Aus Protest gegen das geplante Importkohlekraftwerk im Bayer-Chemiepark Uerdingen führt der Niederrheinische Umweltschutzverein (NUV) nun bereits seit Pfingstmontag einen nahezu dreimonatigen Staffel-Hungerstreik lückenlos durch. Nach Martina Grubert, Andrea Nolte, Illona Soyka und Sabine Flecken übernimmt Ulrich Grubert aus Krefeld-Bockum den letzten virtuellen Staffelstab am 13.08.2007.
Ab Montag beginnt für den Umweltschützer Ulrich Grubert das zeitlich unbegrenzte Martyrium unter dem Motto: “Hungern bis zum endgültigen Ende der Kohlekraftwerksplanung“.
Sowohl für die Krefelder Bevölkerung als auch für die Menschen auf allen Kontinenten geht es um das “nackte Überleben”, wenn wir nicht in den nächsten Jahren die Wende “Weg vom CO2″ schaffen!
Auch in diesem Jahr überschlagen sich die Klimarekorde: Die UN-Klimabehörde bilanziert extreme Kälte, Niederschläge und Temperaturen. Weltweit wurden die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnung registriert. InEURopa lagen die Temperaturen im April ca. vier Grad (4 Kelvin) über dem langjährigen Durchschnitt. Als Beispiele für die zahlreichen Wetterextreme nennt die WMO (World Meteorological Organisation ) die Überschwemmungen in Großbritannien, die sommerliche Hitzewelle in Südosteuropa, den ungewöhnlich heftigen Schneefall in Südafrika, die schlimmste Flutkatastrophe in Uruguay sowie die größten Überschwemmungen seit Menschen-gedenken in Indien, Nepal und Bangladesch. Neben Millionen Menschen, die obdachlos wurden, starben in diesem Jahr rund 1900 Menschen. Diese Opfer sind für manche geldgierige Stromkonzerne nur Kollateralschäden!
Die Zukunft unserer Kinder wird rücksichtslos auf dem Altar der schnellen Gewinne geopfert!
Mit der Aktion des NUV sollen diejenigen (bundesweit beobachteten) Parteien im Krefelder Stadtrat in ihrer Standfestigkeit bestärkt werden, die sich gegen das geplante Importkohlekraftwerk am 8. März. 2007 ausgesprochen haben. Der NUV appelliert an Trianel, Bayer und Stadtwerke Krefeld, eine alternative Kraftwerksplanung auf der Basis von Gas durchzuführen. Ein Gaskraftwerk erzeugt bei der Bereitstellung von Dampf und elektrischer Energie nicht nur weniger als die Hälfte an CO2, sondern erspart den ohnehin stark gebeutelten Menschen im Hafengebiet zusätzlichen Feinstaub durch den Kohleumschlag. CO2, das gar nicht erst erzeugt wird, braucht dann ab 2020 auch nicht mit hohem technischen und kostenmäßigen Aufwand abgeschieden, verflüssigt, transportiert und unterirdisch eingelagert zu werden. Zudem verliert ein nachgerüstetes Kraftwerk noch zusätzlich 13 Prozent von seinem ohnehin geringen Wirkungsgrad. Die Zusatzkosten gegenüber einem Gaskraftwerk (gleicher Leistungsklasse) würden sich dann von den bereits jetzt jährlich ca. 40 MillionenEURo noch weiter erhöhen.
Wir Stromkunden müssten die Zeche für das ökologische und ökonomische Desaster dann auch noch zusätzlich bezahlen!
Weitere Informationen unter: www.nuv-online.de
Zum Thema:
“Die UN-Klimabehörde bilanziert extreme Kälte, Niederschläge und Temperaturen.”
ROFL Die UN stellt fest, daß es Temperaturen gibt. LOL
“Weltweit wurden die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnung registriert.”
1934 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Seit 1998 hat sich die weltweite Durchschnittstemperatur nicht mehr erhöht. Soviel dazu.
“starben in diesem Jahr rund 1900 Menschen”
Und wieviel starben in den Jahrzehnten davor jährlich?
“eine alternative Kraftwerksplanung auf der Basis von Gas durchzuführen.”
Ja, weil Deutschland ja auch soviel davon hat, gell. Ja, aber die Importkohle! Ja, was soll damit sein? Dies ist jetzt billiger als einheimische. Wenn sich das mal ändert hat Deutschland noch genügend eigene Vorräte für viele, viele Jahrzehnte. Aber wen interessiert das schon, die UN hat ja Temperaturen entdeckt.
Franz