Zwingerhaft – 102 Hunde werden in Ancona festgehalten

Seit über 100 Tagen werden in Ancona (Italien) 102 Hunde festgehalten, die aus Griechenland kommend für deutsche Familien bestimmt waren. Die italienische Justiz will offenbar ihre Macht demonstrieren und lässt sich immer neue Gründe zur Nichtaushändigung der zurzeit beschlagnahmten Hunde, die dort furchtbar leiden, einfallen. In Griechenland hatten sie ein

0121.jpgSeit über 100 Tagen werden in Ancona (Italien) 102 Hunde festgehalten, die aus Griechenland kommend für deutsche Familien bestimmt waren. Die italienische Justiz will offenbar ihre Macht demonstrieren und lässt sich immer neue Gründe zur Nichtaushändigung der zurzeit beschlagnahmten Hunde, die dort furchtbar leiden, einfallen. In Griechenland hatten sie ein schweres Leben als so genannte “Streunerhunde” und teilweise schwere Schicksale hinter sich. Nun fristen sie ihr Dasein hinter den Gittern der italienischen Tierheime. Für Tiere, die die Freiheit gewohnt sind, eine besonders schwere Strafe.

Der Transport wurde in Italien gestoppt

Laut vorliegenden Schreiben und Dokumenten, ist zusammengefasst folgendes passiert. Der Transporteur Yiannis Vassiliou, von der Firma Hellenic Equine Services Yiannis Vassiliou International Horse Transport Griechenland, ist ein sehr bekannter Pferdetransporteur. Er genießt hohes Ansehen, durch seine bisherige, zuverlässige Arbeitsweise. Er transportiert innerhalb Europas teure Rennpferde. Auf Leerfahrten von Griechenland zurück nach Deutschland nimmt er gelegentlich von ausgesuchten Tierschutzorganisationen in Griechenland so genannte „Streunerhunde“, Tiere, die auf der Strasse leben, mit nach Deutschland – auch am besagten Transporttag. Leider wurden durch unglückliche Umstände einige Hunde wahrscheinlich nicht richtig deklariert, laut der italienischen Polizei. Um diese angeblichen Dinge zu klären, wurde der Transporteur in Italien festgehalten und die 102 Hunde beschlagnahmt. Der Transporteur musste sich einer Gerichtsverhandlung stellen. Warum, schreibt er in einer eigenen Stellungnahme.

Tierschutzorganisationen haben nur begrenzte Möglichkeiten

Es gibt einige deutsche Tierschutzorganisationen, die sich intensiv mit diesem Fall auseinandersetzen. Tierschutzgruppe Rüppurr und Hoffnung auf vier Pfoten. Die Hauptorganisation führt Frau Petra von Kopp. Sie hat direkten Kontakt zu dem Transporteur Yiannis Vassiliou, der sich vor den italienischen Behörden verantworten muss, weil der Transport angeblich nicht korrekt gewesen war. Doch den Tierschutzorganisationen in Deutschland stehen nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung, da sie selbst nicht Besitzer dieser 102 Hunde sind. In einem Interview schilderten sie ihre Bemühungen.

102 Anträge sollen die Hundebesitzer stellen

Die 102 Hunde sind derzeit in Osimo und anderen Tierheimen in Italien, untergebracht. Die griechischen Tierschützer, die vor Ort waren, haben bis jetzt nichts erreichen können und die deutschen Tierschützer haben keine Möglichkeit, gesetzlich dagegen etwas zu unternehmen, weil sie eben nicht die Besitzer der Tiere sind. In einem Schreiben des Anwaltes heißt es: „[…] Betreff Tierhilfe Korfu- Berufungsverhandlung 17.04.2007 LG Ancona Revisionskammer- …das Gericht hat den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Beschlagnahme (im 2. Verfahren) niedergeschlagen und das Verfahren eingestellt. […] Es bleibt lediglich die erste Verfügung zur Sicherheitsverwahrung (Beschlagnahme) bestehen, die vor dem Kassationsgericht (Oberster italienischer Gerichtshof) verhandelt wird. […] Zwischenzeitlich können wir nun einen Freigabeantrag für die jeweiligen Hunde stellen[…]“

Es verschwanden bereits vor einem Jahr 50 Hunde


Zurzeit sorgen sich alle deutschen Organisationen um die 102 Hunde, denn vor genau einem Jahr geschah „ähnliches“ in Ancona: 50 Hunde der Tierhilfe Korfu verschwanden nach einer Zeit spurlos. Nach Aussagen der Carabiniere und italienischen Veterinären seien die Papiere und Mikrochips aber in Ordnung, so Herr Giebelmann von „Sonny for Animals“ SONNY4ANIMALS

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Zwei Zeitungen berichteten über die 102 Hunde

„Frau im Trend“ schrieb: 102 Hunde sehnen sich nach einem Zuhause. Es waren eingangs wohl 103 Hunde, da die „Frau im Trend“ schreibt, dass ein Hund (Winnie) sich im Gebüsch versteckte und so dem italienischen Zwinger entkam und nun wohlbehalten in Deutschland ist.

Die „Rheinische Post“ titelte: Merkel soll 102 Hunde retten. Körbchen, Leine, Spielzeug, Leckerchen haben Helga Kibellis und ihre Enkelin Alica schon gekauft. Nun warten sie auf die legal beantragte Ankunft ihres Hundes Rio, einer der 102 zwei „inhaftierten“ Hunde.

Das Schicksal der Ancona-Hunde bleibt in der Schwebe

Bis heute warten die Hundebesitzer auf die Herausgabe ihrer Hunde. In Deutschland hat es die Medien kaum interessiert, was nach wie vor mit diesen Hunden aus dem Ausland passiert. Auch die Petition http://www.thepetitionsite.com/takeaction/957983370 und die, die direkt an Frau Merkel geschickt wurde, hatten keinen Erfolg. Bleibt zu hoffen, dass sich viele Tierfreunde und Schützer finden, um die Medien und die Menschen in Deutschland zu sensibilisieren und mitzuhelfen, dass diese 102 Hunde ihren Besitzern zugeführt werden und auch die kleine Alica ihren Rio endlich bekommt, auf den sie so sehnsüchtig wartet.

Kommentare

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  1. Hallo Frau Jachenholz,

    da ich die Autorin des Artikels bin, würde ich mir etwas weniger “Anfeindungen” von Menschen wünschen, die hier eben auch eine Meinung vertreten, auch wenn ich diese nicht teile. Nur ein respektvolles Pro und Contra bringt Bewegung in ein Anliegen. Ich glaube, dass ich bereits eine entsprechende Antwort an Herrn Paule (mit Respekt auf seine Meinungsfreiheit) formuliert habe. Das geht auch ohne “Pfui” und “Mies”, meiner Meinung nach. Damit helfen Sie den Hunden nicht.

    Sie zeigen nur Ohnmacht und Wut. Sie haben doch von 13 Komentaren 12 auf “Ihrer Seite”. Ein gutes Zeichen, oder? ich bin ein Fan von sachlicher Gegenkritik.

    Respektvolle Grüße (von einer Hundebesitzerin) A.Runge