Kindesmisshandlungen bundesweit vernetzt bekämpfen

Immer mehr Kinder bis 14 werden misshandelt. Das geht aus den Statistiken des Bundeskriminalamtes hervor. 1996 hat es 1971 Fälle gegeben, 2004 waren es 2916. Auf diese erschreckende Entwicklung reagierte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen im Dezember 2005 mit der Ankündigung von “Frühwarnsystemen” und erntete dafür sogleich Lob von der

kind.jpgImmer mehr Kinder bis 14 werden misshandelt. Das geht aus den Statistiken des Bundeskriminalamtes hervor. 1996 hat es 1971 Fälle gegeben, 2004 waren es 2916. Auf diese erschreckende Entwicklung reagierte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen im Dezember 2005 mit der Ankündigung von “Frühwarnsystemen” und erntete dafür sogleich Lob von der Deutschen Liga für das Kind. Geschäftsführer Jörg Maywald sagte seinerzeit in einem Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR): “Man muss Familien stärker fördern, aber auch stärker kontrollieren. Dazu gehören Eltern-Kind-Zentren, aber auch dass Hebammen sich nicht nur um medizinische, sondern auch um soziale Fragen kümmern.”
Jetzt hat die Bundesfamilienministerin den ersten Schritt getan und ein “Nationales Zentrum Frühe Hilfen” ins Leben gerufen. In einer Pressemitteilung von heute heißt es dazu: “Um koordiniert und wirksamer gegen Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern vorgehen zu können, soll mit der Einrichtung einer überregionalen Stelle eine stärkere Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen mit der Jugendhilfe erreicht werden.” So könne der “Zugang zu Problemfamilien” verbessert werden.

Deutschlandweite Netzwerke

Das “Nationale Zentrum Frühe Hilfen” mit Sitz in Köln berät und unterstützt deutschlandweit lokale und regionale Netzwerke. Mittlerweile haben fast alle Bundesländer die rechtlichen Voraussetzungen für die Früherkennung von gefährdeten Familien verbessert. Ursula von der Leyen: “Dennoch gibt es bundesweit noch zu viele ´weiße Flecken´, in denen es dem Zufall überlassen bleibt, ob Eltern und Kinder Hilfe erhalten.”
Das neue Zentrum hat zunächst die Aufgabe, die wachsende Zahl von Modellprojekten in sämtlichen Bundesländern zusammenzubringen – und damit einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Dazu sollen auch Forschungsaufträge vergeben und internationale Erkenntnisse untersucht werden. Außerdem sollen Gesundheitskliniken, Hebammen und Schwangerschaftsberatungsstellen mit der Jugendhilfe vernetzt werden.
Das “Nationale Zentrum Frühe Hilfen” gehört zum Bundesprogramm “Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“. Dafür stehen bis 2010 rund 10 MillionenEURo zur Verfügung.

Foto: Screenshot via WDR.de

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  1. Gebt den Familien Hoffnung und eine Perspektive für ihre Lebensplanung (dazu gehört auch Arbeit!!!). Eingebettet in ein gesundes soziales Umfeld, gibt es auch keine Misshandlung von Kindern. Das Versagen der Politik jetzt durch eine verstärkte “Überwachung” zu kompensieren, ist ein falscher Ansatz, den wir auch aus anderen gesellschaftlichen Bereichen kennen. Es lebe das “Denunziantentum” – das kann der Deutsche gut und wird jetzt auch noch staatlich gefördert. Wie so etwas endet, sollte doch die DDR-Geschichte immer noch eindrucksvoll belegen können: wer hier nicht mitmacht, wird erschossen!