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Internetkriege, Sportskandale und Terrorismus - Bürgerjournalismus weltweit

- Das wird teuer. Ein INternetclub in Kairo. Foto: telecentrepictures
Der ägyptische Internetkrieg geht weiter – dieses Mal wird dort zugeschlagen, wo es am meisten schmerzt: Beim Geld. Statt wie bisher fünfundzwanzig sollen Internetanschlüsse nun fünfundvierzig Pfund kosten – solange man nicht mehr als 60 Stunden pro Monat - zwei Stunden am Tag – im Internet verbringt; jede extra-Stunde koste mehr, wie in den ägyptischen Blogs, die Amira Al Hussaini auf Global Voices zusammengetragen hat, zu lesen ist. Auffallend ist, dass diese Regelung – angeblich vom Staat eingeführt, um Internet-Missbrauch, Pornographie und illegalen Handel zu begrenzen – zu einem Zeitpunkt etabliert werden soll, zu dem es wiederholt zu Festnahmen von Bloggern und Androhungen seitens des Staates gekommen ist. Der Gedanke, dass die geplante Einschränkung auch zu einer verstärkten inhaltlichen Kontrolle von Blogs und Foren genutzt werden kann, liegt nahe.
Über eine geheime Nachricht sprechen Blogger in Myanmar: In dieser Anzeige, als Tourismusanzeige in der Myanmar Times getarnt, sei folgende Nachricht an die burmesische Junta zu lesen:
Der jeweils erste Buchstabe der Worte des „Dänischen Gedichts“ ergeben zusammen das Wort „Freedom“. Und liest man den Namen des Reisebüros “Ewhsnahtrellik” rückwärts, steht dort „Kill Than Shwe“. General Than Shwe ist der Führer der regierenden Junta von Myanmar. Die Anzeige selbst stammt von der dänischen Künstlergruppe Surrend, die zuvor im Iran eine ähnliche „Werbung“ schaltete.
“Der schlimmste Monat, den der Sport je gesehen hat”, titelt Shannon McCann, die in ihrem Bericht die letzten Skandale zu dem Thema zusammenfasst: Fahrradsport und Doping seien inzwischen als Synonyme zu verstehen.(Wie Doping sich anfühlt, erfahren sie hier.) Auch dieses Jahr würde der Gewinner der Tour de France wohl kaum klar zu erkennen sein – über 2006 herrsche schließlich immer noch Unklarheit, wer auf das Treppchen steigen dürfte. Ähnlich sehe es in der amerikanischen Baseball Liga aus. Die NBA (National Basketball Association) dagegen habe ein Problem, das zumindest dem deutschen Fußball nicht unbekannt ist: Es wurden Schiedsrichter der parteiischen Einflussnahme bezichtigt. Auch in der NFL (National Football Association) sind einige Spieler krimineller Machenschaften bezichtigt worden, so z.B. der Atlanta Falcons Quarterback Vick, der nebenher Betreiber einer Hundkampfarena sei.
Wie bereits vorgestern ist AIDS heute ein Thema auf OhmyNews; in dem Artikel von Fungai Rufaro Machirori geht es vor allem darum, ob öffentliche Persönlichkeiten das Recht haben sollten, über ihren Gesundheitszustand zu schweigen. Vor allem, wenn es sich um HIV handle, seien die Reaktionen von Fans und anderen besonders harsch und verletzten oft die Privatsphäre eines Menschen, wie an dem Beispiel des afrikanischen Sängers Oliver „Tuju“ Mutukudzi deutlich würde.
Lediglich drei neue Artikel sind heute Nachmittag auf AgoraVox zu verzeichnen, der interessanteste davon ist „Defining Terrorism“, von Jason Cherniak. Der Autor stellt die nunmehr seit Jahren aktuelle Fragen: Wen kann man als Terroristen bezeichnen? Was ist Terrorismus? Er folgt mit seinen Ausführungen der These Definition Kofi Annans: „Lasst uns klar sagen, dass jede Aktion [durch nicht-staatliche Akteure] Terrorismus ist, die beabsichtigt, Zivilisten oder Unbewaffnete zu töten, mit dem Ziel, ein Bevölkerung einzuschüchtern oder eine Regierung oder Organisation zu zwingen, etwas zu tun, oder nicht zu tun.“ Cherniak analysiert diese Definition und kommt zu dem Schluß, dass sie sowohl sprachlich als auch konzeptuell von hohem Wert ist. Lediglich der in Klammern zugefügte Teil „durch nicht-staatliche Akteure“ habe der Definition Annans gefehlt – wir müssten, so der Autor, unterscheiden zwischen den Taten von legitim gewählten Staaten und jenen von Einzelpersonen oder selbständigen Gruppen.
Über den Missbrauch von Statistiken „dysfunktionaler Statistiosis“ , insbesondere im Zusammenhang mit dem Klima, mach sich Jon Newton lustig – vom selben Autor stammt der dritte Beitrag, in dem er beschreibt, inwiefern Harry Reid, US Senator, sich in Bezug auf Copyrightfragen an amerikanischen Universitäten permanent selbst widerspricht. „Aber was soll’s! Er ist Politiker!”
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