“Koran im Kopf” – eine Innenansicht des islamischen Fundamentalismus

Die über drei Jahre gefilmte bemerkenswerte Doku €œKoran im Kopf€ im WDR-Fernsehen gestern (Wiederholung auf Phoenix 27.8., 13:30 und 18:00 Uhr) belegt, dass in der Abu-Bakr-Moschee in Köln Islamisten produziert werden. Beredtes Beispiel war Barino (22), Sohn einer Katholikin und eines ägyptischen Kopten. Der sagt vor der Kamera: €œEs besteht

koran.jpgDie über drei Jahre gefilmte bemerkenswerte Doku €œKoran im Kopf€ im WDR-Fernsehen gestern (Wiederholung auf Phoenix 27.8., 13:30 und 18:00 Uhr) belegt, dass in der Abu-Bakr-Moschee in Köln Islamisten produziert werden. Beredtes Beispiel war Barino (22), Sohn einer Katholikin und eines ägyptischen Kopten. Der sagt vor der Kamera: €œEs besteht kein Zweifel, dass es das Größte ist, für Allah zu sterben.€ Und er fühlt sich, siehe Kölner Stadtanzeiger , in dem Film auch korrekt dargestellt mit seinem Bekenntnis zum Fundamentalismus und zur Scharia – Steinigung, Handabhacken etc. inklusive. Autor Antonio Cascais, der den Film mit Marcel Kolvenbach produzierte, zeigte sich laut Kölner Stadtanzeiger €œrat- und fassungslos€ anhand dessen, was er in der Langzeitdokumentation erlebte.

Nun meldet sich Barino im Düsseldorf Blog persönlich zu Wort. Sein Kommentar wird aufgrund der Relevanz und Aktualität hier ungekürzt wiedergegeben. Die Stellungnahme des Barino B.:

“Man bezeichnet mich als Fundamentalist, Islamist, Koranist. Ich selber bezeichnete mich als Fundamentalist, um deutlich zu machen, dass die Grundlage eines jeden Moslems nichts anderes sein kann als die Fundamente seiner Religion, sprich, der Koran und die Aussprüche und Traditionen des Propheten Mohammed (Sunnah) und der daraus abgeleiteten Scharia. Wenn ich den Begriff des Fundamentalisten also so definiere, muss jeder normale Moslem ein Fundamentalist sein. Ihr Heuchler, der Islam, und somit auch seine Fundamente, der Koran und die Sunnah, sind als ordentliche Religion anerkannt. Wie könnt ihr dann Jemanden, der seine Religion auch praktizieren möchte verfluchen und als Terroristen darstellen? Als ungelebte Theorie ist euch der Islam recht, wird er aber praktiziert, dann ist er euer größter Feind.EURe Heuchelei zeigt sich darin, dass ihrEURen Feind nicht beim Namen nennt. Ihr sagt nicht:€œDer Islam und seine Lebensweise ist uns zuwieder und er muss bekämpft werden.€œ. Nein, ihr gebtEURem Feind den Namen Fundamentalismus. So zieht ihr auch die nicht praktizierenden Muslime mit, die ihren Glauben auf ihren Wunschvorstellungen aufbauen und nicht auf den Fundamenten ihrer Religion, und sich somit auch nicht angesprochen fühlen. Genial! Ihr verblendeten, ihr sagt, dass das westliche Gedankengut für einen Moslem zu komplex ist und er sich daher im einfach strukturiertem Islam wohler fühlt.
Euch scheint der Islam mit seinen politischen, ethischen und rechtlichen Lehren allerdings so komplex zu sein, dass ihr ihn immer wieder auf einen einzelnen Menschen oder eine ethnische Gruppe herunter brecht. Ich habe noch keine öffentliche Diskussion über den Islam als komplexes Glaubensgebilde, bestehend aus einer eigenen Ethik, Recht und Politik gesehen sondern nur als Begleiterscheinung eines Integrationsproblems.
Man zitiert mich mit folgender Aussage: €žEs besteht kein Zweifel, dass es das Größte ist, für Allah zu sterben.€œ Die Schreiber der renommierten Zeitungen sind über diese Aussage entsetzt.
Diese Aussage kann doch nicht neu für euch sein. Jeder der sich mit dem Islam, nicht mit den Muslimen, sondern mit dem wahren Islam auseinander setzt, wird schnell auf diese Aussage stoßen. Das ist doch kein Geheimnis. Ich habe mir das nicht ausgedacht, sondern auch lediglich zitiert. Ich bin entsetzt über die Scheinheilichkeit, der Öffentlichkeit und deren Unvermögen diese Verse und Aussagen im Lichte des Islams zu diskutieren. Sie haben ihren Grund, ihre Entstehungsgeschichte und ihren Kontext. Dies kann sachlich und neutral aus islamischer Moral heraus analysiert und dargestellt werden. Vorausgesetzt natürlich, man ist an objektiver Aufklärung interessiert.
Die Moschee wird dargestellt, als würden ihre Prediger mich radikalisieren. Das ist schlicht weg falsch und zeigt nurEURe Ignoranz oderEURe Ohnmacht vor der Komplexität des Islam. Ich zitiere keine Prediger sondern die Fundamente des Islam.
Warum versucht ihr den Islam durch die Menschen zu erfahren, die in der Allgemeinheit den Islam mehr schlecht als recht leben und kennen? Warum nicht durch seine unverrückbaren Quellen, die den Islam definieren? Meine Absicht ist es, den Islam, nicht die Muslime, in den Mittelpunkt zu rücken, und ihn mit seinen Fundamenten zu erörtern und zu verstehen. Ich bitte die interessierten darum, den Islam nicht auf die Kopftuch-Frage, die Integrationsprobleme oder den Irak-Krieg zu reduzieren, sondern ihm den Respekt zukommen zu lassen, den er als ganzheitliche Lebensweise verdient hat.”

Wichtiger Hinweis: Andreas W. aus Hannover hat Barino B. wegen seiner Äußerungen in der Fernsehsendung bei der Staatsanwaltschaft in Köln angezeigt.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung des Düsseldorf Blogs. Die Erstveröffentlichung ist hier zu finden. Redaktionell bearbeitet von Alexander Günther.

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