Auf den ersten Blick möge es seltsam erscheinen, gerade in Peru von Rassismus zu sprechen, schreibt Juan Arellano auf Global Voices. Das Land sei ohnehin multinational und die Bevölkerung habe die unterschiedlichsten ethnischen Hintergründe; dass ein Peruaner eine €žreine Rasse€œ vetreten könnte, wäre unglaublich.
Und dennoch sei gerade jetzt wieder eine Diskussion zu dem Thema entbrannt, die beweise, dass es auch in Peru Rassismus gebe €“ in einer sehr subtilen Form: Normalerweise würde niemand behaupten, rassistisch zu sein, doch in bestimmten Kreisen würden Vorurteile jeder Art geäußert; meist gegen die Cholos, jene Peruaner mit indianischer Herkunft, oder gegen Afro-Peruaner. Früher hätte es einmal Rassismus gegen Asiaten gegeben, doch heute sei diese Gruppe wirtschaftlich sehr erfolgreich €“ und €žGeld ändert die Hautfarbe€œ, wie es heiße.
Anlass für die neu entfachte Debatte war das Plakat eines Filmfestivals in Lima, das einen offenbar Dunkelhäutigen von hinten und weniger gut gekleidet als die anderen Figuren auf dem Bild zeigt. Die Firma, die das Plakat entworfen habe, behauptete, damit bewusst die Diskussion anfachen zu wollen und dass es Firmenpolitik sei, für Integration zu werben €“ eine Behauptung, die nach hinten losging, wie auf dem Blog von El Utero de Marita deutlich wird; hier wird deutlich gemacht, wie albern diese Haltung der Werber sei, deren Kampagnen für verschiedene Bergwerke nichts von Integration erkennen ließen.
Über eine interessante Fatwa hat Moussa Bashir in dem libanesischen Blog Human Province gelesen: Der Geistliche Groß Ayatollah Fadlallah hat den Ehrenmord sowie Gewalttaten aus Ehre generell verurteilt €“ sie seien widerwärtige Taten. Am häufigsten leiden unter diesen €žEhrentaten€œ Frauen, wenn ihnen durch Familienangehörige unzüchtiges Verhalten vorgeworfen wurde.
In dem Zusammenhang, aber wesentlich lustiger, steht vielleicht auch der Blog von Lebanon Reporter, der Frauen erklärt, wie sie sich libanesischen Männern gegenüber verhalten sollten:
Immer arrogant, immer so tun, als sei man gerade wahnsinnig beschäftigt, am besten werden sie ignoriert und vor allem: Niemals, niemals sollte eine Frau einen libanesischen Mann anlächeln!
Michael Werbowski war in Tschechien und hat dort mit Menschen aus der Region Brdská vrchovina gesprochen, wo die USA plant, ein Radarsystem zur Raketenabwehr zu errichten. Der Autor sieht in darin den Anfang eines neuenEURopäischen Wettrüstens €“ und auch die Bevölkerung der Region hat sich zum großen Teil gegen die Anlage ausgesprochen. Nicht nur sind die meisten davon überzeugt, dass die Anlage der Region wirtschaftlich nicht von Nutzen sein würde, sondern auch gesundheitlich und für die einzigartige Natur der Gegend befürchte man Schäden; viele Häuser befänden sich in einem Umkreis von nicht einmal zwei Kilometern.
Eine Gruppe von Gegnern habe sich inzwischen zusammengetan, darin vereint auch politische Gegner wie ultranationale Gruppen und linke Anarchisten.
Einen sehr langen Artikel hat Umer Farooq zum 60. €žGeburtstag€œ Pakistans verfasst; ausführlich geht sie darin auf die jüngsten Krisen, wie die Kämpfe um die Rote Moschee ein, auf die diplomatischen Verquickungen der letzten Jahre, insbesondere im Zusammenhang mit den USA und den €žErzrivalen€œ Indien.
Samir, ein marokkanischer Autor, berichtet von den erheblichen Einbußen, die seine Heimatstadt Marrakesch zur Zeit im Tourismussektor erleidet. Ein Rückgang zwischen 17 und 50 Prozent in ihrer Belegung verzeichnen die 4 und 5 Sterne Hotels der mit knapp 900.000 Einwohnern viertgrößten Stadt Marokkos. Zurückzuführen ist dieser Rückgang der Touristenzahlen vermutlich auf die veränderte Sicherheitslage im nordafrikanischen Land: Im April diesen Jahres gab es in der Wirtschaftsmetropole des Landes, Casablanca, drei terroristische Anschläge. Anhand des Beispiels der Reisewarnungen der australischen Regierung zeigt Samir, dass sich Marokkos Bild im Ausland deutlich verschlechtert hat.
Dieser Rückgang der ausländischen Besucher und Urlauber ist ein herber Schlag für das Land, dass sich von einem bevorzugten Reiseziel der Abenteuersuchenden hin zu einem Pauschalurlaubsland des Massentourismus gewandelt hat. Tourismus hat sich zur größten Quelle für ausländische Devisen entwickelt und hilft damit, vorhandene Handelsdefizite auszugleichen. Und, geht es nach dem Willen der Regierung, so soll die bedeutsame Rolle des Tourismus für die Wirtschaftskraft des Landes noch weiter ausgebaut werden: Die Zahl der Touristen soll von 6,5 Millionen Besuchern im letzten Jahr auf 10 Millionen im Jahr 2010 gesteigert werden. Da sind die derzeitigen Einbußen natürlich ein Schlag ins Kontor. Doch wenn Marokko Glück hat, sieht die Mehrheit der Touristen die Sache so entspannt wie die von Samir zitierte holländische Touristin: €žBombenanschläge können überall und zu jeder Zeit passieren, ob in Großbritannien, in Spanien oder sonstwo. Das wird mich nicht davon abhalten, dieses schöne Land zu besuchen.€œ
Marie Naumann & Martin Stahlke
Foto: Screenshot von polysocial
Hallo, ich finde es waere auch Korrekt wenn es ein Link zu meinem Blog unter dem Bild gebe.