Antisemitismus, Terrorismus und Carsharing - Bürgerjournalismus weltweit

- Farfur starb als Märtyrer. So heißt es auf Al Aqsa-TV. Screenshot via elpais.com
„Palästinensische Schulbücher und Medien-Organisatonen stellen weiterhin Israelis als Mörder und Plünderer dar und propagieren Hass auf Israel, indem sie sein Recht zu existieren verleugnen.“ So Itamar Marcus, Direktor des Palestinian Media Watch, dessen Statement Yehonathan Tommer auf OhmyNews beschreibt.
Der Staat Israel erscheine als geographische Entität nirgends in den Medien Palästinas, über die Konflikte zwischen beiden Ländern würde nur als „Religiöser Konflikt“ zwischen dem Islam, den Juden und dem Rest der Welt berichtet. Insbesondere in Schulbüchern würde im Zusammenhang mit den israelischen Nachbarn beleidigende Sprache genutzt, negative Bilder und eine hassgeladene Ideologie, die Schülern keinen anderen Blick ermögliche. Die Gründung des Staates Israel werde dort als „nie erlebte Katastrophe“, als Diebstahl von „Zionisten-Gangs“ beschrieben, die „Palästina gestohlen“ hätten.
Auch in der Sprache des palästinensischen Präsidenten Abbas fände sich, so Marcus, diese Haltung: Während seine englischen Reden vor internationalem Publikum eine Anerkennung Israels zu befürworten schienen, klänge in den arabischen Ansprachen an, dass die Regierung zwar mit israelischen Offizieren verhandle, aber offiziell den Staat nicht anerkennen müsse.
Ebenso seien die öffentlichen Medien unverhohlen antisemitisch. Eines der prominentesten Beispiele für diese antisemitische Haltung sei die auch hierzulande viel besprochene Sendung gewesen, in der palästinensische Kinder von einer Maus (Disneys „Mickey Mouse“ nicht unähnlich) zu hören bekamen, dass Intoleranz gegen Juden gut und Morden im Namen Allahs zuzustimmen sei. Nachdem die Sendung international in Kritik geraten worden war, musste die beliebte Maus Farfur abgesetzt werden. Um ihr Ende für die jungen Zuschauer plausible zu machen, wurde in der letzten Folge die Show-Maus von einem israelischen Immobilienhai bedrängt, dass sie ihr Land an Israel verkaufen solle. Farfur weigert sich, „sein Land an Terroristen zu übergeben“ – der Israeli prügelt sie daraufhin zu Tode. Ein kleines Mädchen erklärt Farfur daraufhin zum Märtyrer.
Außerdem finden sich unter den neuen Texten auf OhmyNews Artikel von Alan Mota und Angelique van Engelen. Ersterer schreibt über die jüngsten Flutkatastrophen in Asien und Europa und über die UN-Warnung, dass man vor allem in die Prävention der Desaster investieren müsse – die Folgen der Fluten, mit Seuchen, Wasserknappheit und Hygieneproblemen seien noch schlimmer als die Überschwemmungen selbst. Angelique van Engelen beleuchtet die Hintergründe der iranischen Macht und analysiert die letzten Ministerwechsel des Landes.
Als auf der Strecke Moskau - St. Petersburg am Montag ein Zug entgleiste, waren die Blogger des Landes den öffentlichen Medien einen Schritt voraus, schreibt Veronivca Khokhlova und zitiert die ersten Reaktionen, die vor allem die Verzweiflung von Bekannten wiedergeben, die nicht helfen können und auf Handynachrichten warten. Die Bloggerin Katoga schreibt aus einem Ort in der Nähe des Unglücks und fürchtet den Monat August, denn es habe fast Tradition, dass im August Terroranschläge stattfänden… Auf vielen Blogs fänden Diskussionen zum Thema statt, immer wieder würde die Unsicherheit, ob man den Medien trauen könne, ausgesprochen. Ein Blogger, egorich29, äußert die Vermutung, die Explosion könne im direkten Zusammenhang mit den nächsten Wahlen stehen. Den Bericht eines Augenzeugen könne man bei ka52ever lesen: Dieser Blogger befand sich auf dem Zug als er entgleiste; bemerkenswerter Weise seien alle Passagiere ruhig geblieben.
