Neue Power für alte Anlagen

Deutsche Unternehmen sind im globalen Vergleich in allen wichtigen Feldern der Umwelttechnik gut aufgestellt. Da verwundert es nicht, dass Deutschland sein Know-how in die Welt exportiert. Doch trotz dieser Exporteuphorie darf die Heimatfront nicht vergessen werden: auch in Deutschland gibt es Verbesserungspotential. Derzeit wichtigste regenerative Stromquelle ist die Windenergie. Laut

Regenbog.jpgDeutsche Unternehmen sind im globalen Vergleich in allen wichtigen Feldern der Umwelttechnik gut aufgestellt. Da verwundert es nicht, dass Deutschland sein Know-how in die Welt exportiert. Doch trotz dieser Exporteuphorie darf die Heimatfront nicht vergessen werden: auch in Deutschland gibt es Verbesserungspotential.

Derzeit wichtigste regenerative Stromquelle ist die Windenergie. Laut Pressemitteilung wurden bis Ende Juli 2007 fast soviel Strom aus Wind produziert wie aus Brennstäben. Zugegeben: eine Momentaufnahme €“ aber sie verdeutlicht die Möglichkeiten der Windenergie. Um das Potential der Windkraft auszuschöpfen, müssen verschiedenen Rahmenbedingungen vorhanden sein. Die wichtigste und dominanteste ist die Windergiebigkeit. Die Kosten für Windkraftanlagen sind innerhalb der letzten Jahre stetig zurückgegangen. Das lag zum einen an der Optimierung von Herstellungsprozessen, zum anderen auch an der gewachsenen Nachfrage. Durch staatliche Programme wurde forciert auch weniger attraktive Landstriche mit Windkraft zu erschließen.

Aus Alt mach Neu

Insgesamt führte das dazu, dass heute etwa fünf Prozent der Stromproduktion aus Windenergie stammt. Diesen Anteil nach oben zu heben, muss dringend in Angriff genommen werden. Eine Steigerung auf 14 Prozent bis 2020 und langfristig auf 35 Prozent wird von Fachleuten als realistisch eingeschätzt. Windenergie kann in der Zukunft eine größere Bedeutung in der Versorgungssicherheit des deutschen Strommarktes spielen als derzeit. Dies kann aber nur dadurch umgesetzt werden, indem die vorhanden Ressourcen, also die windergiebigen Flächen, effizient genutzt werden. Es ist daher notwendig, Altanlagen zu modernisieren bzw. durch Windenergieanlagen neueren Typs komplett zu ersetzten.

180px-Geokeys1.jpgDas Wort der Stunde ist €žRepowering€œ. Diese hübsch anzuhörende Bezeichnung meint nichts anderes, als, umgangsprachlich gesprochen, den alten Schrott abzubauen und dafür Platz für neue Anlagen zu schaffen. Durch diese Maßnahme wäre es in einigen Fällen theoretisch möglich, die Kapazität zu vervierfachen. Ziel ist, die Stromproduktion zu verdoppeln und die Anlagenzahl zu halbieren. Der Bundesverband WindEnergie e.V. sieht dabei folgende Vorteile:

  • effizientere, klima- und umweltfreundlichere Stromproduktion.
  • Entlastung des Landschaftsbilds nach dem Motto €žweniger ist mehr€œ, da für eine Steigerung der Stromproduktion viele alte durch wenige neue Windkraftanlagen ersetzt werden.
  • positive Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte: Der Neubau von Windrädern in Deutschland geht seit 2003 zurück. Die Windkraftindustrie setzt zunehmend auf das Export-Geschäft. Bietet sich in Deutschland mittelfristig kein Absatzmarkt mehr, wandern Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung ins Ausland ab.

Mit Windanlagen hoch hinaus

Im Weg stehen diesem Windanlagenupgrades vor allem die Kommunen. Die Angst ist groß, dass durch die höheren Mammutanlagen die Landschaft nachhaltig verunstaltet wird. Daher gilt nach wie vor eine maximale Bauhöhe von 100 Metern. Diese Einschränkung reduziert aber das Potential der Windgroßanlagen auf annähernd null. Die TU Berlin macht in einer Studie deutlich, dass mit einem signifikanten Mehr an Strom erst jenseits der einhundert Meter zu rechnen ist. Ein weiterer Hemmschuh ist, dass der Abstand von Windanlagen abhängig von der Bauhöhe ist. Da die Altanlagen niedriger waren, konnten diese auch näher an die Dörfer gebaut werden. Höherer Anlagen werden diese Plätze also auch aus Immissionsschutzgründen verwehrt.

Als Fazit sehen die Berliner Wissenschaftler folgende Konsequenzen:

  • Durch die aktuellen Abstandsregelungen wird die nach Immissionsschutz mögliche Ertragssteigerung von 120 bis 330 Prozent auf 30 bis 190 Prozent abgesenkt.
  • Wird auf Abstandsregelungen verzichtet, aber eine Höhenbegrenzung gefordert, fällt die Ertragssteigerung noch stärker, auf 30 bis 70 Prozent.
  • Wird schließlich zusätzlich zur Abstandsregelung auch eine Höhenbegrenzung gefordert, sinkt die mögliche Ertragssteigerung sogar im Extremfall auf Null, im besten Fall auf nur 70 Prozent.

Es ist deutlich, dass die Einschränkungen direkte ökonomisch einbußen bedeuten. Allerdings lassen sich solche Entscheidungen nicht ausschließlich durch monetäre Argumente treffen. Schließlich ist die Lebensqualität der Dorfbewohner direkt betroffen.

Bilder: Bundesverband WindEnergie e.V.

Quelle: futurum.redio.de

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