Lager in Israel, eine neue Eva Peron und ein Ende der Plagiate – Bürgerjournalismus weltweit

€žDer Staat Israel ist in der Lage, Flüchtlingen, die bereits die Landesgrenze überschritten haben, Unterkunft und politisches Asyl zu gewähren. Mehr noch, Israel ist historisch und moralisch verpflichtet, seine Tore für alle Flüchtlinge zu öffnen, egal welcher Religion, welchen Geschlechts oder ethnischen Zugehörigkeit. Unsere Anführer betonen gern den einzigartigen Charakter

sudan.jpg€žDer Staat Israel ist in der Lage, Flüchtlingen, die bereits die Landesgrenze überschritten haben, Unterkunft und politisches Asyl zu gewähren. Mehr noch, Israel ist historisch und moralisch verpflichtet, seine Tore für alle Flüchtlinge zu öffnen, egal welcher Religion, welchen Geschlechts oder ethnischen Zugehörigkeit. Unsere Anführer betonen gern den einzigartigen Charakter unseres jüdischen Staates. Jetzt haben sie Gelegenheit, ihre Worte in Taten umzusetzen.€œ

Dieser Auszug aus einem Brief an den Knesset ist auf blacklabor blog zu finden und richtet sich gegen die Entscheidung der israelischen Regierung, viele der sudanesischen Flüchtlinge, die in den letzten Monaten über Ägypten in das Land kamen, in Lagern festzuhalten. Die Begründung dafür: Sie kämen aus einem feindlichen Staat. Viele dieser Flüchtlinge waren vor dem Völkermord in Darfur nach Israel geflohen, in der Hoffnung, dass sie dort, anders als in Ägypten, aufgenommen werden würden.

Noch ist ihr Schicksal ungewiss €“ die Stimmung in der israelischen Blogosphäre dazu hat Gilad Lotan für Global Voices zusammengetragen. Häufig werden dort Vergleiche zu der israelischen Geschichte, insbesondere aber zum Holocaust gezogen, so zum Beispiel auf Yellow Plebean€™s Hebrew Blog: Der Holocaust habe bewiesen, was passiert, wenn man einem Völkermord nicht entgegentritt sondern ihn ignoriert €“ gerade Israelis sollten sich daher ihrer humanitären Pflicht bewusst sein. Auch die Site Michtara.org, deren Betreiber an verschiedenen Aktionen, die Asyl für die Flüchtlinge durchsetzen wollen, beteiligt gewesen wären, fragt, wie es geschehen konnte, dass Israel so hartherzig geworden sei. Inzwischen seien in verschiedenen Kibbuzim des Landes Flüchtlinge aufgenommen worden.

Zum Thema Bloggen selbst geht es in einem anderen Beitrag der Seite. Laut Ndesanjo Macha sei die Tansanianische Blogosphäre die lebendigste und dynamischste Afrikas. Nun haben sich ihre Blogger zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen: Jumuwata. Dieser Zusammenschluss biete Bloggern und Bürgerjournalisten Seminare zum Aufbau von Blogs und demokratischen Netzprojekten. Die Gründing dieser Gemeinschaft war über das Netz zu verfolgen und so offen wie möglich gestaltet €“ ihre Vorsitzenden wurden in virtuellen Wahlen bestimmt.

OhmyNews

Sich selbst mit Eva Peron zu vergleichen, die in Argentinien einer Heiligen gleicht, war €“ gelinde gesagt – kein kluger Schachzug von Cristina Kirchner. Sie ist die Frau des jetzigen argentinischen Präsidenten und zugleich Präsidentschaftskandidatin für die nächsten Wahlen €“ und sie sorgt nicht nur durch die freizügige Nutzung von regierungseigenen Hubschraubern für Aufregung. Besonders kritisch würde sie, so schreibt Alan Mota, seit einer Reise nach Spanien betrachtet, auf der sie nicht nur den oben genannten Vergleich zog, sondern sich auch leistete, über die Wirtschaft ihres Landes nicht informiert zu sein und das Gespräch mit argentinischen Journalisten zu verweigern€¦ Da läge der Verdacht nahe, dass Frau Kirchner lediglich als Instrument ihres Mannes eingesetzt würde, damit er, sollte sie gewinnen, weiterregieren könne. Das Fazit des Autors: Gelänge es Argentinien auf seinem momentanen Kurs zu halten, wäre das gar nicht so schlimm.

An den Film Forrest Gump erinnert fühlte sich der Autor Pablo Ouziel, nachdem er erfuhr, dass zwei Teenager sich auf eine Wanderung durch die USA machten, um auf diese Weise gegen den Krieg zu protestieren. Leider ist das Leben kein Film €“ und sehr zum Betrüben des Autors habe sich den beiden jungen Kriegsgegnern bislang nur eine einzige Person angeschlossen. Vielleicht müsse man sie stärker anfeuern, vielleicht gäbe es dann Unterstützung und vielleicht auch eine Chance, dass sich Amerikaner und Ausländer an ihrem Protest beteiligten, um €žAmerika von seinen Krücken zu befreien€œ. Denn drei Leute, die für den Frieden marschierten, seien zwar inspirierend, aber nicht genug, um den Krieg zu stoppen. Andererseits sei auch Forrest Gump dreieinhalb Jahre gerannt.

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Agoravox

Adam Mutum hat einige Zeit in Malaysia an einer Universität und verschiedenen privaten Institutionen gelehrt und hat in dieser Zeit erschreckt feststellen müssen, dass die Studenten in großem Umfang plagieren. Insbesondere durch das Internet sind die Möglichkeiten des Ideenklaus ins Unermäßliche gestiegen. Viele Studenten, so hat Mutum beobachtet, stellen sich dabei allerdings recht dumm an – oft waren Schrifttyp und -farbe plötzlich eine ganz andere oder aus schlechtem Englisch wurde für einen Absatz brilliantes.
Doch nun hat er eine Site entdeckt, mit dem auch die schlaueren Abschreiber überführt werden können: iplagiarismcheck.com hat es sich zur Aufgabe gemacht, eingereichte Dokumente auf Plagiatshinweise zu überprüfen. Dazu werden Sätze, Satzstrukturen und sogar Synonyme der fraglichen Dokumente mit einer riesigen Datenbank an Blogs, Directories sowie PDFs und Artikeln im Internet einerseits und gedruckten Büchern und Artikeln andererseits verglichen. Eine Software muss dafür nicht heruntergeladen und installiert werden, zur Zeit kostet das einmalige überprüfen eines einzelnen Dokuments 5 Dollar. Die Studenten weltweit werden das nicht gerne hören.

Marie Naumann & Martin Stahlke

Foto: Screenshot via Tagesschau.de

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