Über 12 000 Stolpersteine erinnern an NS-Opfer

Stolpersteine, aus Beton gegossen, mit einer 10 mal 10 Zentimeter großen Messingtafel versehen, in die der Name des Opfers und sein Schicksal eingestanzt sind, erinnern inzwischen in 263 deutschen Städten und Gemeinden an Verfolgte des Nazi-Regimes: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Gruppen. Die Stolpersteine-Idee stammt von dem Kölner

stolper.jpgStolpersteine, aus Beton gegossen, mit einer 10 mal 10 Zentimeter großen Messingtafel versehen, in die der Name des Opfers und sein Schicksal eingestanzt sind, erinnern inzwischen in 263 deutschen Städten und Gemeinden an Verfolgte des Nazi-Regimes: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Gruppen.

Die Stolpersteine-Idee stammt von dem Kölner Bildhauer Gunter Demnig und beginnt 1994 mit einer Ausstellung in der Kölner Antoniterkirche. Mut hat ihm der damalige Pfarrer gemacht, die Steine zu verlegen. 1995 setzte Demnig probeweise und ohne Genehmigung in der Rheinmetropole die ersten Steine, 1996 beteiligte er sich am Projekt “Künstler forschen nach Auschwitz” und verlegte in Berlin 55 Steine.
Die mussten drei Monate später auf Geheiß des Tiefbauamtes einen halben Meter weiter verlegt werden.

Gestern war der Bildhauer wieder einmal in Münster und setzte 14 Stolpersteine, damit stieg die Gesamtzahl in dieser Stadt auf 140. In Deutschland, Österreich und Ungarn gibt es bereits über 12 000.

Steine wieder entfernt

In München dagegen sind Gunter Demnigs Erinnerungen an NS-Opfer wieder entfernt worden, weil Oberbürgermeister Ude meinte, es gäbe schon genug Mahnmale. Doch im September fährt der Kölner Bildhauer wieder hin und verlegt Stolpersteine auf privatem Grund und Boden. “Das grenzt direkt an den öffentlichen Raum”, hat er gestern der Münsteraner Lokalpresse in den Notizblock diktiert.
Keine Freundin dieser Stolpersteine ist bislang auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der jüdischen Kultusgemeinde. Sie fürchtet, dass diese Steine eine Einladung an “Glatzen” zum Draufrumspringen sein könnten.
Doch bei seinen öffentlichen Auftritten hat Gunter Demnig meistens einen Hut getragen. Darunter passt eines Tages bestimmt auch Charlotte Knobloch..

Vielleicht schon am 26. Oktober. Dann wird der Bildhauer 60 Jahre alt und in Köln findet eine Ausstellung statt.

Photo Quelle/ Copyright: Pierre Friedmann, cc creative commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 (via flickr)

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  1. Wieder eine dieser Aktionen die die Betroffenheit in die Vergangenheit richtet statt die dahinterliegenden Prinzipien an aktuellen Beispielen zu verdeutlichen.

    Dieses gemütliche Massenschämen für Dinge die man nicht getan hat wird mit jedem Jahr verlogener ja richtig gehend widerlich, angesichts der Tatsache welche Brutalitäten man heute gelassn hinnimmt.

    Statt alberner Pflastersteine, die den heute lebenden ermöglichen das tägliche Böse das sie hinnehmen in die Vergangenheit zu projezieren, sollte der “Künstler” beispielsweise in Supermärkten, die Kaffepackungen mit Gedenkstickern versehen (Siehe auch aktuellen Artikel hier)