“Wenn es nach mir ginge, würde ich die Olympischen Spiele folgendermaßen beschreiben: Einige Gastarbeiter reparierten einige Stadien, Brücken und Strassen, einige Leute werden teilnehmen, einige Leute werden zugucken und einige Leute werden viel Geld verdienen.”
So ein ungenannter Blogger auf dem “Peking 2008 Bullog Blog” aus China.
Sehr vieleEURopäische und Amerikanische Menschenrechtskämpfer haben zum Boykott der Spiele aufgerufen, protestieren gegen die Bedingungen, die in dem Austragsland für die Bevölkerung herrschen und bezeichneten sie als “Darfur Olympics“, “Gas Masken Spiele” und ähnliches. Auch in China selbst regt sich Widerstand gegen die Spiele, schreibt John Kennedy auf Global Voices. So haben sich beispielsweise etliche Intellektuelle des Landes zusammengetan und eine Liste erstellt mit Punkten, die sie für das Großereignis fordern. Dazu gehören unter anderem die Freilassung von politischen Gefangenen, die Freiheit zur freien Berichterstattung auch für chinesische Reporter und eine Stärkung der Rechte von Arbeitern. Ähnlich die Forderungen des unbekannten Bloggers:
- Ich bin gegen eine Über-Politisierung der Olympischen Spiele
- Ich bin gegen den ausschließlichen Fokus auf Medaillen
- Ich bin gegen das Märtyrertum
- Ich bin gegen die Einschränkung der Redefreiheit.
Um die Umwelt geht es in der bulgarischen Blogübersicht von Sami Ben Gharbia. Nachdem das Bulgarische Gericht beschlossen habe, den Nationalpark Strandscha nicht länger unter Naturschutz zu stellen, protestieren Blogger und Umweltorganisationen des Landes gemeinsam für die Erhaltung der einzigartigen Ökoregion am Schwarzen Meer. Diese Koalition habe sich als erstaunlich schnell und sehr organisiert erwiesen: Es kam landesweit zu Demonstrationen und Flasch-Mobs zu denen Informationen größtenteils per SMS, E-Mail und Blogposts weitergegeben worden waren. Auch Online-Petitionen wurden eingerichtet, ebenso Video- und Photo-sharing Sites zum Thema. Größtenteils diesen Initiativen sei es zu verdanken, dass auch die öffentlichen Medien begannen auf das Thema aufmerksam zu werden. Dass die Polizei versuchte, die Blogger einzuschüchtern, war vermutlich keine gute Idee€¦ Als Reaktion darauf wurde von der Umweltseite und Organisation Blue Link rasch die Free Net Campaign ins Leben gerufen, die sich für die Rechte von Bloggern einsetzt. In einem zweiten Teil des Artikels hält Gharbia ein Interview mit der bulgarischen Umweltschützerin Gründerin der Kampagne Milena Bokova.
Zwei neue Artikel der €“ ursprünglich koreanischen €“ Seite befassen sich mit der politischen Situation in Korea.
Timothy Savage schreibt zu der ablehnenden amerikanischen Reaktion auf die Ankündigung eines neuen innerkoreanischen Gipfels. Die USA, so seine These, hätten längst das Verständnis für die Spannung zwischen den beiden Ländern verloren. Exemplarisch dafür sei die Äußerung Bruce Klingers von der Heritage Foundation, der gesagt habe, dass der neue Gipfel die internationalen Bemühungen Nord-Korea zu “denuklearisieren” unterminiere und damit das amerikanisch-koreanische Verhältnis in Frage stelle. Klinger reduziere Nord-Korea mit diesen Worten auf eine Bedrohung, die gezügelt oder zurückgedrängt werden müsse, und Südkorea auf einen kleinen Verbündeten, den man durch die Drohung ihn zu verlassen, gefügig peitschen könne. Diese Auffassung habe allerdings nichts mehr mit der Realität gemein, so der Autor, da jeder militärische Angriff von Seiten Pjöngjangs glatter Selbstmord wäre €“ zu groß seien die militärischen Unterschiede beider Länder, Atomwaffen hin oder her. Aus dieser Situation heraus habe sich langsam ein anderes Verhältnis Südkoreas zu dem Norden ergeben: Statt sich militärisch zu rüsten, würde nun auf eine Strategie gesetzt, die langfristiges Engagement für eine friedliche Lösung zum Ziel habe. Die Freundschaft zu den USA bleibe für Südkorea weiterhin wichtig, sei aber nicht mehr existentiell.
Einen völlig anderen Blickwinkel auf die Dinge hat Lee Byong-chul: Auch er sieht den Gipfel als ein Zeichen der Annäherung Nord-Koreas an den Süden der Halbinsel, befürchtet jedoch, dass diese Entwicklung nicht von Dauer sein werde, da Frieden im Schatten von Atomwaffen nicht möglich sei €“ und zu deren Abschaffung bräuchte Süd-Korea die USA als Partner, könne also nicht eigenständig handeln. Dass Pjöngjang nun den direkten Austausch mit Seoul suche, sei demnach als Ausnahme zu werten €“ und der Autor vermutet, dass auch in diesem Fall die USA eingewirkt habe, vielleicht, um eine bessere Basis für eine friedliche Lösung im Atomkonflikt zu schaffen.
Über den Versuch Hollywoods, in Indien Bollywood-Filme zu drehen, schreibt Marginal Revolution €“ und sieht für Sony keine Chance auf dem indischen Markt. Zwar sehe man immer wieder, dass amerikanische Globalisierung durchaus erfolgreich ist, und man durchaus bereit sei, sich im Ausland lokalen Gebräuchen zu beugen (so serviere McDonalds in Indien beispielsweise Lammburger und Curry), werde aber daran scheitern, lokale Gebräuche in die eigenen Produkte aufzunehmen: Zu sensibel sei Kreativität, die auf kulturellen Wurzeln ruhe, und wenn es Hollywood auch gelänge eine gute Kopie zu schaffen, so werde Bollywood dennoch immer authentischer und näher am Publikum sein.
Die Autorin könnte recht haben:
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Über einen weiteren Fall einer Anklage gegen vermeintliche Raubkopierer (zum Zeitpunkt, als die Straftat begangen worden war, waren die beiden Angeklagten 12 und 16 Jahre alt), schreibt Jon Newton, der darin einen weiteren Abschreckungsversuch der “Großen Vier” (gemeint sind die Firmen EMI, Universal, Sony BMG und Warner Music) gegen die Verbreitung von Musik im Internet sieht. Doch sie würden verlieren: Leute wie die Angeklagten bräuchten die Labels längst nicht mehr. Doch die Labels benötigten sie.
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