No-Go-Area Deutschland

Sie sind weiß und von mindestens konservativer Gesinnung? Dann gibt es sie für Sie nicht, die Tabuzonen, die No-Go-Areas in Deutschland. Für alle anderen jedoch schon €“ und das auch nicht nur in €žden€œ Bundesländern, die ja immer als übliche Verdächtige in Sachen rassistischer und rechtsextremistischer Ausschreitungen genannt werden. Nein,

Springer.jpgSie sind weiß und von mindestens konservativer Gesinnung? Dann gibt es sie für Sie nicht, die Tabuzonen, die No-Go-Areas in Deutschland. Für alle anderen jedoch schon €“ und das auch nicht nur in €žden€œ Bundesländern, die ja immer als übliche Verdächtige in Sachen rassistischer und rechtsextremistischer Ausschreitungen genannt werden. Nein, es gibt kein Problem in Ostdeutschland €“ es ist schon überall angekommen.

€žviel Glatze, nichts im Hirn€œ?

Menschen jagen ihre Mitbürger, nennen sie Kanaken, Fidschis. All die netten Bezeichnungen, die es gibt, um seinem Gegenüber zu sagen: Ich bin, du nix! Aber wieso eigentlich? Was bringt junge, meist männliche, Menschen dazu, sich zusammenzurotten und blinden oder offenen Auges um sich zu schlagen? Die Gründe sind vielfältig. Und grundsätzlich gilt: Das Credo €žviel Glatze, nichts im Hirn€œ zielt falsch und verwässert die eigentliche Gefahr. Auch, dass immer wieder auf die ungünstigen Lebensbedingungen in den sozialen Brennpunkten gezeigt wird, auf die schlechten Zukunftsperspektiven und den damit verbundenen Arbeitsplatzmangel €“ all das ist zweitrangig.

Eine Lawine rollt…

Denn ganz Deutschland ist kein fremdenfreundliches Land. Ein Viertel der Deutschen stimmt ausländerfeindlichen Parolen zu und ein etwas geringerer Anteil wünscht sich endlich wieder eine starke Hand, einen starken (An)Führer.

Die Gefahr der rechtextremistischen Einstellung ist präsent und zeigt sich nicht zuletzt in den Zugewinnen der einschlägigen Parteien. Dennoch ist das Alles erst der Anfang. Schon heute gilt es in einigen Regionen als schick, €žrechts€œ zu sein, ist es en Vogue, alles Schlechte mit €žjüdisch€œ oder als €žJude€œ zu bezeichnen. Und das ist wie selbst verständlich auch im Netz präsent. Und dennoch beginnt die Lawine erst und wird noch so manchen mit sich reißen. Die jungen Menschen von heute sind die Wähler von Morgen. Ein Beweis, dass das die nationalistisch ausgerichteten Parteien in Deutschland begriffen haben, ist ihr ständiges Engagement und der Altersdurchschnitt ihrer Mitglieder und Kameradschaften.

Was sich heute noch als undenkbar ausschließt, dass eine Partei á la NPD in den Bundestag gewählt wird, kann in 10 Jahren schon Wirklichkeit sein. Und Steigbügelhalter könnte ein Spektrum sein, das man so nicht erwartet hätte: die politische Linke.

Zu viele Köche verderben den Brei

Sebastian Haffner beschreibt in seinen Abhandlungen, unter welchen Umständen die deutsche Demokratie stabil sein kann. Neben der Verfassungstreue seiner Beamten ist da die Voraussetzung, dass nicht zu viele Parteien im Parlament vertreten sind. Hintergrund ist die Lähmung, die entsteht, wenn zu viele Köche den Brei kochen wollen. Die Entwicklung derzeit läuft aber entgegengesetzt: Mit der SPD, der Linken und den Grünen existieren gleich drei Parteien, die im Grunde für eine €žlinke€œ Politik stehen. Und alle drei können sich berechtigte Hoffnung machen, die Fünf-Prozent-Hürde zu nehmen.

So viele politische Gemeinsamkeiten es zwischen den einzelnen linken Parteien auch gibt, so wenig kann es zu schnellen und effektiven Kompromissen kommen. Gilt es doch, die nächsten Wahlen im Auge zu haben €“ da ist es wichtig, sein Profil zu schärfen, am besten auf Kosten der politischen Gegner.

Und so male ich ein düsteres Bild von Deutschlands Zukunft. Denn vielleicht gelten in der Zukunft die No-Go-Areas auch für alle Menschen. Und ein solcher Artikel würde nicht zugelassen, schon gar nicht mit dieser Ãœberschrift. Wenn schon, dann: Nicht-Geh-Bereich Deutschland.

Photo: Screenshot via Politik.Germanblogs.de

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