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Geiseln in Afghanistan, Wahlkampf in den USA und das wahre Gesicht des Klimaschutzes - Bürgerjournalismus weltweit

Mittwoch, den 25. Juli 2007 um 19:42 Uhr von Redaktion Readers Edition
Die Taliban werden in Afghanistan wieder zu einer Bedrohung

Die Geiselnahme von 23 koreanischen Missionaren durch die Taliban hält in den letzten Tagen die Welt in Atem. Ihr Verbleib ist weiterhin ungewiss, die Forderungen der Entführer widersprechen sich und scheinen permanent zu wechseln. Während ein Team von koreanischen Vermittlern anreiste, schweigt die südkoreanische Regierung zu dem Fall. Hyejin Kim hat sich für Global Voices in koreanischen Blogs umgesehen – hier wird vor allem eine Frage debattiert, die in den westlichen Medien kaum angesprochen ist: Weshalb waren die Missionare an einen derart unsicheren Ort gefahren, obwohl die Regierung versucht hatte sie davon abzuhalten?

Ein Blogger, Lee Dae-geun, geht so weit, zu behaupten christliche Missionsarbeit müsse verboten werden, da sie in ihrer organisierten Form einem Land nur Ärger brächten.
Viele andere konzentrierten sich auf die Unverantwortlichkeit der Kirche, die 23 Jungen Menschen, davon 18 Frauen, in eine solche Gefahr zu bringen und sprechen harsche Kritik an der Kirche aus. “Yundream” geht soweit, den Einsatz der Missionare in Afghanistan mit einer unvorbereiteten Reise in einen afrikanischen Dschungel zu vergleichen – eine Organisation, die so etwas zuließe, müsse doch bestraft werden. Von demselben Blog stammt die These, dass es allein an der politischen Macht der Kirche läge, dass Medien und Politik sie nicht zu kritisieren wagten.
Eine Verteidigung der Missionare stammt von Soya 55: Diese Menschen glaubten an das was sie täten – schon aus diesem Grunde hätten sie Respekt und nicht die harsche Kritik verdient, die ohnehin nur aus dem schlechten Bild des Christentums in Korea resultiere.

Wesentlich erfreulicher sind zwei weitere neue Beiträge auf der Seite: Hochzeits-Blogs aus Kirgisistan betrachtet Ben Paarmann (sic!) und in Kolumbien informiert sich Juliana Parra in der Blogosphäre über die Colombiamoda – die größte Modenshow des Landes, die am 20. Juli stattfand. Dieses Datum ist zugleich das der Unabhängigkeit Kolumbiens; zum ersten Mal fand die Militärparade (die wegen der leichten Provokation, die sie für Nicaragua bedeuten könnte, nicht unumstritten ist) nicht in Bogotá, sondern in St. Andrés statt. Hier die dazugehörige Nationalhymne:


AgoraVox

Matthew Yglesias wirft einen Blick auf die Debatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten (Readers Edition berichtete) und kommt dabei zu dem Schluss, dass Hillary Clinton diese wohl gewann. Zwar ist auch er der Meinung, dass die beiden stärksten Konkurrenten im demokratischen Lager, John Edwards und der junge Barack Obama eine gute Figur abgaben, kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Ehefrau des früheren Präsidenten Clinton, nach wie vor die besten Chancen hat. John Edwards Stärke sei die Emotionalität und Obamas hoher Anspruchsdenken sei auch recht frei von Peinlichkeiten gewesen, doch da Hillary Clinton nach wie vor als „Frontrunner“ gilt, sie sich keine Pannen leistete und kein nennenswerter Angriff der beiden Hauptkonkurrenten erfolgt sei, sei seiner Ansicht diese Position nach wie vor ungefährdet. Auch wenn CNN die Debatte anders bewertete (Dort wurde Obama vorne gesehen), prophezeit Yglesias eine längere Phase der Langeweile in diesem Vorwahlkampf, da diese Konstellation so bleiben werde, bis sich einer der beiden zum Angriff entscheiden werde.
Gregory D. Morrow kommentiert derweil eine Frage, die sich im Wahlkampf im kanadischen Ontario entspinnt: Aus Zeiten in denen Katholiken noch durch die protestantische Mehrheit gefährdet waren, stammt die Tradition private katholische Schulen mit öffentlichen Geldern zu unterstützen. Die Frage dieser öffentlichen finanziellen Unterstützung ist nun eines der Wahlkampfthemen. Dabei reicht die Palette der Positionen von der Streichung jeglicher finanzieller Unterstützung religiöser Schulen (Seitens der NDP, einer sozialdemokratischen Partei) über den Erhalt des Status Quo (vertreten durch die größte kanadische Partei, die Liberale Partei) bis hin zu einem Ausbau der Unterstützung, mit dem Ziel jedwede religiösen Schulen – also nicht die katholischen – finanziell zu fördern (gefordert von der konservativen Oppositionspartei PC)
Der Kommentator steht dabei auf der Position der Liberalen Partei, da er keinen Anlass sieht, die seiner Meinung nach bislang gut funktionierenden Catholic Schools abzuschaffen, gleichzeitig aber auch die Gefahr sieht bei einer breiteren Streuung der Gelder letzten Endes niemandem gerecht zu werden. Zudem befürchtet er, dass mit einer Unterstützung auch für die anderen Religionen Bildung zu stark an den religiösen Trennungslinien festgemacht wird, eine Gefahr, die er bei den katholischen Schulen nicht sieht, da diese bereits gut eingebettet in die kanadische Kultur seien.

Worldchanging

Eigentlich hört sich alles ganz gut an, wenn man sich die weltweiten Bemühungen um den Klimaschutz ansieht – Tagungen zum Thema finden statt, Investoren beginnen von klimafreundlichen Technologien zu träumen und Millionen schalteten das Live Earth Konzert ein. Mindy Lubber hat sich in den USA drei Firmen genähert, um sich einmal die harten Fakten anzuschauen. Sie musste feststellen, dass der Graben zwischen Klimawunsch und tatsächlichem Klimaschutz etwa so weit sei wie der Grand Canyon. So würde der Konzern American Electric Power erst im Jahre 2020 ernsthaft damit beginnen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, und für Exelon (ebenfalls eine Gas und Elektrizitätsfirma in den USA) wären umweltfreundliche Werke viel zu kostspielig in Anbetracht der geringen Zuschüsse durch den Staat. Allein die Firma PG&E (Pacific Gas and Electric Company) schaffe es, eine Brücke zwischen Worten und Taten zu schlagen: Über die Hälfte des Stroms in Kalifornien sei bereits CO2-frei produziert.

Martin Stahlke & Marie Naumann

Foto: Screenshot via Financial Times

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Eine Reaktion zu “Geiseln in Afghanistan, Wahlkampf in den USA und das wahre Gesicht des Klimaschutzes - Bürgerjournalismus weltweit”

  1. Readers Edition » Das Lösegeld-Dilemma

    am 7. August 2007 um 03:05 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] - Geiseln in Afghanistan, Wahlkampf… - Geiselnahme “light” am Golf… - Blogger verschleppt, Geiseln noch nicht frei… […]

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