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Britische Rowdys, Häusliche Gewalt und Marnie Stern - Bürgerjournalismus weltweit

Freitag, den 27. Juli 2007 um 17:15 Uhr von Marie Naumann

Dieser Eindruck könnte täuschen: Britische Jugendliche. Screenshot via St. Margarets

„Britische Teenager sind die schlechtest erzogenen von Europa. Sie geraten am häufigsten in Raufereien, veranstalten die meisten Saufgelage, nehmen Drogen und haben ungeschützten Sex mit Minderjährigen. Und die britischen Erwachsenen haben viel zu viel Angst vor Teenager-Gangs, um einzugreifen, wenn sie sehen, dass sie sich schlecht benehmen.“

So faßt Peter Hinchcliffe auf OhmyNews die Ergebnisse des „Institute for Public Policy Research“ zusammen, welches Richtlinien für eine gerechte und nachhaltig demokratische Welt untersucht und entwickelt. Der Autor gibt einen kurzen Überblick über die horrenden Statistiken – nur in Irland und Dänemark würde z.B. im Teenager-Alter mehr getrunken als in Britannien, zudem käme es in England immer häufiger zu rowdyhaften Verhalten und mutwilliger Zerstörung von Eigentum.
Gründe dafür lägen möglicherweise auch in der Religionsstruktur des Landes: Britische Jugendliche verbrächten viel weniger Zeit mit ihren Eltern als Gleichaltrige in Südeuropa: Im katholisch geprägten Süden sei der Familienzusammenhalt angeblich wichtiger – diese These könnte unterstrichen werden durch die Tatsache, dass die soziale Verwahrlosung von Jugendlichen einherginge mit immer mehr geschiedenen Ehen.

Bereits Anfang der Woche hatte Yemti Harry Ndienla über die katastrophalen Zustände der Wahlen in Kamerun geschrieben, heute berichtet er über den Nachhall. Trotz der heftigen Unruhen vor und während der Wahlen selbst – der Vorsitzende der Oppositionspartei hatte sogar zur Verteidigung mit Waffen aufgerufen, sollte man daran gehindert werden, zu wählen – reagiert die Regierung des afrikanischen Landes nicht auf den internationalen Druck, mit dem eine wirkliche Demokratisierung gefordert würde. Dennoch gäbe das Commonwealth of Nations nicht auf, es habe großes Interesse an einer Verbindung zu dem Land – und für die Wahlen, so ein Sprecher, sei man schlicht nicht verantwortlich gewesen.

Global Voices

Um häusliche Gewalt – vor allem gegen Frauen - geht es unter anderem in der Blogrundschau von Tolkun, die sich in usbekischen Blogs umgesehen hat. Der Usbekische Frauen-Blog (Russisch) verzeichnete als ersten Beitrag einen Post über eine Frau, die sich gegen ihren Mann, der sie immer wieder schlug, wehrte – und ihn erstach. Erstaunlicher Weise versuche der Beitrag weder die Frau noch die Position des Mannes zu verteidigen, sondern klage die Gesellschaft an: „Fürchte nicht Deine Feinden. Schlimmstenfalls bringen sie dich um. Fürchte Dich nicht vor Deinen Freunden. Schlimmstenfalls betrügen sie Dich. Fürchte aber gleichgültige Menschen! Wegen Ihres gleichgültigen Schweigens geschehen die schlimmsten Dinge in dieser Welt.“ Ein weiterer Blog der Seite erzähle die Geschichte einer Frau, der die Flucht vor ihrem Mann gelungen sei – in Usbekistan eine Seltenheit.

Um die usbekische Gesellschaft geht es in dem Blog Civil Society of Uzbekistan (Russisch); Usbekistan, so die Schlussfolgerung einer Diskussion des World Movement for Democracy sei ein Land, in dem die Gesellschaft unterdrückt würde, wo Journalisten und Menschenrechtsaktivisten kontrolliert würden und eine Regierungsopposition ebenso wie internationale Organisationen kaum noch zugelassen.

Aus Chile berichtet Rosario Lizana: In der dortigen Blogosphäre herrsche ein Unbehagen wegen eines Deals zwischen Wirtschaftsministerium und Microsoft. Microsoft habe, so führt diabloendetalles aus, eine Plattform zur Verfügung gestellt, die 15 Millionen Nutzern mail, messenger, spaces etc. umsonst zur Verfügung stelle – die Sorge vor dem „durchsichtigen“ Microsoftkunden scheint nicht unberechtigt, der Wirtschaftsminister stelle offenbar als Gegenleistung etliche Informationen über die Bürger des Landes zur Verfügung.

AgoraVox

Über die Indie-Rockerin Marnie Stern schreibt Jon Newton – nicht nur sei ihre Musik unglaublich gut, sondern sie sei auch (und damit dem Autor offenbar sympathisch) eine Raubkopiererin großen Formats: In einem Pitchfork-Interview habe die Sängerin freimütig zugegeben, in der letzten Zeit 40-50 Filme aus dem Netz heruntergeladen zu haben. Gesehen habe sie die Filme allerdings noch nicht, sie seien allesamt zu schlecht… Da sie wisse, dass sie sich strafbar mache, empfiehlt Newton, sich ihre Musik, solange Marnie noch nicht im Gefängnis säße, anzuhören:


Foto: Screenshot via St. Margarethshigh

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