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Türkische Wahlen, Russisch-Englische Eiszeit und Al Gore for President - Bürgerjournalismus weltweit

- Am 22. Juli wird gewählt. Bild vie Wikipedia
„Die Situation in der Türkei ist angespannt. Man sollte denken, dass ausländische Nachrichtenagenturen die Wahlen genau beobachten. Aber in den europäischen und amerikanischen Medien wurde bislang kaum etwas dazu berichtet. Ja, die International Herald Tribune bringt Artikel, aber der Rest ist nebensächlich.“
So der Blogger International Musings, den Deborah Ann Dilley auf Global Voices zitiert. Sechs Tage fehlen noch bis zu den Parlamentswahlen, die in der türkischen Blogszene besprochen und debattiert werden. International Musings beispielsweise sieht die islamisch-konservative AK-Partei unter Erdogan (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) mit 35-40 Prozent der Stimmen – man dürfe weder die Stimmkraft der ländlichen Bevölkerung noch jene der im Ausland lebenden Türken missachten: Sie wollten vor allem Sicherheit, Freiheit, Wohnungen. Stabilität sei das Zauberwort der AKP. Erkan’s Field Diary schreibt über den großen Vorteil, den Kandidaten in ihrer jeweiligen Heimatstadt hätten und The White Path hat einen beißend-interessanten Beitrag dazu geschrieben, wie säkulare Türken, die ihr Land immer als modernes und westliches verteidigen würden, auf traditionell gekleidete Menschen in Istanbul reagierten: Mit Hass gegen alles Orientalische - oder einfach Islamische – und vor allem: Mit Angst.
Blogs aus Iran, Algerien, Bahrein und Jordanien hat Arabeys, Amira Al Hussaini, zusammengetragen: Es geht um so Alltägliches wie die Angst vor Jobinterviews und den Rückgang von Kulturmagazinen, aber auch um den Al-Kaida-Anschlag in Algerien und den Anspruch eines Iranischen Hardliners, dass Bahrein zum Iran gehöre.

Ludwig de Braeckeler zitiert auf OhmyNews den neuen britischen Außenminister David Miliband zu der Weigerung Russlands, einen der Hauptverdächtigen im Zusammenhang mit dem Mord an Putin-Kritiker Alexander Litwinenko auszuliefern:
„Die russische Regierung hat entweder nicht realisiert, wie ernst wir diesen Fall nehmen, oder die Bedeutung der Themen, die darin involviert sind, nicht begriffen. […]“
Der Autor benennt die Folgen, die England aus diesem Verhalten zieht: Alle Bemühungen um Visa-Erleichterungen würden beendet, vier russische Diplomaten würden des Landes verwiesen. Außerdem gäbe es bereits internationale Verständigungen, dass der Verdächtige Lugovoy an Großbritannien ausgeliefert würde, sollte er außerhalb Russlands aufgegriffen werden. Zudem würde es die Affäre innerhalb der UN und der G7 werden. Putins Regierung, so die Vermutung Braeckelers, würde die Wirtschaftsbeziehungen zu England empfindlich einschränken – für London eine nicht leicht zu nehmende Gefahr.
Auf der englischen AgoraVox findet sich zum gleichen Thema erstaunlicherweise kein Beitrag – stattdessen titelt die Seite mit einem Artikel über Al Gore, der die Gerüchte aufgreift, dass der umweltbewusste Kritiker als Präsidentschaftskandidat für das Weiße Haus in Frage käme. Die Autorin nbleven ist davon überzeugt, dass es prinzipiell einem Präsidenten gelingen könnte, die USA zu einem „grünen“ Land zu machen – aber sie ist zugleich der Meinung, dass Al Gore verzweifeln würde: Zu zerstritten seien die Parteien, sowohl intern als auch untereinander; Entscheidungen würden nie gefällt, ja, könnten nicht gefällt werden. Der Artikel endet mit dem Aufruf: „Al Gore, verschwende nicht Deine Zeit damit, Präsident zu werden!“. Vielleicht liest er es ja. So jedenfalls könnte seine Kampagne aussehen:











Readers Edition » Englisch-Russische Affären, Unruhen in Pakistan, Katastrophen in Japan - Bürgerjournalismus weltweit
[…] Was klingt, wie Zeilen aus einem Spionageroman der siebziger Jahre, ist das Statement des russischen Oligarchen Boris Beresowski, den Ludwig de Braeckeler auf OhmyNews zitiert. Offenbar ist der Putin-kritische Millionär einem Mord entkommen, der durch die Festnahme des Verdächtigen in London vereitelt wurde – besonders brisant ist diese Affäre auch wegen der angespannten Beziehungen zwischen England und Russland. Die britische Regierung und die Londoner Polizei verweigerten jeden Kommentar zu den Vorkommnissen. Sie betonten aber, dass die Ausweisung von vier russischen Diplomaten ausschließlich mit Moskaus Weigerung zu tun habe, Lugowoi zu überliefern, der des Mordes an dem Putinkritiker Litwinenko verdächtigt wird. Trotzdem sei sofort der Verdacht eines Zusammenhangs zwischen dem verhinderten Mordvorhaben und der Vergiftung Litwinenkos zu festzustellen; so stellt Braeckeler die Ähnlichkeiten, insbesondere zwischen dem Festgenommenen und Lugowoi, heraus. Zudem gibt der Autor einen Einblick in die Gesetzesänderungen, die im letzten Jahr im Kreml verabschiedet wurden und unter anderem besagen, dass ein „Extremist“ auch im Ausland durch den russischen Geheimdienst getötet werden könne. Als „Extremist“, so die Definition in einem anderen Gesetz, gelte auch der, der am Kreml in „beleidigender Weise“ Kritik übe. […]