für Sie zu übersetzen.

AgoraVox

Terry Heaton bezieht sich auf OhmyNews in seinem Artikel über die Wahlkampagne von Ron Paul. Das koreanische Bürgerjournalismusprojekt war vor drei Jahren besonders durch die Berichterstattung während der Wahlen bekannt geworden – und, so der Autor, der Kongressabgeordnete wisse die Form des Bürgerjournalismus für seine Präsidentschaftskampagne sehr wohl zu nutzen.

Ebenfalls um die amerikanischen Wahlen geht es bei Kesher Talk: Er greift die Gallup-Untersuchung auf, die die Beliebtheit der Präsidentschaftskandidaten vor dem Hintergrund der ethnischen Zugehörigkeit betrachtete – erwartungsgemäß ergaben sich gewaltige Unterschiede und eine Überraschung: Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani ist unter der schwarzen Bevölkerung der USA der beliebteste Republikaner. Dazu stellt der Autor dieses Video ein – Sexy Obama, sexy Giuliani möchte man meinen.

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Worldchanging

Sarah Rich stellt auf Worldchanging die Kampagne „SMS for Lunch“ der israelischen Organisation Meir Panim vor: Die preisgerühmte Idee verbindet moderne Mobilfunktechnik mit Wohltätigkeit: Per SMS wird Geld gespendet – und der Sender kann im Gegenzug am Laptop erkennen, wie sich der Teller eines Kindes füllt.

Bereits am Sonntag hat Mike Millikin seine wöchentliche Übersicht zum Thema Nachhaltige Mobilität veröffentlicht. Wie immer gibt es globale Nachrichten sowie Hinweise zu Meldungen aus den Bereichen der Hybridautos, der elektronischen Entwicklungen und zu den verschiedenen Biokraftstoffen.

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