Anti Zensur Aktivismus, Champions League und Feuerwaffen in den USA - Bürgerjournalismus weltweit
Artikel von Redaktion Readers Edition vom 27.08.2007, 19:45 Uhr im Ressort Sport, Web & Technik, Vermischtes | No Comments
Das freie Bloggen – und freies Surfen im allgemeinen – hat sich [1] GlobalVoices auf die Fahne geschrieben. Dazu dient das Project [2] Globalvoices Advocacy, das nun sechs monatiges Bestehen feiert – wobei den Machern der Site sicherlich lieber wäre, wenn dessen Existenz nicht notwendig wäre. Doch leider gibt es nach wie vor Grund genug für das Fortbestehen. Rund um den Globus werden Verhaftungen von Bloggern und Online Autoren dokumentiert, auf Anti-Zensurkampagnen wird ebenso hingewiesen wie auf Berichte über geblockte Blogs und zensierte Websites. Insgesamt gibt es mittlerweile [3] Geschichten aus über 25 Ländern, viele Interviews mit Aktivisten und Bloggern, die sich auf das Thema “Recht auf freie Meinungsäußerung” spezialisiert haben und dadurch Berichte über Fälle, die ansonsten nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt hätten.
Daneben bemühen sich die Macher der Site eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die der Sache dienlich ist. So gibt es zum Beispiel einen umfangreichen [4] Guide darüber, wie man mit Wordpress und [5] Tor anonym bloggen kann. Dieses Handbuch hilft dabei ebenso Internet Filter zu umgehen wie unter einem Pseudonym zu bloggen. Ziel ist es natürlich, es unmöglich zu machen, die Identität des Bloggers auf technischem Wege zu enttarnen. In einer [6] Galerie können sich Screenshots der zensierten und geblockten Blogs und Websites angesehen werden und ein Wiki sammelt Wissen und Information über sämtliche Aspekte, die für Anti-Zensuraktivisten wichtig sind.
Und ein kleines Video, dass Mut machen soll, gibt es ebenso zu sehen:
[7] Ohmynews
John Patrick Boland ist Fan von Celtic Glasgow. Und als solcher [8] wirft er einen Blick auf die Champions League und den Modus derselben, der 1992/93 Einzug erhielt. Bis dahin war der höchste europäische Club-Wettbewerb unter dem Namen Europapokal der Landesmeister bekannt. Nur die tatsächlichen Meister aller europäischen Fußballliegen nahmen teil und so hatten auch Vereine, die nicht zur absoluten Creme de la Creme des europäischen Fußballs gehörten eine Chance in diesem Wettbewerb erfolgreich zu sein, oder doch zumindest weit zu kommen. Ein Viertelfinale wie 1967, in dem zwar auch die beiden großen Vereine Real Madrid und Inter Mailand zu finden waren, aber eben auch Vereine wie CSKA Sofia, Linfield FC, Dukla Prague and FK Vojvodina (und eben Celtic Glasgow, dem späteren Sieger), wäre heute vollkommen undenkbar. Die Änderung des Modus führte nämlich dazu, dass nicht mehr nur die Meister Europas automatisch qualifiziert sind, sondern, im Falle der großen Ligen, auch die Zweiten, Dritten oder gar Vierten. Die Meister der kleinen Ligen hingegen müssen sich erst durch harte Qualifikationsspiele kämpfen, bevor sie, im Erfolgsfall, an der viel Geld garantierenden Gruppenphase teilnehmen dürfen (zwischen 10 und 15 Millionen Pfund pro Verein).
So kommt es, dass sich an diesem Mittwoch im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde durchaus namhafte Gegner gegenüber stehen, wie zum Beispiel des Autors Lieblingsverein Celtic gegen Spartak Moskau ist so ein Beispiel. Die kleinen Vereine, die früher das schon mal den großen in die Suppe spucken konnten, sind da längst ausgeschieden. Für ehemalige Gewinner wie Roter Stern Belgrad, Steaua Bukarest oder Ajax Amsterdam wird der Traum von der Wiederholung des Erfolges wohl für immer ein Traum bleiben. Statt dessen kann man sich wohl ziemlich sicher sein, dass die beiden Finalisten, die sich am 21. Mai 2008 in Moskau gegenüber stehen werden aus England, Italien oder Spanien kommen. Es sei denn, so Boland, es gelingt Celtic am morgigen Mittwoch ein Sieg in Moskau – und dann würde es das Gesetz der Symmetrie geradezu verlangen, dass die Schotten auch am Ende der diesjährigen Champions League Saison wieder in Moskau spielen.
