Tom Cruise = Goebbels – Sektenexperte nimmt nichts zurück

Berlin. Als “Goebbels von Scientology” hat Thomas Gandow, Pfarrer für Sekten- und Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, den US-Schauspieler, Stauffenberg-Darsteller beim Rubicon-Projekt (offenbar wurde der Arbeitstitel von “Valkyrie” in “Rubicon” geändert) und bekennenden Scientologen Tom Cruise eingestuft. Dieser Vergleich wirbelte Staub auf, Medien und andere Sektenexperten übten Kritik. Doch

tom.jpgBerlin. Als “Goebbels von Scientology” hat Thomas Gandow, Pfarrer für Sekten- und Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, den US-Schauspieler, Stauffenberg-Darsteller beim Rubicon-Projekt (offenbar wurde der Arbeitstitel von “Valkyrie” in “Rubicon” geändert) und bekennenden Scientologen Tom Cruise eingestuft. Dieser Vergleich wirbelte Staub auf, Medien und andere Sektenexperten übten Kritik. Doch in einem Gespräch mit Readers-Edition-Autor Heinz-Peter Tjaden ist Thomas Gandow dabei geblieben. Die Frage, ob Gleichsetzungen von Nazi-Größen mit “irgend etwas” oder “igend jemand” nicht einer Verharmlosung des Hitlerfaschismus gleich kämen, beantwortet er mit einem schlichten Nein.

Zu Tom Cruise falle ihm noch “viel mehr ein” als der Goebbels-Vergleich – denn bei dem Rubicon-Projekt sei es so, dass jemand, der “Lager für Andersdenkende einrichten will, die Psychiatrie vernichten will” als “Widerstandskämpfer” posiere. Wenn sich Tom Cruise von “diesen Plänen distanzieren würde, würde ich mich freuen.”

“Jagd auf die Psychiatrie”

“Ich mache Jagd auf die Psychiatrie” hat Tom Cruise tatsächlich oft angekündigt und von einer “Pseudo-Wissenschaft” gesprochen, wie der Gründer der Scientology-Church L. Ron Hubbard auch. Solche Attacken erklärt der 60-jährige evangelische Weltanschauungsbeauftragte so: “Tom Cruise ließ sich von RPFlern bedienen”

RPF steht für Rehabilation Projekt Force – dahinter verbergen sich nach Auffassung von Kritikern “private Gefängnisse der Scientologen” über die Schlimmes berichtet wird. Von psychischer Folter ist die Rede, von Kameraüberwachung und von Menschen, die an Leitungsrohre gefesselt werden.

“Chefpropagandist”

Für Thomas Gandow ist und bleibt Tom Cruise “Chefpropagandist” der Scientology-Church. Dazu passt: Ein “Focus”-Redakteur, der in diesen Tagen die deutsche Scientology-Zentrale in Berlin besucht hat, traute seinen Augen nicht: “Im ersten Stock, in unmittelbarer Nähe zum Andachtsraum, gibt es ein weiteres Filmchen, das man sich lieber erspart hätte. In der Hauptrolle: Tom Cruise. Man kann nicht fassen, was er da und vor allem wie er es erzählt. Verbissen macht sich der Star für die Ansichten der Gruppe stark. Wettert gegen die, die gegen Scientology sind. Klatscht zur Unterstützung seiner Argumentation mit der Faust in die Hand.”

Das Interview im Wortlaut:

Warum weisen Sie darauf hin, dass irgend jemand auch Goebbels mal sympathisch fand?

Thomas Gandow: Ich habe das von einer anderen Diskussion mit rübergenommen. Da wurde gesagt, Cruise sei im Gegensatz zu Goebbels ein Sympathieträger.

Warum fällt ihnen zur Kritik an Tom Cruise nur ein Vergleich mit einer Nazi-Größe ein?

Thomas Gandow: Mir fällt viel mehr ein. Hier aber geht es um das Rubicon-Projekt. Ein Kämpfer gegen das “Vierte Reich” (schon mit “Tapferkeitsorden”), der Lager für Andersdenkende einrichten will, die Psychiatrie vernichten will und die 2,5 Prozent im unteren Bereich der Tonskala vernichten will, posiert als “Widerstandskämpfer”. Oder irre ich mich? Ich würde mich freuen, wenn sich Cruise von diesen Plänen distanzieren würde.

Ist Tom Cruise für sie ein Täter – oder ein Opfer?

Thomas Gandow: Chefpropagandist, jemand, der sich von RPFlern bedienen ließ.(Anmerkung: RPF = Rehabilitation Project Force).

Stimmen Sie mir zu, wenn ich davor warne, irgend etwas oder irgend jemand mit Hitler oder Goebbels zu vergleichen, weil es eine Verharmlosung des Hitlerfaschismus ist?

Thomas Gandow: Nein.

Unterstellen sie Leuten, die nicht so reagieren, Verharmlosung?

Thomas Gandow: Nein. Nur unklares und inkonsequentes Denken und Fragen.

Foto: Screenshot via rp-online.de

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