Kreditklemme hatEURopa und Asien erreicht

In einer Pressemeldung berichtet Bloomberg heute von einer bisher einmaligen Liquiditätsbereitstellung derEURopäischen Zentralbank fürEURopäische Geschäftsbanken in Höhe von derzeit rund 95 Mrd. ‚¬. Damit soll die derzeitige Liquiditätsklemme im Geschäftsbankensystem bekämpft werden. Die Tagesgeldsätze waren zuvor auf ein Jahreshoch für die Londoner Interbank Offered Rate von zuvor 5,35% auf 5,86%

boerse.jpgIn einer Pressemeldung berichtet Bloomberg heute von einer bisher einmaligen Liquiditätsbereitstellung derEURopäischen Zentralbank fürEURopäische Geschäftsbanken in Höhe von derzeit rund 95 Mrd. ‚¬. Damit soll die derzeitige Liquiditätsklemme im Geschäftsbankensystem bekämpft werden. Die Tagesgeldsätze waren zuvor auf ein Jahreshoch für die Londoner Interbank Offered Rate von zuvor 5,35% auf 5,86% hochgeschnellt. Die Dreimonats-Libor-Dollar-Rate stieg von 5,38% auf 5,5%.

Die französische BNP Parisbas stoppt die Verkäufe von Fondsanlagen von drei Fonds (Parvest Dynamic ABS, BNP Paribas ABSEURibor and BNP Paribas ABS Eonia.), da zuvor massive Liquiditätsabflüsse die Bewertung der Fondanteile anhand der Marktdaten unmöglich machte. In den drei betroffenen Fonds waren insgesamt 1,6 Mrd. ‚¬ angelegt. Sie hatten zuvor innerhalb von zwei Wochen 20% ihres Werts eingebüßt. Auch die holländische Bank NIBC Holding NV musste Verluste aufgrund der Subprime-Krise in Höhe von 132 Mill. ‚¬ einräumen. Dies werden voraussichtlich nicht die letzten Verlustmeldungen inEURopa gewesen sein.

Asiatische Märkte stehen ebenfalls vor Zinsschock


Die südkoreanische Zentralbank hat völlig unerwartet den Diskontsatz um 25 Basispunkte auf 5% angehoben. Damit soll eine Kreditblase in Südkorea im Bereich der Verbraucherkredite vermieden werden. Der Diskontsatz liegt nach der jüngsten Anhebung nun auf dem höchsten Niveau seit dem März 2001. Durch die erneute Zinsanhebung droht auch eine weitere Aufwertung des koreanischen Won. Der unerwartet eingeschlagene Restriktionskurs könnte auch beispielhaft für andere asiatische Länder sein, da, wie bereits zuletzt die Wachstumszahlen aus der VR China gezeigt haben, dort ebenfalls eine Überhitzung der Konjunktur droht. Während daher die asiatischen Zentralbanken versuchen einer weiteren Ausbreitung einer Kreditblase durch Zinsanhebungen zuvorzukommen, stehen die US Fed und EZB inEURopa vor dem akuten aktuellen Problem, die bereits vorhandenen Kreditklemme durch Liquiditätshilfen am Interbank-Markt zu stützen, um weitere drohende Zusammenbrüche von Geschäftsbanken zu verhindern.

Die schlechten Nachrichten über eine sich ausweitende Kreditklemme haben weltweit zu deutlichen Kurseinbrüchen an den Börsen geführt. Es bleibt mithin abzuwarten, wie sich die Ansteckung der Geld- und Kapitalmärkte in den kommenden Tagen und Wochen fortsetzt.

Foto: Markus via Pixelio

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