Waffenhandel mit Libyen, Flüchtlinge und Revolver in Toronto - Bürgerjournalismus weltweit

- Frankreichs Präsident Sarkozy trifft Maommar Gaddafi. Screenshot via RP-online.de
Zu dem Skandal um den Waffenhandel zwischen Frankreich und Libyen schreibt auf OhmyNews Alan Mota. Der französische Präsident Sarkozy, der sich sehr für die Freilassung mehrerer Krankenpfleger, die in Libyen zum Tode verurteilt worden waren, eingesetzt hatte, hat in der vergangenen Woche einen Waffenhandel mit Moammar Gaddafi unterzeichnet. Natürlich läge, so der Autor, der Verdacht nahe, dass es sich um einen Austausch handle, Waffen gegen Geiseln – zumindest von libyscher Seite sei wenig unternommen worden, um sich von diesem Verdacht zu befreien.
Sicherlich könne man darüber nachdenken, inwiefern das Rüstungsabkommen mit der Freilassung der Krankenschwestern in Zusammenhang stünde, doch müsse man sich wirklich Sorgen machen? Zum einen sei Libyen ein im wesentlichen westlich ausgerichtetes Land was die internationale Politik beträfe, und der Lockerbie Anschlag sei zu lange her, um heute noch einen nachhaltig schlechten Ruf für das Land zu begründen. Zum anderen bieten die Waffen selbst, die verkauft würden, eigentlich kaum Grund zu Sorge: Es handle sich dabei vor allem um ein Radio-Kommunikationssystem sowie um Panzerfäuste, das vermutlich vor allem zur Modernisierung der libyschen Verteidigung diene. Für einen Angriff reiche das nicht aus – und für einen Terroristen sei eine solche Ausrüstung ebenfalls kaum von Nutzen. Trotz allem aber müsse Sarkozy jetzt die Folgen seines nur vermeintlich geschickten diplomatischen Schachzugs ausbaden – ein Albtraum für Frankreichs Regierung.

- Flüchtlinsbewegungen aus dem Irak. Screenshot via BBC
Über den kriegsgebeutelten Irak schreibt Peter Hinchcliffe, der den erschreckenden Bericht eines Mannes zitiert, der von den amerikanischen Truppen aus seinem Haus vertrieben wurde, nachdem sie es zerstört, alle Wertgegenstände und Pässe an sich genommen und sein Auto angezündet hätten. Inzwischen lebe er in Syrien und hoffe auf ein australisches Visum – ein Privileg, an das andere sicher nicht zu denken wagen: Hinchcliffe nennt Zahlen: Es gäbe in Syrien 1,2 Millionen irakische Flüchtlinge, 750.000 in Jordanien, 200.000 in den Golf Staaten, 100.000 in Ägypten, 40.000 im Libanon und 10.000 in der Türkei. Die UN suche Unterstützung durch wohlhabende Länder, insbesondere durch die USA und die Länder der Europäischen Union. Allein ein kleiner Ort in Schweden habe inzwischen mehr irakischen Flüchtlingen Unterkunft geboten als die gesamten USA.
Über eine politisch bedeutende Blogger-Convention schreibt Amin Forji. Wir haben den Artikel für Sie übersetzt.
Ebenfalls von politischer Bedeutung ist eine Blogger-Bewegung im Iran, über die Hamid Tehrani schreibt: Möglichst viele Blogs sollten unter dem Titel “der 5. August”, bzw. “14. Mordad” dem iranischen Kalender folgend, schreiben, um Studenten, von denen in letzten Monaten viele verhaftet worden und zum Teil noch in Haft seien, zu unterstützen. Das schlimmste Vergehen, das ihnen vorgeworfen würde, sei die Beleidigung gegen den ausgewählten Führer der islamischen Republik. Der 14. Mordad ist das Datum der Jungpersischen Revolution – doch auch heute würden noch Menschen im Kampf für die Demokratie eingesperrt, schreibt 14mordad und Akbar Ganji, Journalist und früher selbst politisch Inhaftierter, habe in einem offenen Brief um Unterstützung der Studenten aufgerufen, wie Kamangir schreibt.
Einen wunderbaren Überblick über die Blogosphäre von Bahrain schreibt Ayesha Saldanha – ebenfalls aus Anlass eines Blogger-Treffens am 2. August. Viele der von ihr vorgestellten Blogs sind auf Englisch verfasst – und den Blogging Blues hat nur Gardens of Sand; sie stellt eine entscheidende Frage: To Blog or Not to Blog?
Um Flüchtlinge geht es heute auf AgoraVox – in einem Artikel von Caroline Moorehead wird die Geschichte eines 25-jährigen sudanesischen Flüchtlings erzählt, die exemplarisch ist für die Lage der Flüchtlinge in Israel, auf die die Autorin einen detaillierten Blick wirft und die Hintergründe der Verwicklungen erklärt.
Einen kleinen Einblick, was es heißt, in einem Land zu leben, das auf Hilfe von anderen angewiesen ist, gibt Nasim Fekrat. Er ist Afghane – und es ist ihm, im Gegensatz zu den in Kabul lebenden Ausländern, die im Luxus leben und von Bodyguards beschützt werden, nicht gestattet, ein Bier zu trinken.
Die Frage, ob Handfeuerwaffen in Kanada verboten werden sollten, stellt Gregory Morrow. Während der Autor den Besitz von Jagdwaffen durchaus verstehen kann, sei der legale Besitz von Waffen wie Revolver nicht so leicht zu verteidigen – zumal über 70 Prozent dieser Waffen über die Grenze aus den USA eingeschmuggelt würden. Würde das Recht, eine Waffe zu besitzen mit dem Recht, ein sicheres Leben (das durch die vielen Waffen, die sich im Umlauf befänden, gefährdet sei) zu führen gewogen, würde letzteres in jedem Fall gewinnen. Die Verbannung von Handfeuerwaffen sei also, selbst wenn dafür das Gesetz geändert werden müsste, in jedem Fall zu begrüßen.