In ein gewaltiges Fettnäppchen sei in Korea ein ausländischer Professor getreten, als er Kim Gu, der 35 Jahre lang gegen die japanische Besatzung des Landes kämpfte, als Terroristen bezeichnete, schreibt Hyejin Kim. Viele Blogger reagierten darauf sehr irritiert – immerhin beschreibe der Professor damit Nationalhelden. Während der Unterrichtende inzwischen erklärte, dass er schlicht keinen anderen Begriff für den bewaffneten Kampf um die Unabhängigkeit gefunden hätte, und er in Zukunft seine Worte vorsichtiger wählen würde, läuft im Internet die Debatte: Wo ist der Unterschied zwischen einem bewaffneten Revolutionär und einem Terroristen? Eine Lösung ist wohl nur im unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschichte zu finden…
Erica Barnett aus Seattle bezeichnet sich selbst als großen CarSharing Fan. Sicher, so gibt sie zu, es gibt auch Nachteile des Angebots, sich Autos zu leihen: Manchmal muss sie auf den Vorbenutzer warten und nicht selten wird der ausgewiesene CarSharing Parkplatz von einem dicken SUV belegt, was dazu führt, dass sie doch auf stundenlange Parkplatzsuche gehen muss. Doch die Vorteile, so Barnett, sind gewaltig: Für jede unterschiedliche Gelegenheit gibt es ein unterschiedliches Modell, ob sie in die in der Nähe Seattles gelegenen Berge fahren will, ob sie im Gartencenter einkaufen möchte oder abends in der Stadt unterwegs sein will.
Doch ein großes Problem hat sie mit den bisherigen Bedingungen, die beiden großen CarSharing Firmen in den USA, sowohl FlexCars als auch ZipCars verlangen, dass das Auto dort wieder abgestellt wird, wo es abgeholt wird. Ein-Weg-Touren sind also nicht möglich. Selbst wenn sie beispielsweise abends mit einem Auto zu einer Party fährt, muss sie das Auto anschließend wieder zurückbringen – was sie automatisch zur nüchtern bleibenden Fahrerin macht. Ihr Vorschlag zur Abhilfe bei diesem Problem ist ein größeres Angebot an zur Verfügung stehenden Autos. Je mehr Wagen vorhanden sind, desto leichter ist es auch, zu verhindern, dass der Nachbenutzer an dem Carspot an dem sie den Wagen abgeholt hat, auf genau ihren Wagen angewiesen ist. Ein Modell, schreibt sie, dass auch mehr Erfolg verspricht: GreenWheels in Berlin habe seit der Einführung der Ein-Weg-Strecken im Jahr 2000 einen Zuwachs von 23 % zu verzeichnen.
Marie Naumann & Martin Stahlke
Photo Quelle: Screenshot via elpaís.com











jana kauer
Hallo,
das mit den möglichen Einwegfahrten bei Greenwheels hat mich gewundert und ich habe auf der Greenwheels Seite recherchiert. Auf die Frage, ob es Einwegfahrten bei Greenwheels gibt, kommt die eindeutige Antwort: NEIN. (s.u.). Da ist wohl jemand einer Ente aufgesessen.
http://www.greenwheels.de/index.aspx?i=faqsearch&frase=Einweg
“Gibt es Einwegfahrten bei Greenwheels?
Nein. Einwegfahrten werden derzeit von keinem CarSharing-Betreiber angeboten. Es gibt einfach noch zu viele ungelöste Probleme, z.B. die Fahrzeugrückführung bei Einzelfahrten zu weit entfernten Zielen oder die Rückverteilung bei Ballung vieler Fahrzeuge an einem Ort infolge von Großereignissen (Fußballspiel, Stadtteilfest etc.).
Greenwheels hat aber bereits einleitende technisch-logistische Vorarbeit geleistet, so dass mittelfristig mit einem Pilotversuch zu rechnen ist.”