Unruhige Zeiten in Pakistan.
Dass in Pakistan unruhige Zeiten bevorstehen [9] schreibt auf OhmyNews Umer Farooq. Mit der Entscheidung den früheren Premierminister Naway Sharif wieder in das Land zu lassen, käme wieder neues Leben in Sharifs Fraktion der “Muslim League”, die in den letzten sieben Jahren kaum eine Rolle gespielt hätten. Vielleicht sei Sharif von einer Rückkehr ausgegangen, jedenfalls habe er schon vor einem Jahr begonnen, mit rechten religiösen Gruppen und lokalen Parteien wie der nationalistischen Awani National Partei, in Verhandlung zu treten, mit dem Ziel Präsident Muscharraf zu verdrängen.
Sharif gelte als eine der beliebtesten Männer des krisengebeutelten Landes - doch während seiner Zeit als Premierminister habe das Land unter Korruption und Misswirtschaft gelitten. Sharif war von Muscharraf in einem unblutigen Putsch gestürzt worden.
[10] Agoravox
[11] James Anthony Merle Jr wirft einen [12] kommentierenden Blick auf die Gerichtsverfahren, die derzeit zwischen einigen große US-Amerikanischen Städten und der Waffenindustrie laufen. 1998 regte der Bürgermeister von Philadelphia Edward Rendell an, dass seine Stadt die Waffenhersteller und – händler auf Rückerstattung der Kosten, die der Stadt durch Verbrechen unter Nutzung von Feuerwaffen enstünden, verklagen sollte. Zwar zog er diesen Vorschlag schon bald wieder zurück, doch andere Städte hatten offenbar aufmerksam zugehört und setzen den Vorschlag in die Tat um. New Orleans, Chicago, New York City und Jersey City, New Jersey haben mittlerweile Verfahren angestrengt. Die Argumente sind dabei so einfach wie einleuchtend: Feuerwaffen sind ein ‘öffentliches Ärgernis’ und die Waffenproduzenten würden die Städte, trotz des Wissens um die Schädlichkeit mit Feuerwaffen überfluten. Die Waffenindustrie und die [13] National Rifle Association (NRA) antwortete natürlich wie stets in diesen Fällen mit dem 2. Zusatzartikel zur Verfassung – die nach deren Interpretation jedem US-Amerikaner das Recht Waffen zu tragen einräumt. Eine Fehlinterpretation wie Merle meint – dieser Zusatzartikel bezöge sich nur auf die Situation einer zu verhindernden Militärdiktatur und auch nur dann unter dem Vorzeichen der Loyalität zu den USA und einer quasi militärischen Struktur.
14 der 27 angeklagten Waffenhändler der Stadt New York haben mittlerweile ihr Einlenken signalisiert und Vergleichen zugestimmt.
Martin Stahlke & Marie Naumann
Photo Quelle/ Copyright: Florian Seiffert (F*), cc creative commons
[14] Namensnennung - NichtKommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen (via [15] flickr)
Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de
Link zum Artikel: http://www.readers-edition.de/2007/08/27/anti-zensur-aktivismus-champions-league-und-feuerwaffen-in-den-usa-buergerjournalismus-weltweit/
Links im Artikel:
[1] GlobalVoices: http://www.globalvoicesonline.org/
[2] Globalvoices Advocacy: http://advocacy.globalvoicesonline.org/
[3] Geschichten aus über 25 Ländern: http://advocacy.globalvoicesonline.org/archives/
[4] Guide: http://advocacy.globalvoicesonline.org/tools/guide/
[5] Tor: http://tor.eff.org/index.html.de
[6] Galerie: http://advocacy.globalvoicesonline.org/blockpage/main.php
[7] Ohmynews: http://english.ohmynews.com/
[8] wirft er einen Blick: http://english.ohmynews.com/ArticleView/article_view.asp?menu=A11100&no=379215&rel_no=1
38;back_url=
[9] schreibt auf OhmyNews Umer Farooq: http://english.ohmynews.com/ArticleView/article_view.asp?menu=A11100&no=379070&rel_no=1
38;back_url=
[10] Agoravox: http://www.agoravox.com/
[11] James Anthony Merle Jr: http://agoravox.com/auteur.php3?id_auteur=5103
[12] kommentierenden Blick: http://agoravox.com/article.php3?id_article=6658
[13] National Rifle Association (NRA): http://de.wikipedia.org/wiki/National_Rifle_Association
[14] Namensnennung - NichtKommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de
[15] flickr: http://www.flickr.com/photos/seiffert/544947198/