Scientology-Verbot wird von Expertin gefordert

Das ist auch nicht alltäglich: Jemand schreibt über einen Verein und fordert bei der Vorstellung des Buches ein Verbot dieses Vereins. Ursula Caberta, die sich in der Hamburger Innenbehörde mit der so genannten “Scientology-Church” beschäftigt, hat es getan. “Wir haben inzwischen genug Material zusammen, sie zu verbieten”, sagte sie bei

Caberta.jpgDas ist auch nicht alltäglich: Jemand schreibt über einen Verein und fordert bei der Vorstellung des Buches ein Verbot dieses Vereins. Ursula Caberta, die sich in der Hamburger Innenbehörde mit der so genannten “Scientology-Church” beschäftigt, hat es getan.

“Wir haben inzwischen genug Material zusammen, sie zu verbieten”, sagte sie bei der Vorstellung ihres “Schwarzbuch Scientology“. Für einen wichtigen Schritt halte sie die Einleitung eines Prüfverfahrens. Ursula Caberta: “So lange ich hier sitze, werde ich nicht aufhören zu betonen, dass Scientology eine für Menschen und die Gesellschaft gefährliche Organisation ist.”
Ursula Caberta gehört zur Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde, die seit 1992 besteht. Bei der Buchpräsentation hat auch Innensenator Udo Nagel vor einer Verharmlosung der Organisation gewarnt.

Antidemokratische Bestrebungen

Im Juni 1997 stellte die Innenministerkonferenz fest, dass bei der Scientology-Organisation “tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vorliegen”.
Verfassungsschützer im Bund, in Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und neuerdings auch wieder in Berlin beobachten den Verein, der von dem amerikanischen Science-fiction-Autor L. Ron Hubbard gegründet und dessen Name 1953 als Markenzeichen eingetragen worden ist.
Die Mitgliederzahl des Psycho-Vereins liegt im Dunkeln, in Deutschland soll sie um die 6000 liegen.

Völlige Unterordnung des Einzelnen

Ziel der Organisation ist laut Ursula Caberta “die völlige Unterordnung des Einzelnen”: “Scientology ist eine verfassungsfeindliche, extremistische und menschenverachtende Organisation, die eine totalitäre Gesellschaft aus gefügigen Anhängern fordert.”
Nicht zum ersten Mal versuchte die von Hubbard gegründete Organisation, eine kritische Publikation zu verhindern. Die Verlagsgruppe Random House bekam Abmahnschreiben, der deutsche Zweig Scientologys und Privatpersonen forderten die Unterlassung mehrerer Passagen. Dazu Ursula Caberta: “Diese Aktionen sind ins Leere gelaufen.”

Besonderes Medieninteresse weckte Scientology in diesen Tagen, weil das “bekennende Mitglied” Tom Cruise in einem Film, der zurzeit gedreht wird, Graf Stauffenberg verkörpert.

Foto: Screenshot via FAZ.de

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  1. Es gibt zig Religionen oder Sekten, auf die die Beschreibungen im Text zutreffen. Verboten werden soll nur eine. Ist doch eigenartig. Immer wenn Politiker das Verbot von etwas fordern, werde ich hellhörig. Einen besseren Kontraindikator gibt es nämlich kaum.

    Scientology ist eine Sekte, die Menschen sicherlich psychischen Schaden zufügen kann. Das ist unstrittig. Jedoch trifft das auf viele Sekten und auch Religionen zu. Niemand würde deshalb ihr Verbot fordern. Nehmen wir als Beispiel den Islam: Frauen sind laut Koran minderwertige Wesen, die Scharia widerspricht unserem Grundgesetz und diese Religion treibt unzählige Menschen in den Tod, weil sie auf 72 Jungfrauen warten (was ist eigentlich mit Frauen? Kriegen die dann Matt Damon?). Fordert deshalb jemand das Verbot des Islam? Wohl kaum. Was ist da wohl gefährlicher? Scientology oder der Islam?

    Mit anderen Worten: Wenn Politiker ein Verbot fordern, haben sie fast immer Angst vor Machtverlust. Wie das in diesem Fall aussieht, daran sollte sich mal ein Journalist machen. Stoff genug gibt es.

    Franz